Seit einem Monat sind die Segler und Seglerinnen im Ocean Globe Race wieder auf See und mussten Ausdauer und Ehrgeiz unter Beweis stellen. Denn die Meilen seit dem Start der vierten Etappe in Punta del Este in Uruguay hatten es in sich. Unbeständige Winde, Flaute, Gegenwind, Sturm und Hitze stellten die Crews in den vergangenen Wochen auf die Probe.
Den Äquator haben mittlerweile alle 13 Yachten im Kielwasser. „Pen Duick VI“ von Skipperin Marie Tabarly führt das Feld aktuell an, Schlusslicht ist die Swan 57 „Explorer“ unter australischer Flagge.
Tabarlys Crew hat eine gute Ausgangsposition erreicht, um dem Feld in den kommenden Tagen im nun erreichten Einflussgebiet eines Tiefdruckgebietes womöglich davonzusegeln, nachdem die Geduld der Flotte lange in Hochdrucklagen auf die Probe gestellt wurde.
Comeback der Italiener
Am ehesten könnten derzeit Tabarlys Landsleute auf „L’Esprit d’equipe“ ihrem Vorpreschen in Richtung Line Honours noch gefährlich werden oder auch die Italiener auf „Translated 9“. Beide Crews segeln aktuell etwa hundert Seemeilen hinter „Pen Duick VI“.
Die italienische Crew präsentiert den Followern der Regatta um die Welt dabei ein echtes Comeback. Während der dritten Etappe nach Uruguay musste sie im Südatlantik umkehren und zu den Falklandinseln zurücksegeln, um Risse im Rumpf zu reparieren. Dadurch wurde sie für die dritte Etappe disqualifiziert. Doch die Reparatur und die Überführung des Bootes zum Start der vierten und finalen Etappe gelang, und die Crew um Skipper Marco Trombetti scheint nun hoch motiviert, noch um den Sieg mitzusegeln – auch wenn das alles andere als leicht wird.
Sinkende Chancen für die Verfolger
Die Crews auf „Neptune“ (Frankreich), „Maiden“ (Großbritannien) und „Outlaw“ (Australien) befinden sich ebenfalls in Schlagdistanz zur Spitzengruppe, haben jedoch mit schwächerem Wind zu kämpfen. Mit nur noch 2.000 Seemeilen bis zur Ziellinie schwinden ihre taktischen Möglichkeiten.
Auch das Hauptfeld um „Galiana WithSecure“ (Finnland), „Evrika“ (Frankreich), „Triana“ (Frankreich) und „White Shadow“ (Spanien) hat die Passatwinde des Nordatlantik erreicht und macht im Durchschnitt sechs bis sieben Knoten Fahrt. Die Crews berichten von großen Feldern aus Braunalgen und von ihrer Frustration über die schwierigen Amwind-Bedingungen.
Kurs Siegerehrung
Ziel der Flotte ist der Club Royal Yacht Squadron im englischen Segelmekka Cowes, wo die Yachten ab dem 11. April erwartet werden. Die offizielle Siegerehrung des Ocean Globe Race soll laut Auskunft des Veranstalters allerdings erst deutlich später stattfinden, und zwar am 21. Juni in Rom.
Wer die Flotte auf ihrem Weg zum Ziel nahezu in Echtzeit verfolgen will, kann das im Race-Tracker des Ocean Globe Race.