Andreas Fritsch
· 07.06.2023
Wer glaubt, das Ocean Race sei spannend, der sollte mal bei den Class 40 reinschauen: Nach fast 600 Meilen rundeten gestern 16 Schiffe mit maximal zehn Meilen Rückstand den berühmten “Rock”. Die Klasse ist dafür berühmt, dass aufgrund der strengen Box-Rule und der teils riesigen Starterfelder von 40, 50 Schiffen der Wettbewerb knochenhart ist. Was dazu führt, dass viele Crews auf Top-Niveau segeln. Das beweisen auch Lennart Burke und Melwin Fink auf ihrer Pogo S 4 “Think Big, Think Social” seit dem Start. Mit nur sieben Meilen Abstand zur führenden “Allagrande Pirelli” von Ambroggio Becarria/Kevin Koch gingen sie gestern um die letzte große Bahnmarke.
Die ist nun nicht mehr Guernsey, denn gestern verkürzte der Veranstalter den Kurs, strich die Insel aus der Route, da die Doublehanded-Crews sonst im vorhergesagten Wind von über 30 Knoten gegen den dort extrem starken Strom in gefährliche See hätten geraten können. So ist die Kurswahl zum Ziel nun frei. Burke und Fink segeln zurzeit auf einem langen Anlieger zur Westspitze Englands zurück, die sie heute Abend spät runden werden, bevor es dann auf die Kreuz zurück nach Ouistreham in der Normandie geht. Das Duo schlägt sich noch immer eindrucksvoll für die erste große Class-40-Regatta seines Lebens, ist auf Platz 12 liegend keine 0,6 Meilen von einem Platz unter den Top 10 entfernt!
An der Spitze beharken sich die vier Verfolger “Legallais”, “Credit Mutuel”, “Curium Life Forward” und “Project Rescue Ocean” im Abstand von gerade einmal 0,6 Meilen um die Podiums-Plätze (Hier geht es zum Tracker mit Platzierungen) und liegen nur 0,2 Meilen hinter den Führenden von “Allagrande Pirelli”. So wie es aussieht, bleibt es also bis zur Ziellinie extrem spannend.

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