NiederlandeDramatische Bilder: Skutsje kentert bei Regatta

Lars Bolle

 · 01.06.2022

Niederlande: Dramatische Bilder: Skutsje kentert bei RegattaFoto: RotorZ

Dass eine Skutsje kentert, kommt schon mal vor. Dass diese Kenterung vollständig aus der Luft gefilmt wird, eher nicht. Ein spannendes Video

Kurz nach dem Start der Regatta Zuidwal auf dem Eemmeer bei Spakenburg trifft die Skutsje eine starke Bö. Das Plattbodenschiff legt sich auf die Seite, krängt immer mehr. Zu spät wird die Genua losgeworfen, das Großsegel kann offenbar nicht gelöst werden. Es folgt der Aufschlag des Riggs auf dem Wasser. Einige Crewmitglieder gehen über Bord, andere können sich auf dem gekenterten Boot halten. Von den 16 Crewmitgliedern konnten alle von herbeigeeilten Booten und der KNRM gerettet und in den nahe gelegenen Hafen gebracht werden. Eine Person erlitt offenbar Unterkühlungen.

Das Unglück ereignete sich bereits am 27. Mai. Einen Tag später konnte die Skutsje mithilfe eine Schwimmkrans und eines Pontons aufgerichtet werden.

Der gesamte Hergang der Kenterung ist in diesem Video dokumentiert:

Dass es sich dabei um keinen Einzelfall handelt, zeigt dieses Video:

Eine Skutsje (ausgesprochen "skootshuh") ist ein friesisches Segelboot vom Typ Tjalk oder holländischer Lastkahn, ursprünglich ein gewöhnliches Frachtschiff, heute ein Wertobjekt und eine der Ikonen Frieslands . Skutsjes wurden vom 18. Jahrhundert bis etwa 1930 gebaut und sind 12 bis 20 Meter lang und im Durchschnitt 3,5 Meter breit, maximal 4 Meter (basierend auf den Standardmaßen friesischer Brücken und Schleusen).

In den 1920er und 1930er Jahren wurden viele Skutsjes mit Motoren ausgestattet, und nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Segel sogar oft entfernt. Trotzdem übernahmen andere, viel größere Motorboote den Wassertransport in der Gegend, und viele Skutsjes wurden zu Hausbooten oder luxuriösen Segelyachten umgebaut. Im Laufe der Zeit wurden immer mehr in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt.

In Friesland findet jedes Jahr eine Rennveranstaltung namens Skutsjesilen statt. Solche Rennen wurden bereits im frühen 19. Jahrhundert ausgetragen, aber seit 1945 werden sie von einem Komitee, dem SKS, geregelt. Bei diesen Rennen repräsentiert jede Skutsje eine Stadt oder ein Dorf. 1981 begann auch eine andere Organisation, IFKS, Rennen zu organisieren.
Dieses Rennen begann bereits im frühen 20. Jahrhundert, als Dörfer in Friesland oder genauer gesagt oft die Bar- und Hotelbesitzer Preise für den Sieger zur Verfügung stellten. Damals lebte der Skipper mit seiner Familie an Bord in einer schmalen Kajüte, und vor der Regatta wurden die Familie und das Innere der Kabine an Land gebracht, um das Boot beim Start der Regatta so leicht wie möglich zu machen.

Wie leistungsfähig diese oft klobig anmutenden Segler sind, hat die YACHT ausprobiert. Sie segelte eines dieser 30-Tonnen-Stahlschiffe gegen eine sieben Tonnen leichte X 40, mit interessantem Ausgang.

Hier das Video des Vergleiches:

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