News"La Ola" zum Abschied

YACHT Online

 · 05.07.2003

News: "La Ola" zum AbschiedFoto: 4Sail Projects/N.Krauss

Stürmisches Finale im Volvo Champions Race

Köln/Schwerin. Mit stürmischem Winden um vier bis fünf Beaufort und der lautstarken Unterstützung mehrerer Tausend Zuschauer ging das 2. Volvo Champions Race am Sonntag Nachmittag in Schwerin in ausgelassener Beach-Atmosphäre zu Ende.

Noch einmal begeisterten die 30 Segler aus elf Nationen ihr Publikum mit rasanten Manövern, spektakulären Kenterungen und spannenden Duellen direkt vor dem Zippendorfer Strand. Dabei gab es immer wieder Szenenapplaus, fröhliche La Ola-Wellen und enthusiastische Anfeuerungsrufe aus dem Publikum. Vor allem für die überglücklichen neuen Champions, das Team Robbie Daniel/Anders Straume (USA) im Tornado und der dreimalige Weltmeister Chris Nicholson (Australien) mit Vorschoter Gary Boyd im 49er.

  Siegten im ersten Anlauf: Robbie Daniel und Anders Straume (USA) hatten bei ihrer VCR-Premiere gleich ErfolgFoto: 4Sail Projects/N.Krauss
Siegten im ersten Anlauf: Robbie Daniel und Anders Straume (USA) hatten bei ihrer VCR-Premiere gleich Erfolg

Der zweite von insgesamt drei Tour-Stopps der neuen Segel-Superserie endete mit einem Herzschlagfinale, denn in der Tornado-Klasse gingen gleich drei Teams punktgleich in die letzte und entscheidende Wettfahrt, darunter auch der dreimalige Weltmeister Roland Gäbler (Tinglev), der bei den Olympischen Spielen von Sydney Bronze für Deutschland gewann. Schon vor dem Showdown" sagte der dreimalige Tornado-Weltmeister Roland Gäbler (39): So etwas habe ich noch nie erlebt: Drei Teams gehen Kopf an Kopf ins letzte Rennen. Da darfst Du gar nicht mehr über Taktik nachdenken. Da musst Du einfach durchstarten und Vollgas geben."

Vielleicht hat Gäbler dann doch zuviel nachgedacht. In den Kampf um den Sieg konnte der Ex-Bundestrainer nach verpatztem Start nicht mehr eingreifen. Am Ende musste der mit bereits drei Olympiakampagnen erfolgreichste deutsche Tornado-Segler aller Zeiten mit Gesamtplatz vier und der Holzmedaille" zufrieden sein. Gäblers Fazit fiel trotzdem begeistert aus: Für uns Segler ist das Volvo Champions Race ein fantastisches Ereignis. Es ist ein Regattaformat, auf das wir lange gewartet haben. Endlich sind wir mal so dicht am Publikum dran, dass die Leute uns sehen und mit uns mitfiebern können. Das beflügelt uns enorm. Außerdem war dieses Wochenende für uns als Crew richtungsweisend. Mein neuer Vorschoter Gunnar Struckmann hat sich in brillianter Form gezeigt. Es hat viel Spaß gemacht, mit ihm zu segeln."

Den einzigen deutschen Podiumsplatz ersegelten die deutschen Pre-Olympics-Starter Marcus Baur (Kiel) und Max Groy (Fleckeby) im 49er. Marcus Baur (31) will es als Olympia-Fünfter der Spiele von Sydney noch einmal wissen und hat mit seinem Vorschoter Max Groy (21) vor zwei Jahren einen neuen Vorschoter an Bord geholt. Einhelliges Fazit der beiden Norddeutschen: Das Volvo Champions Race ist einfach großartig." Die Schweriner Lokalmatadoren Ronald Rensch und Torsten Haverland belegten beim Höhepunkt unseres Terminkalenders" und mit einem mehrwöchigen Intensivtraining im Rücken immerhin Platz neun im Feld der Weltelite.

Dieser zweite Tour-Stopp im Volvo Champions Race markiert den endgültigen Durchbruch unserer Idee vom zuschauerfreundlichen hochattraktiven olympischen Segelsport", sagte Veranstalter Dirk Neumann (Hamburg/4Sail Projects), das Echo des Publikums gibt dem Konzept Recht und lässt uns hochmotiviert weiter an diesem Konzept arbeiten." Auch Thomas Hanel, Mitglied der Geschäftsleitung von Volvo Car Germany, zog eine rundum positive Bilanz: Wir sind zu 100 rozent zufrieden. Schwerin und die Schweriner haben uns großartig unterstützt. Unser Konzept, die Segelsportler mit den Fans zusammenzubringen, ist voll aufgegangen."

Der Renncircuit Volvo Champions Race zieht weiter nach Travemünde, wo es für die weltbesten 49er- und Tornado-Crews vom 9. bis zum 12. Oktober erneut direkt am Strand ein drittes und letztes Mal zur Sache geht. Zu erwarten ist dort ein knappes Jahr vor dem Olympischen Spielen in Athen ein heißes Herbstfinale zum Saisonabschluss.

Endergebnisse Volvo Champions Race Schwerin
(nach 11 Wettfahrten/2 Streicher)

Tornado Sport
1. Robbie Daniel/Anders Straume (USA) 33.00 Punkte
(1/10/1/10/9/4/1/11/3/3/1)
2. Robert Wilson/Martin Sellars (GBR) 34.00 Punkte
(2/4/6/5/10/1/4/9/1/6/5)
3. Darren Bundock/Glenn Ashby (AUS) 36.00 Punkte
(6/7/2/4/3/3/8/2/2/9/7)
4. Roland Gäbler/Gunnar Struckmann (Tinglev/GER) 38.00 Punkte
(9/3/4/2/2/2/2/5/9/11/11)
5. Peder Ronholt/Sören Jörgensen (DEN) 42.00 Punkte
(5/2/5/6/8/6/6/3/6/10/3)
6. Johannes Polgar/Will Howden (Kiel/Germany + GBR) 45.00 Punkte
(8/8/8/7/1/5/12/4/4/2/6)
7. Helge und Christian Sach (Zarnekau/GER) 47.00 Punkte
(4/1/3/12/5/9/DSQ/1/13/4/2)
8. Martin Strandberg/Christian Mattson (SWE) 55.00 Punkte
(10/9/9/1/6/12/7/7/13/4/2)
9. Diego Cayolla/Nuno Barreto (POR) 60.00 Punkte
(11/6/11/9/4/8/3/10/5/13/4)
10. Lars Bähr/Dino Grobe (Berlin/GER) 65.00 Punkte
(3/5/10/11/7/10/5/12/12/5/9)
11. Tino+Niko Mittelmeier (Überlingen/GER) 76.00 Punkte
(DNF/14/7/3/11/14/9/6/7/7/12)
12. Erik Holden/Mark Coakley (CAN) 92.30 Punkte
(7/13/13/14/10.3/7/10.3/14/8/12/8)
13. Patrick Egger/Kristof Koch (Friedrichshafen/GER) 96.00 Punkte
(13/11/12/8/14/13/11/8/8/14/10)
14. Eckart+Gyde Kaphengst (Kiel/GER) 110.00 Punkte
(12/15/DNF/13/12/15/10/13/14/8/0
15. Christina Loweg/Julia Nowak (Stuttg./GER) 127.00 Punkte
(14/12/14/15/13/11/DNF/DNS/DNC7DNC/DNC)

49er
1. Chris Nicholson/Gary Boyd (Australia) 21.00 Punkte
(1/5/6/4/3/1/2/1/2/2/5)
2. Peter und Sören Hansen (DEN) 26.00 Punkte
(3/1/3/2/4/2/5/4/4/8/3)
3. Marcus Baur/Max Groy (Kiel/GER) 33.00 Punkte
(7/6/2/1/2/6/1/6/6/3/11)
4. Markus Steeg/Moritz Deml (Budenheim/GER) 39.00 Punkte
(2/2/4/12/10/7/3/7/3/12/1)
5. John Harris/Evan McNicol (AUS) 40.00 Punkte
(6/3/1/7/5/10/4/3/13/7/4)
6. Rodion Luka/George Leonchuk (UKR) 50.00 Punkte
(9/11/5/5/7/5/8/5/1/5/DNF)
7. Gabriel Wicke/Wolf Jeschonnek (Hanover/GER) 50.00 Punkte
(5/7/7/3/9/11/6/13/7/4/2)
8. Nico Delle-Karth/Nikolaus Resch (AUT) 51.00 Punkte
(4/4/8/DSQ/1/3/7/11/12/1/12)
9. Ronald Rensch/Torsten Haverland (Schwerin/GER) 62.00 Punkte
(8/12/10/9/11/4/13/2/5/6/7)
10. Felix Oehme/Julien Kleiner (Lübeck/GER) 80.00 Punkte
(12/13/9/6/8/12/10/9/11/9/6)
11. Jan-Peter+Hannes Peckolt (Hamburg/GER) 84.00 Punkte
(10/8/11/DNF/6/8/11/12/10/11/9)
12. Mike Bassett/Kurt Riechelmann (NZL) 90.00 Punkte
(14/9/13/8/14/14/9/10/9/10/8)
13. Martin Kirketerp/Dion Valente (DEN) 104.00 Punkte
(DNF/10/12/10/12/13/14/15/8/DNF/10)
14. Martin Gernhardt/Fionn Erdmann (HH/GER)105.00 Punkte
(11/14/14/11/13/9/12/8/DNF/13/DNF)
15. Frank und Peter Mühlhauser (Allensbach/GER) 137.00 Punkte
(13/DNF/DNF/DNF/15/DNF/15/14/DNF/DNF/DNF)

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