YACHT-Redaktion
· 16.03.2026
Christian Sauer: Das ist immer noch so. Ich kann gar nicht genau sagen, ob ich noch auf See bin, aber so wirklich diese Reise verarbeitet habe ich noch nicht.
Ja, dem Boot geht es sehr gut. Es hat natürlich ein paar Narben bekommen, aber das ist das, was meine Freunde mir auch vor der Abreise gesagt haben. Nicht zu viel Aufwand auf die Details verwenden, weil man wird das sehen nach einer Weltumsegelung, dass du damit so lange gesegelt bist. Und das ist der Fall, aber es ist in allem in einem sehr guten Zustand und ich bin wirklich stolz drauf, dass mich dieses Boot so gut um die Welt gebracht hat.
Ja, im Großen und Ganzen mental alles gut, körperlich bin ich ein bisschen angeschlagen. Ich brauche wohl eine Operation in beiden Schultern, was wahrscheinlich eine alte Verletzung irgendwie ist oder was sich irgendwie verschleppt hat, aber meine Schultern sind in einem Top-Zustand. Und das hat mich auch die ganze Reise begleitet. [...]
Nein, also wir haben entgegen aller Statistiken, die es vielleicht dann so gibt bei Rennen um die Welt, zum Glück keine größeren Schäden gehabt, sondern das sind dann persönliche Plünder gewesen, die finanziellen Mittel ausgegangen sind, als die Australier so nah an der Heimat waren, vielleicht ein bisschen Heimweh bekommen haben. Das waren die Gründe. Wir haben zum Glück keine größeren Schäden gehabt. [...]
Eine relativ kurze Etappe zum Start, damals noch ohne Starlink, also ich war relativ wenig verbunden mit der Außenwelt. Ich habe das Segeln sehr genossen und bin, nachdem ich im Atlantik, so wie wir es auch beim letzten Interview besprochen haben, ich bin gar nicht dazu gekommen, auf dem Atlantik wirklich runterzukommen. Ich war die ganze Zeit beschäftigt, es war alles neu für mich.
Auf der ersten Etappe nach Panama war das erste Mal, wo ich ein bisschen entspannen konnte und mal angefangen habe, so über das Leben nachzudenken. Was will ich? Was passiert hier gerade? Das war sehr schön. Momente, die nicht so gut waren. Also wir haben vor Barranquilla, was ja auch Klein-Capron genannt wird, haben wir einen bisschen starken Wind bekommen. Und das war das erste Mal, wo ich mich im Boot gefragt habe, okay, ist das sicher? Weil das einfach so, sich so wahnsinnig schnell in den Wellen bewegt hat, dass ich irgendwie die Füße auf der unteren Seite hatte und dann kippt das Boot auf die andere Seite und ich habe nicht meine Füße schnell genug auf die andere Seite bekommen.
Das heißt, ich habe eher so einen Handstand im Cockpit gemacht und dann wieder zurück. Dann gesagt, okay, das ist vielleicht der Moment, wo ich jetzt mal reingehe und die Luke zumache. Das waren so die Anfänge. Das war das erste Mal, dass ich diese Bedingungen hatte und wir haben das danach, haben wir schwierige Bedingungen gehabt und das würde mich jetzt nicht mehr schocken. [...]
Dass ich nicht so wirklich angekommen bin oder gerade zu sehr in Gedanken bin. Und den hatte ich zwischendurch immer wieder. Man ist aber dann doch beschäftigt. Also das war eher auf den Marquesas der Fall und dann auch auf Tahiti. Und ich habe aber viel am Boot auch immer machen müssen, was vielleicht, wenn das Boot vorher getestet worden wäre, dann wäre es vorher aufgetreten, dann hätte ich es vielleicht nicht mehr gehabt. Das war jetzt gegen Ende der Reise, war das wirklich eher so, dass ich dann mehr Zeit hatte, um Land und Leute kennenzulernen. Der Stopp, den wir dann hatten auf Tonga, war schon sehr schön und sehr entspannend, und wir haben viel unternommen zusammen. Und der lange Stopp auf Fidschi hat wahnsinnig Spaß gemacht, da zu sein. [...]
Das Interview führte Timm Kruse.
Hinweis: Das vollständige Gespräch wird am Freitag, 20. März, im YACHT-Podcast zu hören sein.