Loro Piana GiragliaAufwärmregatta beendet – Langstrecke voraus

Sören Gehlhaus

 · 17.06.2026

Untiefen-Tonnenrundung aus der Perspektive einer Schildkröte.
Foto: Loro Piana/Studio Borlenghi
Vor dem Start des legendären Offshore-Rennens nach Genua segelten 145 Crews an vier Tagen vor Saint-Tropez um die Wette. Die Königsklasse der Loro Piana Giraglia dominierte Karel Komáreks Wallycento “V”, die sich den Gesamtsieg in Maxi A sicherte.

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Die 73. Auflage der Loro Piana Giraglia erreichte ihren Höhepunkt mit dem finalen Inshore-Renntag vor Saint-Tropez. Bei nordöstlichen Winden, die im Tagesverlauf auf zehn Knoten zulegten, absolvierte die Maxi-Flotte einen verkürzten Küstenkurs über zwölf Seemeilen. Der Start erfolgte in der Baie de Pampelonne, drei Seemeilen südöstlich zur Luv-Tonne, bevor es auf der Downwind-Strecke zurück in den Golfe de Saint-Tropez ging. Die Veranstaltung wird vom Yacht Club Italiano in Zusammenarbeit mit der Société Nautique de Saint-Tropez unter Leitung der Federazione Italiana Vela und der Fédération Française de Voile organisiert. Das Rennen markierte das dritte Event der Mediterranean Maxi Inshore Challenge der International Maxi Association. Die Mehrheit der Flotte nutzte die Dreher auf der rechten Kursseite nahe der Küste, bevor es mit langem Steuerbord-Schlag zum Fass ging. Bemerkenswerterweise führte Alessandro Del Bonos 82-Fußer “Capricorno” zeitweise vor den 100-Fuß-Formaten.

“Jethou” triumphierte bei Leichtwind

Die von Lizz Flowers gesteuerte 100-Fuß-Wally “Galateia” übernahm schließlich die Führung und kam als erste ins Ziel. Auf der Downwind-Strecke komprimierte sich das Feld jedoch deutlich. Beim Einlaufen in den Golfe de Saint-Tropez hatte sich Sir Peter Ogdens “Jethou” auf Position zwei vorgearbeitet und hielt die größeren, schnelleren Yachten erfolgreich in Schach. Nach IRC-Zeitkorrektur gewann “Jethou” das Rennen. „Für uns waren es perfekte Bedingungen – sechs bis zehn Knoten – um gegen die 100er zu segeln”, erklärte Marc Blees, der für Eigner Sir Peter Ogden am Steuer stand. Brad Butterworth habe in letzter Minute die Entscheidung getroffen, an der Boje zu starten. Der Dreher kam und “Jethou” hatte mehr Druck auf der ersten Kreuz. Die meisten anderen Boote kamen von rechts, aber “Jethou” kreuzte gut unter ihnen durch. Downwind rollten die 100er zwar über “Jethou”, doch das Team fand eine freie Bahn zur Küste nahe dem Club 55.

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“V” in Giraglia-Bestform

George Sakellaris' 72-Fuß-Yacht “Proteus” belegte den zweiten Platz nach IRC-Zeitkorrektur, “Capricorno” wurde Dritte. Früher hätten die Maxi-Grand-Prix-Boote (Ex-Maxi 72)die 100-Fußer bei Leichtwind regelrecht vernichtet, doch dies war das erste Mal in den vergangenen vier Tagen, dass sie die Oberhand behielten. Trotz eines enttäuschenden sechsten Platzes am Finaltag hatte ”V” genug Vorsprung, um die Klasse mit 16 Punkten zu gewinnen. “Jethou” folgte mit zwei Punkten Rückstand, “Galateia” komplettierte das Podium. „Wir haben es uns heute definitiv schwer gemacht", kommentierte Paul Wilcox, “V”-Taktiker, nachdem Ken Read zur Leitung von Karel Komáreks America's Cup Kampagne gewechselt war. Die 70-Fußer seien bei Leichtwind wendiger als die großen Boote. Der Start verlief nicht großartig, aber das Team erholte sich gut. “V” hat nun ihre letzten vier Regatten gewonnen und führt die ​Mediterranean Maxi Inshore Challenge der International Maxi Association mit 192,87 Punkten vor “Galateia” mit 139,18 und “Jethou” mit 124,19 Punkten an.

“Atalanta II” mit makelloser Serie

Die herausragende Leistung der Regatta kam von Carlo Puri Negris Farr/Felci 70 “Atalanta II”, die das heutige Rennen in der kleinen Maxi-Klasse gewann und hier ungeschlagen blieb. „Heute war das Rennen großartig”, kommentierte Tazio Puri Negri, viertältester von Carlos fünf Kindern. Das Team sei mit der Mentalität gestartet, keine Fehler zu machen, denn die einzige Möglichkeit zu verlieren, wäre eine Disqualifikation gewesen. Der Start am oberen Ende der Linie verlief sehr stark, vor “Cippa Lippa X”, dem Hauptkonkurrenten. “Atalanta II” match-racte sie die ganze Zeit. An der ersten Tonne kamen sie sehr nah an und hielten sie downwind hinter sich, wo “Cippa Lippa X” stärker sei. Puri Negri bestätigt, dass dies das beste Ergebnis für “Atalanta II” in ihrer jüngeren Geschichte sei, obwohl sie in ihren frühen Jahren ähnliche Resultate erzielte.

Giraglia-Gesamtwertungen der Gruppen

“Django WR” gewann die provisorische IRC 1 Inshore-Serie und komplettierte eine beeindruckende Woche mit zwei Rennsiegen und drei Top-Zwei-Ergebnissen. Jean Pierre Barjons TP52 “Spirit of Lorina” wurde nach einem starken Serien-Duell mit “Django” Zweite. Die Ker 46 “Lisa R” komplettierte das Podium mit einem starken finalen Rennergebnis. In ORC 1 gewann die Swan 45 “Thetis” die Inshore-Serie und beendete sie mit einem Sieg am letzten Tag. Roberto Bosios XR-41 “Crabx Aquarama Fraber” wurde nach einer konstant starken Serie mit zwei Rennsiegen Zweite. “L'Immens” komplettierte das Podium. In IRC 2 gewann “Flying Dolphin” die Inshore-Serie und beendete diese mit Siegen in den letzten zwei Wettfahrten. Die JPK 10.50 “Invictus” wurde Zweiter, Peter Lezhnins J/112 “Jedi” komplettierte das Podium. Michael Müllers J/111 “Pappes” belegte am Ende als beste deutsche Yacht Rang sieben.

J Boats setzten sich durch

In ORC 2 gewann “Fremito D'Arja” die Küstenrennen, punktgleich mit “Chestress”, aber vorne durch Countback nach dem Sieg im finalen Rennen. “Chestress” wurde nach einem ausgezeichneten Duell zwischen den beiden italienischen J/109 Zweite. Agudo Gonzales' Salona 37 “Salvora” belegte den untersten Podiumsplatz. Nach der letzten Wettfahrt fand die Preisverleihung im Loro Piana Giraglia Race Village statt, bei der die Klassensieger und Sonderpreisträger geehrt wurden. Preise verliehen Pierre Roinson, Präsident der Société Nautique de Saint-Tropez, Carlo Cameli, Präsident des Yacht Club Italiano, und Loro Piana Deputy Chairman Pier Luigi Loro Piana. Die Ville de Saint-Tropez Trophy wurde dem Gewinner von IRC 1 verliehen, der zahlreichsten Klasse in der Loro Piana Giraglia Inshore-Serie.

Saint-Tropez Trophy an “Django WR”

Mit einer großen und hochkompetitiven Flotte produzierte IRC 1 einen hervorragenden Wettstreit zwischen “Django WR” und der TP 52 “Spirit of Lorina”. Die “Django”-Crew gewann die Inshore-Serie, aber die italienisch-französische Rivalität wird im Offshore-Rennen nach Genua neu entfacht. „Saint-Tropez ist ein sehr spezieller Ort, ich denke, das ist der Grund, warum die Segler so gerne hierherkommen”, kommentierte SNST-Präsident Pierre Roinson.

Die Atmosphäre sei anders als in anderen Häfen, weil der Hafen innerhalb des Dorfes liege. Nach dem Rennen seien die Crews, Eigner und Segler sofort Teil von Saint-Tropez, mit den Restaurants, Bars, dem Dorf und dem Leben um sie herum. Das sei sehr wichtig. Die Giraglia habe eine lange Geschichte. Sie begann aus Freundschaft zwischen dem Yacht Club Italiano und den französischen Clubs. Am Anfang seien es vielleicht 20 oder 25 Boote gewesen, jetzt gebe es 145 Boote, das Rennen sei also sehr lebendig.

Schwierige Vorhersage für Hatz nach Genua

Seine Botschaft an die Segler sei einfach: Kommt nach Saint-Tropez, segelt hart, genießt diesen Ort, dann geht nach Genua über den Giraglia Rock. Dieses Rennen sei eine wichtige Verbindung zwischen Saint-Tropez und Genua sowie zwischen Frankreich und Italien und damit allen internationalen Seglern. Für das Offshore-Rennen hoffe er auf guten Wind. Die Vorhersage sehe schwierig aus, aber er hoffe, dass alle sicher und rechtzeitig zur Preisverleihung ankommen: “Bon vent à tous”.

Am 17. Juni startet das legendäre 241 Seemeilen Offshore-Rennen, das von Saint-Tropez über den Giraglia-Felsen nach Genua geht. Das erste Warnsignal ist für 11:55 Uhr angesetzt und markiert den Beginn eines der mediterranen Klassiker, wenn die Flotte den Golfe de Saint-Tropez verlässt und Kurs auf Korsika nimmt, bevor die finale Etappe nach Genua beginnt. Mit von der Partie werden dann auch die Aspiranten auf die Line Honours “Magic Carpet e” und “Arca SGR” sein.

Hier geht es zum Tracker.

Inshore-Ergebnisse Loro Piana Giraglia

IRC 0 Maxi A Gesamtwertung:

  • 1. V (Karel Komárek): 16 Punkte
  • 2. Jethou (Sir Peter Ogden): 18 Punkte
  • 3. Galateia (Chris Flowers/David Leuschen): 20 Punkte

IRC 0 Maxi B Gesamtwertung:

  • 1. Atalanta II (Carlo Puri Negri): 5 Punkte
  • 2. Cippa Lippa X (Guido Paolo Gamucci): 14 Punkte
  • 3. Wallyño (Benoît de Froidmont): 16 Punkte

IRC 1 Gesamtwertung:

  • 1. Django WR (Giovanni Lombardi Stronati)
  • 2. Spirit of Lorina (Jean Pierre Barjon)
  • 3. Lisa R (Giovanni Di Vincenzo)

IRC 2 Gesamtwertung:

  • 1. Flying Dolphin (Willem Ellemeet)
  • 2. Invictus (Nicolas Popp)
  • 3. Jedi (Peter Lezhnin)

ORC 1 Gesamtwertung:

  • 1. Thetis (Luca Locatelli)
  • 2. Crabx, Aquarama, Fraber (Roberto Bosio)
  • 3. L'Immens (Nicolas Gonzalez)

ORC 2 Gesamtwertung:

  • 1. Fremito D'Arja (Marcello De Gaspari): 9 Punkte
  • 2. Chestress (Leonardo Petti/Giorgio Anserini): 9 Punkte (Countback)
  • 3. Salvora (Agudo Gonzales)
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Sören Gehlhaus

Sören Gehlhaus

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV

Sören Gehlhaus wurde 1981 in Berlin geboren und besegelte auf Jollen die Unterhavel, in den Ferien den Ratzeburger See und die Ostsee auf „Dickschiffen“. Zeitgleich mit dem Beginn des Studiums in Lübeck trat 2001 das Kitesurfen auf den Plan, und die intensive Ausübung des neuen Sports sorgte für den beruflichen Schwenk zum Journalismus. Nach Volontariat beim b&d Verlag in Hamburg folgten viele Jahre der redaktionellen Arbeit für ein Kitesurf-Magazin und 2018 der Wechsel zu BOOTE EXCLUSIV.

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