“Nach dem Start wird es darum gehen, vorne dabei zu bleiben und sich für den aufkommenden Wind nach der Biskaya perfekt zu positionieren!”, so Lennart Burke im Gespräch mit der YACHT kurz vor dem Start. Die beiden Nachwuchs-Segler, gerade mit neuem Sponsor an Bord, dem deutschen Telemarketing-Spezialisten Sign for Com, bleiben für ihre zweite wichtige Regatta in ihrem ersten Class-40-Jahr aber bodenständig. “Auch wenn uns das gute Ergebnis im Normandy Channel Race natürlich total happy gemacht hat, bleiben wir auf dem Boden. Das Feld ist zwar kleiner als beim letzten Rennen, aber genauso hochklassig besetzt. Wir wollen ein gutes Rennen segeln, wo wir dann landen, werden wir sehen”, so Melwin Fink.
Beide hoffen, dass sie bis zum Erreichen des ersten kräftigeren Windes nach der Biskaya mit ihrer Class 40 vorn mit dabei sind, denn danach folgt “ein reines Speed-Rennen downwind bis Horta”, so Burke. Zuletzt waren sie da schnell unterwegs, auch wenn der Kurs nicht ganz den absoluten Sweet-Spot ihrer Pogo S 4 trifft. “Beim letzten Rennen waren wir downwind VMG mit die Schnellsten im Feld, also so ab 130 Grad Windeinfallswinkel. Jetzt wird es wohl etwas spitzer werden, da muss man dann mal sehen, wie schnell wir im Vergleich zur Konkurrenz sind. Aber vorher kann man viel falsch machen, da müssen wir auf der Hut sein.”
Nach dem Start des Les-Sables-Horta-Rennens scheint das gut zu klappen, die beiden Deutschen liegen auf Platz drei, zeitweise sogar auf zwei, nachdem sie sich anfangs ganz im Norden des Feldes positionierten.
Noch vor dem Start verrieten die beiden, dass Fans sie dieses Jahr sogar in Deutschland zu sehen bekommen. “Nach dem Fastnet Race im Juli bringen wir das Boot nach Fehmarn, dort geht es in die Werft für einen Refit, damit für das Transat Jacques Vabre im Herbst alles perfekt vorbereitet ist.” Das Boot wird dann auch offiziell zusammen mit dem neuen Sponsor getauft. Fans des Duos können selbstverständlich dabei sein.
Doch jetzt heißt es erst mal Ruhe bewahren im Leichtwind-Poker nach dem Start in der Biskaya. Die knapp 300 Meilen zum Kap Finisterre gilt es, den Kontakt zur Spitze zu halten, denn es ist kein Geheimnis, dass der Erste, der den Wind erreicht, mit ihm auf und davon fahren kann, wenn es gelingt, eine Stunde oder gar mehr zwischen sich und die Verfolger zu bringen. Bei dem Speed-Potenzial der Boote kann eine Stunde schon schnell zehn Meilen und mehr Vorsprung bedeuten. Da das sportliche Level in der Class 40 sehr hoch ist, ist so ein Vorsprung später nur durch höheren Bootsspeed schwer aufzuholen.
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