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Les Sables–Azoren–Les Sables: Speed-Rekord bei den Minis, Nachzügler im Flautenloch

Les Sables–Azoren–Les Sables: Speed-Rekord bei den Minis, Nachzügler im FlautenlochFoto: Vincent Olivaud/SAS

Zwei Protos sind im Ziel der ersten Etappe beim Klassiker von Les Sables–Azoren–Les Sables. Der Rest befindet sich kurz vor dem Ziel im Flautenkampf

Jacques Delcroix überquerte heute Nacht um halb zwei als Zweiter die Ziellinie der ersten Etappe. Der Skipper von "Actual" benötigte 9 Tage, 12 Stunden, 11 Minuten und 35 Sekunden. Um den dritten Platz auf dem Podest streitet sich aktuell das französische Trio Anne-Gaël Gourdin, Arnaud Rambaud und Laure Galley.

Zuvor hatte bereits am Donnerstag um 5:01 Uhr Pierre Le Roy nach 8 Tagen und 15 Stunden auf See die 1.270 Meilen der ersten Etappe der 9. Ausgabe der Les Sables–Azoren–Les Sables zurückgelegt. Der amtierende Sieger des Mini-Transat in der Proto-Klasse konnte die Strecke mit mehr als 70 Meilen Vorsprung wenig überraschend für sich entscheiden.

  In Feierlaune: Favorit Pierre Le Roy nach seinem Sieg und Rekord bei der Ankunft in HortaFoto: Vincent Olivaud/SAS
In Feierlaune: Favorit Pierre Le Roy nach seinem Sieg und Rekord bei der Ankunft in Horta

Er hatte das Rennen von Anfang bis Ende an der Spitze gesegelt und nebenbei den Rekord für die an einem Tag zurückgelegte Strecke an Bord eines Mini 6.50 gebrochen. "Ich bin eindeutig sehr zufrieden mit der Gesamtwertung. Ich werde jetzt auf jeden Fall die zweite Etappe gewinnen wollen", zeigte sich der Franzose nach seiner Ankunft hoch motiviert: "Ich werde nicht mit angezogener Handbremse fahren!"

Während er vor vier Tagen diesen Rekord, der zwölf Jahre Bestand hatte, mit 308 gesegelten Meilen binnen 24 Stunden brechen konnte, sind es aktuell eher Rekorde für Langsamkeit, die die ein oder anderen aufstellen.

  Das Feld nach dem Start: 60 in der Serienklasse und zwölf Prototypen waren dabeiFoto: Olivier Blanchet/SAS 2022
Das Feld nach dem Start: 60 in der Serienklasse und zwölf Prototypen waren dabei

Besonders im vorderen Drittel geht es in beiden Feldern besonders knapp, aber vor allem extrem schleppend zu – manch einer ist derzeit sogar mit weniger als einem Knoten unterwegs.

Schon gestern war das auch die Befürchtung von Christian Dumard, dem Meteorologen des Rennens: "Die Spitzengruppe sollte trotz der Abwinde von den Inseln bis zum Ziel Wind haben. Diejenigen, die morgen Mittag (heute) noch auf See sind, werden hingegen ein schwieriges Ende des Rennens erleben."

Es werde aufgrund eines Hochdruckgebietes erneut relativ wenig Wind geben, vermutet er und erwartet die letzten Teilnehmer daher erst in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Horta.

  Lisa Berger vom Attersee: Aktuell rangiert sie im Mittelfeld in der Serien-KlasseFoto: Olivier Blanchet/SAS 2022
Lisa Berger vom Attersee: Aktuell rangiert sie im Mittelfeld in der Serien-Klasse

Das Feld ist daher eng zusammengerückt, und der Schweizer Felix Oberle hat sich auf Platz 13 bei den 60 Minis in der Serien-Wertung vorgearbeitet. Lisa Berger aus Österreich liegt mit ihrem Maxi "Mojo" aktuell auf Position 39. Beim diesjährigen Mini-Fastnet ersegelte sich die 32-Jährige vor Kurzem gemeinsam mit dem deutschen Miniisten Axel Solbach Platz fünf im stark besetzten Teilnehmerfeld.

Während zwei Teilnehmer bereits ausgeschieden sind, entwickelt sich unterdessen ein spannender Kampf in der Spitzengruppe der Serienboote. Hier ist es Jean Marre, der die Führung vor Hugues De Premare und Léo Bothorel zurückerobert hat.

Wann die Teilnehmer tatsächlich das Ziel auf den Azoren erreichen, bleibt unklar. Eigentlich sollte schon am nächsten Mittwoch der Startschuss zur zweiten Etappe erfolgen, doch selbst das scheint aufgrund der notwendigen Regenerationszeit für die Segler aktuell in Gefahr zu sein.

Mitverfolgt werden kann das Rennen und die baldige Zielankunft hier über den Trackinglink (bitte anklicken!)

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