Les Sables–Azoren–Les SablesDie Miniisten sind los!: Horta ist das Etappenziel: Lisa Berger für Österreich dabei

Tatjana Pokorny

 · 21.07.2022

Les Sables–Azoren–Les Sables: Die Miniisten sind los!: Horta ist das Etappenziel: Lisa Berger für Österreich dabeiFoto: Vincent Olivaud

Der Startschuss fiel am 19. Juli: Ein Dutzend Protos und 60 Serienboote segeln bei der 9. Edition des Mini-Klassikers auf Kurs Azoren

Die Minis sind in dieser Woche in ihren Klassiker Les Sables–Azoren–Les Sables gestartet. Insgesamt folgten 72 Solosegler dem Ruf des Zweiteilers: Zwölf in der Proto- und 60 in der Serienwertung. Das Szenario ist typisch: Bei Kap Finisterre teilt sich am dritten Tag auf See das Feld auf dem Weg zur nordwestlichen Spitze Spaniens. Angetrieben wird die Flotte dabei seit Mittwoch von nordwestlichen Winden um 15 bis 20 Knoten.

  Der Favorit und Proto-Spitzenreiter Pierre Le Roy auf seinem Raison-Design "Teamwork" von 2021Foto: Vincent Olivaud
Der Favorit und Proto-Spitzenreiter Pierre Le Roy auf seinem Raison-Design "Teamwork" von 2021
  Der Kurs, den die Miniisten einmal von Les Sables-d'Olonne nach Horta auf den Azoren und wieder zurück in zwei Etappen absolvierenFoto: Les Sables – Les Açores – Les Sables
Der Kurs, den die Miniisten einmal von Les Sables-d'Olonne nach Horta auf den Azoren und wieder zurück in zwei Etappen absolvieren

Am Vormittag des dritten Tages auf See begannen die Routenwahlen erwartungsgemäß zu divergieren. Einige Akteure, darunter auch Proto-Spitzenreiter Pierre Le Roy auf "Teamwork", entschieden sich für den Südkurs, um zwischen der Küste und dem Verkehrstrennungsgebiet von Kap Finisterre hindurchzukommen. Andere, wie der zunächst auf Platz zwei liegende Jacques Delcroix ("Actual") und der Großteil des Feldes, bevorzugten den Außenkurs.

  Im Vordergrund segelt Hugo De Premare seinen Maxi "Technip Energies –International". Der Franzose hatte am Donnerstagmittag nur wenige Seemeilen Rückstand auf die Serienboot-Spitzenreiterin Julie Simon. Im Hintergrund ist hier Lisa Bergers Maxi "Mojo" mit blauem Großsegel in der Startphase zu sehenFoto: Vincent Olivaud
Im Vordergrund segelt Hugo De Premare seinen Maxi "Technip Energies –International". Der Franzose hatte am Donnerstagmittag nur wenige Seemeilen Rückstand auf die Serienboot-Spitzenreiterin Julie Simon. Im Hintergrund ist hier Lisa Bergers Maxi "Mojo" mit blauem Großsegel in der Startphase zu sehen

"Diejenigen, die innen fahren, haben mit bis zu 35 Knoten Wind zu rechnen. Für sie wird der Druck schnell zunehmen. Die anderen werden etwas weniger Wind, aber auch etwas weniger Seegang haben. Für sie wird es weniger lang hart sein", sagte Christian Dumard, der Wetterberater des Rennens. Sicher erscheint, dass alle in den kommenden 48 Stunden mit Geschwindigkeiten zwischen acht und 14 Knoten weiterfahren.

  Insgesamt 72 Minis starteten in die 9. Edition des Les Sables-Azoren-Les Sables-RennensFoto: Vincent Olivaud
Insgesamt 72 Minis starteten in die 9. Edition des Les Sables-Azoren-Les Sables-Rennens

Für die Miniisten wird es in den nächsten zwei Tagen nicht nur darum gehen, sorgfältig und möglichst gewinnbringend zwischen Geschwindigkeit und Sicherheit abzuwägen. Sie müssen auch eine strategische Entscheidung treffen, um eine nach Süden sackende Hochdruckachse bestmöglich zu durchfahren, die ihnen am Samstag den Weg versperren könnte. Während die Kap-Finisterre-Passage die Flotte eher spalten wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass viele Boote gegen Ende der Woche wieder dichter zusammenrücken. Gleichzeitig sind erfolgreiche Ausbrüche denkbar. Eines ist sicher: Es wird spannend, und die Segler werden in diesen Tagen viel Zeit am Kartentisch verbringen! Hier geht es zum Live-Tracker (bitte anklicken!).

  Hier ist im Vordergrund Piers Copham mit seinem Betrand-Design von 2008 zu sehen. Seine "Voiles des Anges" (dt.: Engelsflügel) lag am Donnerstag im Protofeld auf dem elften und vorletzten Platz. Will er weiter vorrücken, sind ein paar stärkere "Flügelschläge" gefordertFoto: Vincent Olivaud
Hier ist im Vordergrund Piers Copham mit seinem Betrand-Design von 2008 zu sehen. Seine "Voiles des Anges" (dt.: Engelsflügel) lag am Donnerstag im Protofeld auf dem elften und vorletzten Platz. Will er weiter vorrücken, sind ein paar stärkere "Flügelschläge" gefordert

Gefordert ist auch Lisa Berger. Die sympathische junge Österreicherin vom Segelclub Attersee lag mit ihrem Mini 980 "Mojo" am Donnerstag bei nur 40 Seemeilen Rückstand auf Spitzenreiterin Julie Simon ("Dynamips") auf Platz 43 in der Serienbootwertung und war eher auf der "Außenbahn" unterwegs. Zu dem Zeitpunkt hatte das Feld erst knapp ein Viertel der 1.270 Seemeilen langen ersten Etappe von Les Sables nach Horta absolviert. Aufgeben musste inzwischen Fabrice Sorin, der auf seinem Maxi "Cartoffset" elektronische Probleme hatte. Mit dem Vierten der vergangenen Auflage hat das Rennen einen Podiumsplatz-Kandidaten verloren. Sorin wird voraussichtlich Lorient anlaufen, wo am Dienstag Boris Herrmanns Team die neue Imoca "Malizia – Seaexplorer" erstmals zu Wasser ließ und feierte.

  Lisa Bergers "Mojo" mit der Bugnummer 980. Das Bild stammt noch vom zuvor absolvierten Mini FastnetFoto: Manon Le Guen/Mini Fastnet 2022
Lisa Bergers "Mojo" mit der Bugnummer 980. Das Bild stammt noch vom zuvor absolvierten Mini Fastnet
  Die Österreicherin Lisa Berger hat die Teilnahme am Mini-Transat 2023 im VisierFoto: Team Lisa Berger
Die Österreicherin Lisa Berger hat die Teilnahme am Mini-Transat 2023 im Visier

Meistgelesene Artikel