Kieler-WocheDie Entscheidung auf der Seebahn

Lars Bolle

 · 23.06.2010

Kieler-Woche: Die Entscheidung auf der SeebahnFoto: Kieler Woche/CBeeck

„Audi“, „Hochwürden“ und „Chinook“ sind Deutsche Meister

Bei der Deutschen Meisterschaft der Seesegler in der Kategorie Inshore im Rahmen der Kieler Woche waren in zwei der drei Klassen neue Projekte erfolgreich. Außerdem stehen die Sieger bei den Einheitsklassen fest.

Nur die „Chinook" gehörte bei den kleinen ORCi-3-Schiffen zu den Favoriten und bestätigte diese Stellung mit einer starken Serie. Erfahrung bringt die „Chinook"-Crew reichlich zusammen. „Wir feiern wohl bald zusammen Silberhochzeit", erklärte Crew-Mitglied Dirk Johannsen, der sich nach dem Offshore-Titel im vergangenen Jahr nun auch über die deutsche Inshore-Meisterschaft freuen durfte. „Wir haben vorher noch ein wenig an der Segelgarderobe gearbeitet und uns eine tiefer geschnittene Genua zugelegt, damit wir mit mehr Speed durch die Welle kommen, das hat sehr gut funktioniert", sagte Meinhard Schmidt. Nun will die Flensburger Crew auf der X-332 um Eigner Johann Friedrichsen auch zur WM im September auf ihrem Heimatrevier ein Wörtchen bei der Medaillen-Vergabe mitreden. „Unsere Revier-Kenntnisse sind dabei sicherlich von Vorteil", so Johannsen.

  "Hochwürden" ist Deutscher Meister. Mit einer neu zusammengestellten Crew gewann die Dehler 35 die Seesegel-IDMFoto: Kieler Woche/OKpress
"Hochwürden" ist Deutscher Meister. Mit einer neu zusammengestellten Crew gewann die Dehler 35 die Seesegel-IDM

Die WM stand für die „Hochwürden"-Crew um Skipper Philipp Rotermund (Flensburg) noch gar nicht auf dem Plan, denn das Projekt mit der Dehler 35 RS war sehr spontan aufgebaut worden. Das Schiff wurde von der Werft erstmals bei der Offshore-Meisterschaft vor Helgoland eingesetzt und nun mit der neuen Crew bestückt. „Wir wissen noch nicht, wie es weitergeht, müssen das jetzt erst einmal sacken lassen. Aber die WM ist eine spannende Sache", sagte Rotermund. Zunächst einmal geht das Schiff aber nach Schweden und wird dort mit einer schwedischen Crew Gotland-Rund segeln. Für Crew-Mitglied Stefan Matschuck war der deutsche Titelgewinn einfach nur überwältigend: „Wir haben uns in kürzester Zeit finden müssen und haben funktioniert wie eine gute Turniermannschaft." Den Trimm hat das Team während der Meisterschaftstage ständig verändert, in der Taktik aber auf eine einfache Variante gesetzt: „Wir haben versucht, möglichst wenig Wenden zu fahren, auch wenn der Wind mal weg blieb oder drehte. Am Ende hat sich das ausgezahlt", so Matschuck.

  Die "Audi A1 Team" (Audi/Kröger) gewann die Deutsche Meisterschaft im Seesegeln, ORC 1Foto: Kieler Woche/OKPress
Die "Audi A1 Team" (Audi/Kröger) gewann die Deutsche Meisterschaft im Seesegeln, ORC 1

“Großartig, phantastisch!" beschrieb Audi-Skipper Tim Kröger (Hamburg) seine Gefühlslage. „Vor allem, dass das mit dem neuen Konzept geklappt hat, ist super." Denn sechs Profis standen neun Amateuren gegenüber, die sich auf der TP52 laut dem Projekt „a dream comes true" mit dem Titelgewinn wahrlich einen Traum erfüllten. „Unsere Gäste waren aber nicht völlig segelunerfahren, und wir haben ihnen gleich gesagt, dass wir hier keine Kaffeefahrt machen", erklärte der Segelprofi, der in seiner Karriere schon viele Titel, aber noch keine Deutsche Meisterschaft gewonnen hat. „Wir wissen noch nicht, wie das Projekt weitergeht. Aber was gibt es schöneres für einen Sponsor wie Audi, wenn die Idee gleich so aufgeht", sagte Kröger. Auch für die Olympia-Vierte von 2008 in der Yngling, Ulrike Schümann (Berlin), übertraf der Titelkampf alle Erwartungen. Sie war als Taktikerin eingesetzt, musste sich zunächst mit der Navigation anfreunden, fand sich dann aber auf den kurzen Kursen bestens zurecht: „Die Lernkurve ging steil nach oben, aber dass es gleich mit dem Titelgewinn enden würde, ist natürlich ein tolles Erlebnis", sagte Schümann, die ihre Olympia-Karriere in diesem Frühjahr an den Nagel gehängt hat. „Nach meiner ersten Rente musste ich mich ja neu orientieren, und das hier hat wirklich viel Spaß gemacht."

Ergebnisse Kiel Cup/IDM Seesegeln — Inshore
ORC I (6): 1. Audi A1 Team (Tim Kröger) NRV/RVE 3,[OCS],1,4,5,1,14; 2. Silva Hispaniola (Peter Schmidt) FSC 2,4,5,3,[7],3,17; 3. Transit-Express (Nils Springer) SVA 5,6,[10],1,1,5,18; 4. Veolia (Torsten Bastiansen) FYC 4,[7],6,7,2,2,21; 5. Beluga Sailing Team (Christian Plump) KYC/NRV/SK [6],2,4,5,6,4,21; 6. Topas (Harald Brüning) KYC 7,1,3,6,[13],7,24;
ORC II (7):
1. Hochwürden (Philipp Rotermund) RVE 1,2,1,1,1,[4],2,8; 2. Hansen (Michael Mollmann) RDY 2,[18],4,4,4,2,5,21; 3. Varuna X press (Kai Haupthoff) SCE [16],7,3,3,5,5,1,24; 4. BM-Yachting (Peter Beck Mikkelsen) SYC 5,6,6,2,2,[7],6,27; 5. Hoppetosse (Jörg Hiller) SYC 3,4,8,5,3,[BFD],4,27; 6. patent 3 (Jens Tschentscher) NRV/LYC/SK 7,3,2,8,7,6,[9],33;
ORC III/IV (6):
1.Chinook (Johann Friedrichsen) FYC 2,1,1,2,[3],1,7; 2. Cala Ventinove (Uwe Wenzel) WSVA [4],3,3,1,1,2,10; 3. Froschkönig (Detlef Amlong) SVFrO 3,2,4,5,2,[6],16; 4. Sisqua (Armin Balser) SCN04 1,6,5,[8],7,4,23; 5. Passion X (Dr. Andreas Wulfes) WVH/WSCG 5,[11],2,7,6,5,25; 6. Caelestia (Olaf Höhn) HoYC 7,[10],7,3,5,3,25;

Einheitsklassen
Streamline (12): 1. Andreas Beckmann / Moritz Klussmann / Wolfgang Pollex (Lübeck) 1,2,1,(5),2,4,2,2,2,4,4,2,26; 2. Axel Mertens / Adrian Mertens / Carsten Fischer (Berlin) 1,1,(19),6,3,1,1,5,3,2,6,8,37; 3. Sven Rüggesiek / Konstantin Gänge / Fridolin Oelmüller (Berlin) 4,4,2,1,5,2,5,(8),1,5,2,6,37; 4. Hans Feil / Michael Seifarth / Hanns Christof Schwankner (Siegsdorf) 5,5,5,(19),4,6,3,3,4,6,10,10,61; 5. Tom Gross / Jonatan Ameln / Magnus Castenfors (SWE) 6,6,4,4,11,8,7,7,6,(12),16,12,87; 6. Moritz Bohnenberger / Michael Tarabochia / Andreas Linder (Aystetten) 3,(19),7,3,7,10,11,13,10,8,14,4,90;
X99 (12): 1. Christian Soyka / Zino Soyka / Sören Petersen / Martin Lewin / Martin Großkopf / Peter Bolvig (Hohenlockstedt) (4),2,2,2,1,2,1,2,2,2,1,3,20; 2. Jan-Hendrik Franzen / Tim Witt / Martin Witt / Nele-Marie Bock / Malte Franzen / Nils Franzen (Hamburg) 5,2,2,4,4,(9),6,5,3,5,2,1,39; 3. Michael Schulz / Katharina Kamm / Gerd Klostermann / Robert Jatkowski / Anika Kruck / Christian Schulz (Bremerhaven) 2,3,1,1,2,1,(13),11,6,3,8,4,42; 4. Martin Christiansen / Conrad Runne / Torsten Writh / Ullrich Tesch / Andreas Hengstmann / Henrike Rolf (Seevetal) 7,(13),4,3,3,4,2,1,1,4,6,8,43; 5. Kim Koch Fogde / Claes Bohn-Villesen / Kristian Schaldemose / Christian Carlsen / Wulff Erik / Tonny Povlsen (DEN) 1,1,3,6,5,3,7,(12),4,1,5,9,45; 6. Ulrich Martens / Carlo Schreiber / Marco Schönwitz / Frauke Windolph / Alexander Bartelt / Dan Bauermeister (Grevesmühlen) (10),7,7,9,8,5,5,4,5,8,4,2,64;
Melges 24 (12): 1. Andrea Racchelli / x / x / Massimiliano Ferrari / Alberto Verna / Gaudenzio Bonini (ITA) 3,2,1,1,1,1,1,5,(5),1,1,1,18; 2. Oliver Schwall / x / May Brit Boy / Tim Krug / Torsten Martens / Arne Hopmann (Hamburg) 1,1,2,3,6,8,2,3,4,(9),7,6,43; 3. Kamil Kotek / x / Adam Zdenek / Libor Hosek / Jan Kuchar / Michal Kotek (CZE) 5,7,5,5,3,2,3,11,11,2,6,(12),60; 4. Guenter Tzeschlock / x / Anna Werr / Robert Nest / Martin Ritsche / Regina Tzeschlock (Eigeltingen) 12,8,3,7,2,5,5,2,14,4,(14),2,64; 5. Henrik Hellman / Cris de Koning / Johanna de Leeuw / Pieter De Boer / Patrik Heinrichs / Gideon Mastenbroek (NED) 16,10,6,8,4,10,4,1,(19),6,5,3,73; 6. Sven Christian Koch / x / x / Markus Scheel / Robin Günzel / Arne Horn (Flensburg) 4,5,(23),10,7,14,14,10,6,3,3,4,80;
CB 66 (12): 1. Tomas Skålén / x / Sven Larsson (SWE) (8),7,5,4,2,3,2,3,1,3,1,2,33; 2. Niklas Stenum / x / Markus Wallentin / Janne Drotz (SWE) 2,2,2,1,(8),7,5,1,4,4,3,7,38; 3. Johannes Lind-Widestam / x / x / Jonas Kjellberg (SWE) (12),9,8,5,1,1,1,5,3,7,4,4,48; 4. Eigil Moelgaard / x / x / Rasmus Knude (DEN) 3,18,(18),3,6,5,3,2,2,1,11,3,57; 5. Mikkel West-Nørager / Mikkel West-Nørager / Jesper Arentoft / Christina Refn (DEN) 9,6,(18),7,7,6,4,4,5,6,5,5,64; 6. Peter Warrer / Mikkel Kidmose / Jonas Warrer (DEN) 1,(18),1,2,10,2,9,12,7,5,8,9,66;
J80 (12): 1. Martin Menzner / x / Frank Lichte / Carsten Hopp / Volker Breust (Stein) 2,1,(11),4,1,4,1,1,1,5,1,3,24; 2. Nils Heyde / Jan-Eike Adresen / Dirk Jahnke / Lukas Heyde (Laboe) (11),6,1,1,3,1,3,2,2,1,5,4,29; 3. Karsten Thode / x / Michael Juettner / Joerg Ueberlaender / Stefan Lukoschek (Heikendorf) 1,2,3,(9),4,5,8,5,6,2,2,2,40; 4. Jürgen Waldheim / Thomas Jung / Dirk Wilke / Alfred Möckel / Lars Baumgürtel (Berlin) 7,4,(8),7,2,2,2,6,3,4,6,7,50; 5. Andreas Rose / x / Rüdiger Lörch / Verena Schlubach / Oliver Krist (Olpe) 5,7,7,5,5,(8),5,3,4,6,4,1,52; 6. Christoph Rühr / Dennis Kirchner / Frank Rühr / Karin Rühr / Friederike Rühr (Rellingen) 3,5,2,6,(9),6,7,7,7,3,3,8,57;
Albin Express (12): 1. Søren Juel / Henrik Larsen / Carsten Hansen (DEN) 1,1,1,1,3,6,4,1,1,(8),6,2,27; 2. Morten Arndal / Dennis Petersen / Kristine Schultz (DEN) 2,2,4,(6),2,2,1,3,3,1,2,32,54; 3. Kim Lago Nørgaard / Steen Madsen / Morten Buhl (DEN) 5,4,2,(12),1,4,9,4,11,3,10,4,57; 4. Markus Neitzel / Leon Oertel / Oline Grossmann (Kleinmachnow) 4,3,7,5,8,1,8,(11),4,6,4,16,66; 5. Kai Plassmeier / x / x (Hamburg) 8,8,10,2,9,(10),3,2,9,2,8,6,67; 6. Andreas Pinnow / Kyra Heller / Frieder Neu (Kiel) 3,6,6,8,10,7,2,5,5,(10),12,14,78

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