Jules Verne TrophyHistorischer Triumph – ”Sodebo” knackt den Rekord

Tatjana Pokorny

 · 25.01.2026

Das Plakat zum Triumph: Thomas Coville und seine Crew holen die Jules Verne Trophy in neuer Bestzeit für ihre schnellste Nonstop-Weltumseglung einer Crew.
Foto: Team Sodebo Voile
Neun Jahre hat die Segelwelt auf diesen Moment gewartet: Thomas Coville und die “Sodebo”-Crew haben den Rekord für die schnellste Nonstop-Weltumseglung einer Crew geknackt und die Jules Verne Trophy geholt. Halb Frankreich feiert mit den “Sodeboys” und ihrem Team.

30 Versuche, 14 Zieldurchgänge, neun Rekorde – das war die Statistik vor dem jüngsten Rekordversuch von Thomas Coville, Benjamin Schwartz, Frédéric Denis, Pierre Leboucher, Léonard Legrand, Guillaume Pirouelle und Nicolas Troussel. Jetzt ist die gut 35-jährige Geschichte der Jules Verne Trophy um einen erfolgreichen Zieldurchgang und einen imposanten Rekord reicher.

Jules Verne Trophy: in 40 Tagen um die Welt

Aufgebrochen am 15. Dezember um 21.01 Uhr, haben die Franzosen die Start- und Ziellinie an diesem Sonntagmorgen um 7.46 Uhr passiert. Für ihre Nonstop-Jagd um die Welt haben sie mit “Sodebo Ultim 3” 40 Tage, 10 Stunden, 45 Minuten und 50 Sekunden gebraucht. Sie tragen sich als zehnte Crew in die so kurze wie prominente Liste jener Weltumsegler ein, die Hand an die Jules Verne Trophy legen durften:

  • 1993/1994: Bruno Peyron und Crew (5) auf “Commodore Explorer” (Frankreich); 79 Tage, 6 Stunden, 15 Minuten, 56 Sekunden
  • 1994/1995: Robin Knox-Johnston/Peter Blake und Crew (8) auf “Enza New Zealand” (Großbritannien/Neuseeland); 74 Tage, 22 Stunden, 17 Minuten, 22 Sekunden
  • 1997: Olivier de Kersauson und Crew (7) auf “Sport Elec” (Frankreich); 71 Tage, 14 Stunden, 22 Minuten, 8 Sekunden
  • 2002: Bruno Peyron und Crew (13) auf “Orange” (Frankreich); 64 Tage, 8 Stunden, 37 Minuten, 24 Sekunden.
  • 2004: Olivier de Kersauson und Crew (13) auf “Geronimo” (Frankreich); 63 Tage, 13 Stunden, 59 Minuten, 46 Sekunden
  • 2005: Bruno Peyron und Crew (14) auf “Orange II” (Frankreich); 50 Tage, 16 Stunden, 20 Minuten, 4 Sekunden
  • 2010: Franck Cammas und Crew (10) auf “Groupama 3” (Frankreich); 48 Tage, 7 Stunden, 44 Minuten, 52 Sekunden
  • 2012: Loïck Peyron und Crew (14) auf “Banque Populaire V” (Frankreich); 45 Tage, 13 Stunden, 42 Minuten, 53 Sekunden
  • 2017: Francis Joyon und Crew (6) auf “Idec Sport” (Frankreich); 40 Tage, 23 Stunden, 30 Minuten, 30 Sekunden
  • 2026: Thomas Coville und Crew (7) auf “Sodebo Ultim 3” (Frankreich); 40 Tage, 10 Stunden, 45 Minuten, 50 Sekunden

Historischer Erfolg für Team Sodebo

Alle Rekorde im Kampf um die Jules Verne Trophy wurden auf Mehrrümpfern ersegelt. Begonnen hatte der bislang bis auf eine Ausnahme von Franzosen dominierte Wettbewerb mit dem Traum von einer Weltumseglung in 80 Tagen um die Welt – daher Romanautor Jules Verne (”In 80 Tagen um die Welt”) als Namensgeber.

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Die erste 1994er-Rekordzeit von Bruno Peyron und seiner Crew (79 Tage, 6 Stunden, 15 Minuten und 56 Sekunden) konnte inzwischen fast halbiert werden. Als einzige Nicht-Franzosen hatten 1994/1995 Robin Knox-Johnston und Sir Peter Blake mit ihrer Crew auf “Enza New Zealand” in diese Domäne des französischen Offshore-Sports einbrechen können.

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Die neun Jahre währende Rekordzeit, die Francis Joyon und seine Crew am 26. Januar 2017 aufgestellt und an der sich so viele die Zähne ausgebissen hatten, unterboten Thomas Coville und Team Sodebo an diesem 25. Januar um 12 Stunden, 44 Minuten und 40 Sekunden. Für die neuen Jules-Verne-Rekordhalter waren aller guten Ding vier: Die “Sodeboys” segelten im vierten Anlauf seit 2020 zum historischen Triumph.

Erste Bestzeit der Jules-Verne-Trophy fast halbiert

​Den ersten Jules-Verne-Rekord, den 1993/1994 Bruno Peyron und seiner Crew auf «Commodore Explorer» aufgestellt hatten, haben Coville und Co. jetzt fast halbiert. Das Fundament dafür hatten sie in einem sehr guten Wind- und Wetterfenster im Atlantik schon zum Auftakt dieser jüngsten Nonstop-Weltumseglung gelegt. Mit 1200 Seemeilen Vorsprung auf die bestehende “Idec Sport”-Bestmarke hatten sie das Kap der Guten Hoffnung passiert.

Es folgte ein schwieriger Indischer Ozean, so dass der Vorsprung von “Sodebo Ultim 3” bei Kap Leeuwin bis auf 200 Seemeilen zusammengeschmolzen war. Südlich von Neuseeland dann waren Coville und Co. phasenweise sogar hinter die Rekordzeit von “Idec Sport” zurückgefallen. Doch im Pazifik gelang das Comeback. Mit Geschwindigkeiten jenseits von 35 Knoten war der 32 Meter lange VPLP-Ultim-Trimaran teilweise rasend schnell unterwegs. Bei Kap Hoorn hatten sie elf Stunden Vorsprung vor “Idec Sport” bei deren Traumlauf vor neun Jahren.

Im atlantischen Schlussspurt hatte “Sodebo Ultim 3” den Äquator am 19. Januar passiert. Im Sturmfinale hatten die sieben Segler des insgesamt 40-köpfigen Teams Sodebo Voile noch einmal brutale Bedingungen zu meistern, die an das Sturmfinale von “Enza New Zealand” 1995 erinnerten, die damals Ketten und Trossen hinter sich herschleppte, um heil ins Ziel zu kommen.

Im Sturmfinale zur Jules Verne Trophy

Schon an Vorabend ihrer Triumphfahrt waren Thomas Coville und seine Crew von einer Falcon 50-Crew der französischen Marine Nationale aus der Luft begrüßt worden. Dabei hatte Thomas Coville seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, “dass wir in einem Stück ins Ziel kommen”. Das ist nun gelungen. Thomas Coville und seine Crew wurden noch am Vormittag zum Jubelempfang am Quai Malbert in Brest erwartet. Die geplante Live-Übertragung soll nach Angaben des Teams gegen 11 Uhr beginnen. Der Rekord muss noch vom World Sailing Speed Record Council (WSSRC) ratifiziert werden.

Bei der Live-Übertragung vom Zieldurchgang fielen die Bilder von Bord teilweise aus. Die Kommentatoren machten das Beste daraus. Die Fans an Land feierten ihre Helden trotzdem stürmisch:

Der klassische Empfang für Frankreichs Segelhelden: Die Marine Nationale hatte Thomas Coville und seine Crew bereits am Vorabend des triumphalen Zieldurchgangs begrüßt. Dazu Bilder vom stürmischen Biskaya-Ritt der neuen Rekordhalterin “Sodebo Ultim 3”:

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