Gute Nachrichten aus Portugal: Jens Kroker hat bei den World Sailing Inclusion Championships in Portimão den zweiten Platz in der Ein-Personen-Wertung der Hansa 303 belegt. In der Bootsklasse wird sowohl ein- als auch zweihändig gesegelt.
Kroker lag im Verlauf der Regatta an der Spitze. Vor dem letzten Wettkampftag trennten ihn nur zwei Punkte vom Polen Piotr Cichocki. Im Finale setzte sich Cichocki schließlich durch und wurde Weltmeister. Kroker gewann Silber, Portugals João Pinto Bronze. Das Ergebnis ist Krokers bislang bestes bei einer WM in der Hansa 303. WM-Bronze holte er 2025 in Australien.
Für Kroker sendet die Silbermedaille auch innerhalb Deutschlands ein Signal: Sie zeige, „dass wir als Nation nach wie vor sehr gute Medaillenchancen haben und damit förderungswürdig sind“.
Laut World Sailing waren für die Wettkämpfe vom 5. bis 10. Oktober 222 Seglerinnen und Segler aus 40 Nationen gemeldet – eine Rekordbeteiligung. Medaillen wurden in neun Wettbewerben vergeben. Die Bedingungen reichten im Verlauf der Woche von starkem Wind und anspruchsvollem Seegang bis zu leichteren, taktisch geprägten Rennen.
Krokers Erfolg kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt: Der Segelsport hofft, bei den Paralympischen Spielen 2032 in Brisbane wieder zum Programm zu gehören. Zuletzt war Segeln 2016 in Rio de Janeiro paralympisch. Für Tokio 2020 wurde die Sportart nicht mehr berücksichtigt.
Nach Darstellung des Internationalen Paralympischen Komitees erfüllte sie damals die Mindestkriterien für die Zahl der Nationen nicht, in denen der Sport verbreitet und regelmäßig betrieben wurde. Bisherige Bemühungen um eine Rückkehr blieben erfolglos.
In Portimão war auch World-Sailing-Präsident Quanhai Li dabei. Bei der Eröffnungsfeier sagte er, jedes Rennen helfe dabei, die Stärke und das Potenzial des Para-inklusiven Segelns zu zeigen. Auch Leila Marques Mota, Vizepräsidentin des Internationalen Paralympischen Komitees, war vor Ort.
Laut Kroker hat das Internationale Paralympische Komitee dem Segelsport bescheinigt, erstmals wieder alle formalen Voraussetzungen für eine Aufnahme zu erfüllen. Ob Segeln tatsächlich ins Programm für Brisbane 2032 zurückkehrt, ist damit noch nicht entschieden. Im Fall einer Rückkehr wäre es die erste nach einem Ausschluss aus dem paralympischen Programm.
Auch unabhängig davon ist Kroker zuversichtlich. Als Geschäftsführer der Turning Point Stiftung fördert er Inklusion durch Segelsport. Die Teilnehmerzahlen bei inklusiven Wettbewerben wüchsen, sagt er: „Ich bin zuversichtlich, dass das Momentum auch ohne Paralympics weiterhin positiv bleiben wird.“
Die nächsten World Sailing Inclusion Championships sollen 2027 im polnischen Gdynia stattfinden – dann gemeinsam mit den Weltmeisterschaften der olympischen Bootsklassen.

Redakteur News & Panorama
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