Inklusion“Eine Chance für alle” – Sichtbarkeit am Europa-Protesttag

Tatjana Pokorny

 · 30.04.2026

Inklusives Segelvergnügen auf der Hamburger Außenalster.
Foto: Sven Jürgensen
​Der 5. Mai ist der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. An diesem Tag soll die Hamburger Außenalster zur Bühne dafür werden, was Inklusion im Segel- und Wassersport jetzt schon leistet – und was in Zukunft möglich werden kann.

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​Am 5. Mai ist die Hamburger Außenalster das Schaufenster für den inklusiven Segel- und Wassersport. Der Aktionstag für Sichtbarkeit, Teilhabe und gelebte Inklusion soll am Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung zeigen, was heute schon möglich ist. Und was morgen geleistet werden kann.

Mit mehr Inklusion auf dem Kurs zu Olympischen und Paralympischen Spielen

Gemeinsam wollen der Hamburger Segel-Club (HSC), der Verein Wir sind Wir Inclusion in Sailing und die Partner der Initiative „Inklusive Alster“ mit ihrer Offensive ein Zeichen für Inklusion und Teilhabe setzen. Der Aktionstag wird in Zusammenarbeit mit dem Landessportamt der Freien und Hansestadt Hamburg und dem Vorprojekt Olympische und Paralympische Spiele veranstaltet.

Mit dem Motto “Eine Chance für alle” werben die Initiatoren auch für Olympische und Paralympische Spiele in Hamburg. In der Hansestadt steht nach der zuletzt positiven Abstimmung in Kiel das Bürgerreferendum am 31. Mai noch aus. Mit ihrem Netzwerk von sieben Hamburger Wassersportvereinen, die sich zur “Inklusiven Alster” zusammengeschlossen haben, gilt die Stadt Hamburg deutschlandweit als Leuchtturm im inklusiven Segelsport.

Neben dem HSC sind hier aktuell Wir sind Wir Inclusion in Sailing, der Segel-Verein Altona-Oevelgönne, der Hamburger Kanu Club, der Ruderverein an den Teichwiesen, der Ruderclub Favorite Hammonia und der Hamburger Segler-Verband gemeinsam engagiert. Geboten werden im Namen der Inklusion Segeln, Rudern und Kanufahren.

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“Eine Chance für alle”: Werbung für mehr Wandel

Weil laut Kampagne bundesweit nur 7 Prozent der Sportvereine inklusive Angebote für Menschen mit Behinderungen anbieten, treten die Initiatoren vehement für einen stärkeren Wandel ein. Gezeigt werden am Europäischen Protesttag für Menschen mit Behinderungen beispielsweise inklusiver Schulsport aus der Praxis und die Zugänglichkeit zur Alster mit breitem Angebot auch für Neugierige und Neueinsteiger.

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Am Aktionstag folgt einer Pressekonferenz ab 10 Uhr im Hamburger Segel-Club auf der Außenalster der Segelkurs der Bugenhagenschule Alsterdorf, der hier regelmäßig zweimal pro Woche stattfindet. Ab 11 Uhr segeln blinde und sehbehinderte Gäste auf der J/70 “Blindfisch”, dem Boot der Bundesligamannschaft BAT Sailing Team. Die Mannschaft startet bereits im dritten Jahr mit Gehörlosen, Sehbehinderten, Sehenden und Rollstuhlfahrern in der Bundesliga. Nach dem ersten Liga-Wochenende liegt das Team des Vereins Wir sind Wir Inclusion in Sailing unter 18 Zweitligisten auf Platz neun.

Offen für Para- und Inklusionssportlerinnen und -sportler ist auch der inklusive Segelnachmittag mit Rollstuhlfahrenden des BG Klinikums Hamburg auf zwei RS Venture Connect. Am Abend des Aktionstages wird “After Work”-Vergnügen serviert: Parallel zum Bundesligatraining stehen inklusives Segeln, Rudern und Kanufahren mit den Partnern der “Inklusiven Alster” auf dem Programm.

Offen für Inklusion: Ein Aktionstag, viele Chancen für Neueinsteiger

Sowohl die Tages- als auch die Abendveranstaltungen sind offen für Gäste mit Behinderungen. Die Events werden von erfahrenen Skippern und Skipperinnen begleitet. Bekannte Sportler wie Para-Kanutin Lillemor Köper, mehrfache Welt- und Europameisterin in der Startklase VL1, sind am 5. Mai vor Ort.

Mitsegelmöglichkeiten bestehen am Aktionstag auf Booten vom Typ RS Venture Connect, J/70 oder J/22. Wer neugierig ist oder selbst aktiv werden möchte, der kommt zum Hamburger Segel-Club (An der Alster 47 a). Dort finden sich auch Ansprechpartner für den Einstieg in den inklusiven Segelsport, zum Austausch von Ideen zur Teilhabe und Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen im Wassersport. Das Angebot der Veranstalter gilt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Eröffnet wird der Tag mit der öffentlichen Pressekonferenz auf den Stegen des Hamburger Segel-Clubs. Dabei sind unter anderen Dr. Bettina Schomburg (Bezirksamtsleiterin Hamburg-Nord) und mit Katharina von Kodolitsch die Präsidentin des Hamburger Sportbundes. Gut ins Gespräch kommen Interessierte an diesem Tag auch mit den Initiatoren und Partnern der Initiative “Inklusive Alster”. Ansprechpartner auf dem Clubgelände oder auf dem Wasser sind für alle Themen rund um Inklusion im Segelsport der stellvertretende HSC-Clubvorsitzende Wolf-Dieter Jahn und mit Sven Jürgensen der Vorsitzende des Vereins Wir sind Wir Inclusion in Sailing.

Im vergangenen Jahr schon hat ein inklusives Segelsommerfest gezeigt, was im Herzen Hamburgs an und auf der Außenalster möglich ist. Der Aktionstag in diesem Jahr steht unter dem Motto “Eine Chance für alle” und hat sein Zentrum im Hamburger Segel-Club:

Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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