Guyader Bermudes 1000Kantersieg für Charlie Dalin: Monsieur Dalins Gespür für sein Boot

Tatjana Pokorny

 · 13.05.2022

Guyader Bermudes 1000: Kantersieg für Charlie Dalin: Monsieur Dalins Gespür für sein BootFoto: Jean-Louis Carli/Alea

Charlie Dalin hat das erste Ausrufezeichen in der neuen Imoca-Saison gesetzt. Beim Bermudes 1000 sah die starke Konkurrenz von Beginn an nur "Apivias" Heck

Start-Ziel-Sieg für Charlie Dalin: Der Skipper aus Le Havre hat das erste Kräftemessen der Imoca-Saison wie einen Spaziergang aussehen lassen. Die Ziellinie des Rennens über 1.200 Seemeilen von und nach Brest erreichte der 38-jährige "Apivia"-Skipper in der Nacht auf den 13. Mai um halb zwei Uhr morgens nach 4 Tagen, 10 Stunden, 47 Minuten und 30 Sekunden mit sagenhaftem Vorsprung vor dem nächsten Konkurrenten. "Charal"-Skipper Jérémie Beyou nahm am Vormittag aus nordwestlicher Richtung Kurs auf den Zielhafen Brest, hatte um sechs Uhr morgens immer noch 100 Seemeilen zu absolvieren. Hinter ihm kämpften Louis Burton ("Bureau Vallée"), die stark agierende Isabelle Joschke ("Macsf") und Nicolas Lunven ("Banque Populaire") bei verkürztem Rückstand auf Beyou mit nur rund zehn Seemeilen Differenz zwischen den drei Booten um den dritten Podiumsplatz.

  Jubel bei der Nachtankunft: Charlie Dalin reißt vor Brest die Arme nach seinem Kantersieg in den HimmelFoto: Guyader Bermudes 1000
Jubel bei der Nachtankunft: Charlie Dalin reißt vor Brest die Arme nach seinem Kantersieg in den Himmel

Für Charlie Dalin ist es ein in jeder Hinsicht süßer Sieg. Auch bei seiner ersten Vendée Globe 2020/2021 hatte er das Ziel als Co-Favorit nach 80 Tagen, 6 Stunden, 15 Minuten und 47 Sekunden als Erster erreicht, musste sich aber später Yannick Bestaven beugen, der als Dritter einlief, nach Zeitgutschrift für seine Beteiligung an der Rettungsmission für Kevin Escoffier jedoch berechnet Erster wurde. Charlie Dalin hatte das Einhandrennen um die Welt zu 48 Prozent der Zeit angeführt. An das Ankommen nach dem Solo erinnerte sich Dalin nun im Zielhafen Brest wieder – mit strahlendem Lächeln: "Ich bin glücklich, wieder zurück zu sein."

  Dieses Bild entstand am Ende von Charlie Dalins gelungener Vendée-Globe-Premiere. Heute kann er wieder feiernFoto: Jean-Marie Liot/Alea/VG2020
Dieses Bild entstand am Ende von Charlie Dalins gelungener Vendée-Globe-Premiere. Heute kann er wieder feiern

"Es war ein großartiger Kampf"

Der detailversessene studierte Yachtkonstrukteur und Segler mit dem hohen Präzisionsanspruch hat die Grundlage für seinen jüngsten Sieg mit einem zwingenden Start gelegt und im weiteren Verlauf des nicht einmal fünf Tage währenden Sprints keine Fehler gemacht. Während es in der ersten Hälfte des Rennens noch so aussah, als könnten ihm "die üblichen Verdächtigen", wie er Jérémie Beyou auf "Charal" und Thomas Ruyant auf "Linked Out" selbst bezeichnete, das Leben schwer machen, so zog Dalin schließlich mit der besten Strategie und hohen Geschwindigkeiten davon. Mit Blick auf Beyou und Ruyant, der das Rennen im weiteren Verlauf mit Steuerproblemen hatte aufgeben müssen, scherzte Dalin: "Es war ein großartiger Kampf! Wir sind seit der Vendée Arctic 2020 immer eng beieinander. So war es auch im Transat Jacques Vabre 2021, und so ist es jetzt wieder." Für Dalin ist es ein logischer Dreikampf, "weil jeder von uns dreien die Leistung seines Bootes mit der Erfahrung kombiniert".

  Dürfte das Ziel am Freitag als Zweiter erreichen, wenn ihm nichts mehr vor den Bug schwimmt: Jérémie Beyou auf "Charal"Foto: Jean-Louis Carli/Alea
Dürfte das Ziel am Freitag als Zweiter erreichen, wenn ihm nichts mehr vor den Bug schwimmt: Jérémie Beyou auf "Charal"

In diesem Rennen waren und sind die Solisten in unterschiedlichsten Bedingungen gefordert. Die 35 Knoten Wind auf Kurs Fastnet-Felsen hatten es in sich. "Das war ziemlich sportlich", kommentierte Dalin, der sich durchbiss und dabei seinen Vorsprung noch vergrößerte. Dieses Mal gab es für ihn kein Déjà-vu mit den zweiten Plätzen bei der Vendée Globe und auch beim Transat Jacques Vabre mit Paul Meilhat im vergangenen Herbst. Dieses Mal war es sein Rennen. In Dalins Worten klingt es so: "Es war, als würden alle Elemente zusammenkommen. Ich hatte ein zuverlässiges und effizientes Boot, das ich in- und auswendig kenne. Bei dem Wetter habe ich mich ganz gut geschlagen und bei Bedarf immer ein bisschen Erfolg gehabt. Dies ist mein erster Solo-Sieg in meiner Imoca-Karriere, der vierte im Programm seit 2019. Das Jahr hätte nicht besser beginnen können!" Hier geht es zum Tracking und den weiteren Zwischenständen (bitte anklicken!).

  Die Deutsch-Französin Isabelle Joschke segelte dem Ziel am frühen Freitagmorgen als Vierte weiter angriffslustig und mit Podiumschancen entgegen, machte dem knapp vor ihr liegenden Louis Burton auf "Bureau Vallée viel Druck auf KursFoto: Isabelle Joschke/MACSF
Die Deutsch-Französin Isabelle Joschke segelte dem Ziel am frühen Freitagmorgen als Vierte weiter angriffslustig und mit Podiumschancen entgegen, machte dem knapp vor ihr liegenden Louis Burton auf "Bureau Vallée viel Druck auf Kurs
  Dieses Sehnsuchtsbild fing "Cap Agir Ensemble #SponsorsBienvenus"-Skipper Sébastien Marsset einFoto: Sébastien Marsset/Cap Agir Ensemble #SponsorsBienvenus
Dieses Sehnsuchtsbild fing "Cap Agir Ensemble #SponsorsBienvenus"-Skipper Sébastien Marsset ein

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