Beim Golden Globe Race hat das Ausweichen vor einem Südatlantiksturm Vorrang vor dem direkten Weg nach Osten. Nach dem Tagesbericht der Rennleitung vom 25. Oktober ist der Führende Damien Guillou inzwischen wieder auf Ostkurs. Zuvor war der Franzose nach Norden gesegelt, um Abstand zur angekündigten stärksten Windzone zu gewinnen.
Bereits am 23. Oktober hatte die Rennleitung Guillou geraten, den Kurs nach Süden aufzugeben und nach Nordosten auszuweichen. Für seinen damaligen Kurs waren nach Veranstalterangaben etwa 50 Knoten Wind mit Böen bis 70 Knoten vorhergesagt worden.
Am folgenden Tag berichteten die Organisatoren von einer längeren Abstimmung mit dem Spitzenreiter. Guillou sollte sich möglichst weit nördlich der Zugbahn halten. Auch für diesen Ausweichkurs erwartete die Rennleitung noch 40 bis 50 Knoten Wind. Nach ihrer damaligen Einschätzung musste Guillou etwa 260 Seemeilen nach Norden gutmachen, um die unangenehmsten Bedingungen zu vermeiden.
Der Umweg trifft den Führenden nach einem ohnehin wechselhaften Abschnitt. Am 23. Oktober bezifferte der Veranstalter seinen Vorsprung noch auf etwa 450 Seemeilen. Zuvor waren es rund 750 Seemeilen gewesen. Als Gründe nannte die Rennleitung Flauten und umfangreiche Arbeiten an Guillous Windsteueranlage, die inzwischen wieder funktionieren sollte.
Für die Nacht auf Montag prognostizierte die Rennleitung zunächst nordwestlichen Wind mit 40 bis 50 Knoten und Böen bis 70 Knoten. Mit einer deutlichen Drehung auf Südwest sollte sich die Lage am Montag weiter verschärfen. Erwartet wurden sieben bis acht Meter hohe, teilweise brechende Wellen.
Die stärkste Sturmphase veranschlagte der Veranstalter auf ungefähr neun Stunden. Damit geht es für die Einhandsegler nicht allein um die Windstärke. Die angekündigte Winddrehung verändert auch die Bedingungen, unter denen sie ihre Boote zur See ausrichten müssen.
Nicht nur Guillou änderte seinen Kurs. Laut Tagesbericht vom 24. Oktober segelten auch Jaco Benadie und Jean-Luc Van Den Heede nordwärts beziehungsweise hielten nördlichere Positionen, um Abstand zum Tief zu gewinnen. Am 25. Oktober meldete die Rennleitung den größten Teil der Flotte weiter nördlich im Südatlantik.
Für Dienstag und Mittwoch, den 27. und 28. Oktober, kündigten die Organisatoren bereits eine weitere Front aus Westen an. Eine länger anhaltende Entspannung war damit nach ihrem damaligen Wetterbild nicht zu erwarten.
Die zuletzt übermittelten Positionen der Teilnehmer lassen sich im offiziellen Renntracker verfolgen.
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