Globe40Rückschlag für die Spitzenreiter – belgischer Reparaturstopp

Tatjana Pokorny

 · 23.02.2026

Team Belgien ist nach dem Reparaturstopp wieder auf Kurs.
Foto: Globe40
So hatten sich Jonas Gerckens und Corentin Douguet ihren Kampf um den Globe40-Sieg nicht vorgestellt: Als Spitzenreiter war Team Belgium Ocean Racing – Curium in die vorletzte Etappe von Valparaiso via Kap Hoorn nach Recife gestartet. Nun hat sie ein so früher wie ärgerlicher Reparaturstopp ans Ende der Flotte geworfen.

Auch die fünfte Globe40-Etappe hatte am vergangenen Mittwoch mit dem bereits bekannten Bild begonnen: Vorne lieferten sich mit Team Crédit Mutuel und Team Belgium Ocean Racing – Curium die beiden schnellen Scow-Bug-Boote der Spitzenreiter im Gesamtklassement einmal mehr ihr Dauerduell. Mit nur zwei Punkten Vorsprung vor den Franzosen waren die Belgier in den vorletzten Abschnitt von Valparaiso in Chile nach Recife an der brasilianischen Ostküste gestartet, deren Höhepunkt die Kap-Hoorn-Passage sein wird.

Globe40: schwerer Rückschlag für die Belgier

Doch plötzlich waren die Belgier aus vollem Lauf zurückgefallen und hatten Kurs auf den rund 1000 Kilometer südlich von Valparaiso gelegenen chilenischen Hafen Valdivia genommen, während Ian Lipinski und Antoine Carpentier das Gaspedal weiter durchdrückten. Technische Probleme haben die Belgier zum Abweichen vom Kurs und zum Reparaturstopp im südchilenischen Hafen von Valdivia gezwungen – ein schwerer Rückschlag im Zweikampf um den Globe40-Triumph.

Diese Geschichte beginnt nicht so, wie wir es uns erhofft hatten.” Corentin Douguet

Der Bericht von Co-Skipper Corentin Douguet: “Am Freitagabend traten technische Probleme auf. Zuerst brach der Großsegeltraveller, eine Stunde später dann das J1-Fall! Nach sorgfältiger Abwägung der Vor- und Nachteile haben wir uns für einen Boxenstopp entschieden. Wir stehen am Anfang des Rennens, und es kann noch viel passieren. Vor allem aber möchten wir Kap Hoorn lieber mit einem Boot in gutem Zustand passieren.”

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Inzwischen sind die nach dem Prolog und vier von sechs Etappen Führenden des Globe40-Klassements nach abgeschlossenen Reparaturen wieder auf See. Mehr als 285 Seemeilen Rückstand hatten sich am Vormittag des 23. Februar für die Belgier auf das nun alleine und mit großem Vorsprung führende Team Crédit Mutuel angesammelt. Das ist viel in einem Zweikampf, dessen Beteiligte bei bisherigen Etappen mehr als einmal im Minutentakt ins Ziel gekommen waren.

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Die “Crédit Mutuel”-Rivalen machen Tempo

Erschwerend kommt für die Belgier hinzu, dass sie sich noch aus einer flauen Zone vor der chilenischen Küste befreien müssen und bei zuletzt einer kleinen Handvoll Knoten Geschwindigkeit nur quälend langsam vorankamen, während die französischen “Crédit Mutuel”-Rivalen an vorderster Front der Flotte munter mit 15 Knoten auf Kurs Kap Hoorn segelten.

Es wird nun die spannende Frage die kommenden Wochen begleiten, ob und wie die Belgier ihren heftigen Rückstand wieder verkürzen können. Ian Lipinskis Crew genoss indessen die guten Bedingungen fürs pazifische Powerplay, vermeldete am Morgen des 23. Februar von See: “Der Wind nimmt langsam zu, da sich westlich von unserer Position eine Front nähert. Er dürfte allmählich auf 30 Knoten ansteigen, mit zusätzlichen starken Böen. Wir müssen also bis morgen wachsam bleiben.”

Zu den weiteren Aussichten notierte Team Crédit Mutuel: “Hinter der Front wird es weniger angenehm, da der Wind nach Süden drehen wird und wir erneut werden reffen müssen. Dann gibt es eine kurze Verschnaufpause von einigen Stunden, bevor wir mit einem zweiten Tiefdruckgebiet, das uns voraussichtlich bis Kap Hoorn bringen wird, wieder vor dem Wind segeln! Das ist der Plan, jetzt heißt es nur noch loslegen!“

Spitzbug-Boote auf Globe40-Etappe fünf dicht beisammen

Die “Crédit Mutuel” folgenden fünf Spitzbug-Boote lagen fünf Tage nach dem Start am 18. Februar noch vergleichsweise eng beeinander. Die französische “Free Dom” führte mit 146 Seemeilen Rückstand auf “Crédit Mutuel” die Verfolgerflotte mit rund 16 Seemeilen Vorpsrung vor “Barco Brasil” an. Dahinter rangen mit jeweils rund zehn Seemeilen Abstand zueinander “Whiskey Jack”, das Team Wilson Around the World mit Lisa Berger und Jade Edwards-Leaney sowie die britische “Jangada” um die besten Positionen. Hier geht es zum Tracking, das alle vier Stunden aktualisiert wird.

Gute Nachrichten gab es gleichzeitig vom Team Next Generation Sailing: Das auf Etappe drei mit Mastschaden zwischenzeitlich ausgeschiedene deutsche Team ist nach Reperaturen auf La Réunion und letzten Justierungen in Kapstadt am Sonntag (22. Februar) zur Überführung nach Recife aufgebrochen. Skipper Melwin Fink und seine Mitstreiter Sebastian Dziwisch und Christian Schulzeck rechneten beim Ablegen mit etwa 17 südatlantischen Tagen bis in den brasilianischen Globe40-Hafen.

Den will das Trio deutlich vor Beginn der sechsten und letzten Globe40-Etappe in den Start- und Zielhafen Lorient erreichen. Der Startschuss fällt am 29. März. Rechtzeitig vor dem Schlussakt der Zweihand-Weltumseglung für Class40-Duos wird dann auch Lennart Burke nach Recife fliegen. Gemeinsam wollen Burke und Fink das Finale für einen würdigen Abschluss im Rennen um die Welt nutzen.

Der Valparaiso-Start in die laufende vorletzte Etappe via Kap Hoorn nach Recife in Brasilien erfolgte am 18. Februar:

Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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