Globe40Rang vier in Valparaiso – Berger-Crew rückt vor

Tatjana Pokorny

 · 28.01.2026

Lisa Berger und Jade Edwards-Leaney feiern im Ziel ihren vierten Etappenrang.
Foto: Jean-Marie Liot/Globe40
Lisa Berger und Jade Edwards-Leaney habe ihren vierten Rang auf Etappe vier im Globe40 ins Ziel gebracht. Im Flauten-Finale von Valparaiso hielten die Österreicherin und der Waliser den Last-Minute-Angriffen ihrer Verfolger stand und rückten auch in der Gesamtwertung der Zweihand-Weltumseglung deutlich vor.

“Jangada ist uns noch einmal ziemlich nahe gekommen. Sie sind irgendwo da hinten, nur noch vier Seemeilen weg von uns”, hatte Lisa Berger kurz vor dem Zieldurchgang gewarnt. Da wurde es im schwachwindigen Schlussspurt der vierten Etappe im Globe40 noch einmal enger im Ringen um Rang vier auf dem Abschnitt von Sydney nach Valparaiso.

Wenig Wind, viel Spannung vor Valparaiso

Wie schon im Kampf um den Etappensieg, der zwischen Team Belgium Ocean Racing – Curium und der zuletzt von hinten herangerauschten “Crédit Mutuel”-Crew so knapp zu Ende gegangen war, dass die Wettfahtleitung beide Teams zu den Gewinnern gekürt hatte, mussten jetzt auch Lisa Berger und Jade Edwards-Leaney im Endspurt um ihren vierten Rang kämpfen, weil die Verfolger noch einmal stark aufkamen.

Knapp drei Stunden vor “Wilson” war am Mittwoch bereits “Barco Brasil” ungefährdet als Dritte ins Ziel vor Valparaiso gekommen. Ein Clip zeigt, wie José Guilherme Caldaz und Luiz Bolina Valparaiso entgegenrauschten. Im Kampf um die Plätze hinter dem schnellsten Spitzbugboot auf dieser Etappe ging es dann an diesem 28. Januar in den leichten Winden vor der chilenischen Küste auf den letzten von fast 7000 gesegelten Pazifik-Meilen noch einmal spannend zu.

Nach 27 Tagen, 11 Stunden und 58 Sekunden brachten Lisa Berger und Jade Edwards-Leaney ihren vierten Rang ins Ziel. Die über Grund gesegelten 6922,27 Seemeilen meisterten sie mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 10,5 Knoten. Nur 35 Minuten und 17 Sekunden länger brauchten für die komplette Pazifikdurchquerung über knapp 7000 Seemeilen Richard Palmer und Rupert Holmes auf “Jangada”.

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​Etappenfinale im Globe40: drei Boote binnen einer Stunde

Weitere knapp 20 Minuten später folgten auch schon Melodie Schaffer und Colin Campbell mit “Whiskey Jack”, womit erneut drei Boote binnen weniger als einer Stunde die Ziellinie einer Globe40-Mammutetappe passiert hatten. Nun kämpft sich nur noch die Crew auf der französischen “Free Dom” dem Etappenziel Valparaiso entgegen.

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Thibaut Lefévère und Nicolas Guibal hatten bald nach dem Etappenstart in Folge einer Kollision mit einem unbekannten Objekt zur Ruderreparatur nach Sydney zurückkehren müssen. Sie segeln dem Feld seit ihrem Neustart am 15. Januar mit aller Entschlossenheit hinterher. Ihr wichtigstes Ziel ist die rechtzeitige Ankunft in Valparaiso, wo der Startschuss zu Globe40-Etappe fünf am 18. Februar fällt.

Und das bedeuten die heutigen Ergebnisse fürs Zwischenklassement bei der Weltumseglung: Team Belgium Ocean Racing führt die Flotte mit 13.50 Punkten vor “Crédit Mutuel” (15.50 Punkte) an. Die beiden Scow-Bug-Boote segeln weiter in einer eigenen Dimension. Die Spitzbug-Boote können die modernen Racer mit ihren runden Bugen in der Regel nicht gefährden.

Starke Veränderungen im Globe40-Klassement

Hinter dem Top-Duo aber tut sich im Klassement vor den verbliebenen beiden Etappen von Valparaiso via Recife (Brasilien) und zurück in den Start- und Zielhafen Lorient nun einiges. Dafür sind zum einen die sportlichen Ergebnisse der vierten Etappe, zum anderen aber auch der Ausfall von Lennart Burke und Melwin Fink auf Etappe drei und die jetzt verpasste vierte Etappe sowie die “Sydney-Reparaturschleife” von “Free Dom” mitverantwortlich.

Die nach drei Etappen noch auf den Plätzen vier und fünf positionierten Teams Next Generation Boating Around the World (55 Punkte bei nun zwei verpassten Etappenwertungen) und “Free Dom” (voraussichtlich 52 Punkte) rutschen jetzt zurück. Während Belgier, Franzosen und – neu – die Brasilianer (25.50 Punkte) die Podiumsplätze belegen, rücken Lisa Berger und Jade Edwards-Leaney mit Wilson mit “Wilson” (46 Punkte) sogar um zwei Plätze vor, sind nach vier Etappen Gesamt-Vierte. “Free Dom” wird aber auch als Etappenletzte im Ziel vorerst Platz fünf halten können, wenn sie ankommt. Die Ergebnisse sind vorläufige Angaben, müssen noch offiziell bestätigt werden.

Beim Zieldurchgang der vier Boote am Mittwoch hatten die Brasilianer inmitten des Südpazifiks auf Kurs Point Nemo noch knapp 4000 Seemeilen vor sich. Ihr Fortkommen ist hier im Tracking zu verfolgen. Schmerzlich ist der neue Zwischenstand für Lennart Burke und Melwin Fink ohne Chance aufs eigene Eingreifen aus der Ferne zu beobachten. Die jüngste Crew im Feld hatte nach ihrem Bumerang-Bruch auf Etappe drei die laufende sowie zwei weitere Etappen und damit auch ihren Traum von der kompletten Weltumseglung aufgeben müssen.

Burke und Fink fallen ohne Einsatzchance zurück

Burke und Fink steigen nach der jetzt beginnenden Reparatur auf La Réunion und der Überführung der deutschen Class40 nach Recife erst zur sechsten und letzten Etappe noch einmal ins Globe40 ein. Das Rennen wollen sie würdig zu Ende bringen, zum Abschluss noch einmal die beiden Siegfavoriten aus Belgien und Frankreich angreifen und ab dem finalen Etappenstartschuss am 29. März vor Recife nach einem versöhnlichen Podiumsergebnis greifen.

Zu den Globe40-Zwischenständen geht es hier. Die Ergebnisse waren zwar nicht direkt nach den jüngsten Zieldurchgängen aktualisiert worden, doch ist das neue Ranking mit Blick auf die bekannten Etappenergebnisse und den Koeffizienten 3 auch leicht selbst zu ermitteln. Die beiden Siegerteams bekommen jeweils drei Punkte, die drittplatzierte “Barco Brasil” (Rang 3 x 3) neun Punkte auf ihr Konto überwiesen. Lisa Berger und ihr walisischer Co-Skipper Jade Edwards-Leaney nehmen zwölf Punkte von dieser Etappe in die Wertung. Lennart Burkes und Melwin Finks Konto wird mit 24 (8 x 3) zusätzlichen Zählern belastet. Daduch fällt Team Next Generation vorerst auf Platz sechs zurück.

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