Der Sieg bei der zweiten Globe40-Edition geht an Team Crédit Mutuel! Skipper Ian Lipinski und sein Co-Skipper Antoine Carpentier haben auch die sechste und letzte Etappe von Racife in Brasilien zurück in den Start- und Zielhafen Lorient gewonnen.
Zwar hatten auch die Sieger der Class40-Zweihandrunde um die Welt mit ihren wechselnden Akteuren einige Rückschläge wegzustecken. Doch am Ende setzten sich die Favoriten aus Frankreich nach Punkten knapp, nach Siegen auf den insgesamt sieben Abschnitten (Prolog und 6 Etappen) aber mit 6:2 klar gegen die einzigen veritablen Gegner aus Belgien durch. Für die fünfte Etappe waren nach Unauflösbarkeit durch die Wettfahrtleitung beide Teams zu Siegern erklärt worden.
Mit 21 Punkten setzte sich das französische Team Crédit Mutuel in der Endabrechnung nach sieben Monaten Renndauer gegen Team Belgium Ocean Racing – Curium (23 Punkte) durch. Die beiden Scow-Bug-Boote hatten nach dem zwischenzeitlichen Ausscheiden von Lennart Burke und Melwin Fink auf Etappe drei zu zweit mit ihren Scow-Bug-Racern und viel Erfahrung eine eigene Leistungsdimension im Globe40 geschaffen.
Meist Bug an Bug unterwegs, hatten Franzosen und Belgier für viel Spannung bei dieser Class40-Weltumseglung gesorgt. Bis zuletzt blieb offen, wer sich im Schlussakt würde durchsetzen können. Im Endspurt warf die Belgier kurz vor dem Ziel zusätzlich ein gerissener Befestigungsloop im Mast zurück. Das Malheur war in vier Metern Welle nicht zu reparieren. Gerckens udn Hantzperg konnten den wichtigen Gennaker nicht mehr setzen. Zerzaust, abgekämpft, aber sehr glücklich und erleichtert erreichtern ihre Bezwinger Ian Lipinski und Antoine Carpentier das Ziel vor Lorient schließlich am am 15. April um 8:40:17 Uhr als Erste das Ziel.
Wir haben es geschafft! Das bedeutet eine große Erleichterung, nimmt mir viel Druck. Eine Weltumseglung zu vollenden – auch, wenn ich nicht den gesamten Pazifik durchsegelt habe – gibt mir Gelassenheit und Vertrauen in meine Fährigkeiten als Skipper.” Ian Lipinski
Die letzte Etappe der am 4. September 2025 gestarteten Weltumseglung über insgesamt mehr als 30.000 Seemeilen meisterten Lipinski und Carpentier in 16 Tagen, 13 Stunden, 40 Minuten und 17 Sekunden. Zum Globe40-Triumph für Team Crédit Mutuel trugen mehrere Segler im Wechsel bei: Den Prolog und Etappe 1 bestritten mit Ian Lipinski und Antoine Carpentier jene beiden Weggefährten, die gemeinsam auch die beiden Schlussetappen 5 und 6 absolvierten.
Etappe 2 und 3 absolvierte “Crédit Mutuel”-Antreiber Ian Lipinski mit Ocean-Race-Europe-Gewinnerin und Neu-America’s-Cup-Seglerin Amélie Grassi. Für Etappe 4 war Grassis britischer Ehemann Alan Roberts zu Antoine Carpentier ins Boot gestiegen, während Lipinski vor der Kap-Hoorn-Etappe einmal an Land Luft holte, um die legendäre Landmarke dann selbst zu erobern.
Damit stehen eine Seglerin und drei Segler hinter dem “Crédit Mutuel”-Erfolg im Globe40. Und nicht nur sie, denn auch die Landmannschaft hat ganze Arbeit geleistet, das bei Gepeto gebaute 2024er-Raison-Design in Siegmodus zu bringen und zu halten. Bemerkenswert: Antoine Carpentier hat alle Etappen bis auf die dritte auf “Crédit Mutuel” bestritten. Er hat sie alle mit unterschiedlichen Mitstreitern gewonnen.
Ohnehin blieben die Franzosen nur auf der dreifach gewerteten zweiten Etappe im “10-Minuten-Podiumsthriller von La Réunion” ohne Sieg, mussten sich dort nicht nur den Belgiern, sondern auch den stark agierenden Lennart Burke und Melwin Fink geschlagen geben. Fink sagte zum Sieg der Franzosen: “Die haben sich keine großen Fehler erlaubt und den Sieg ganz eindeutig verdient. Wir beglückwünschen sie und freuen uns für sie!”
Wir bewundern die Leistung von ‘Crédit Mutuel’. Sie sind alle Etappen sehr stark und sehr konstant gesegelt.” Melwin Fink
In den Sozialen Netzwerken rollten die Glückwünsche an Team Crédit Mutuel am Mittwochvormittag im Sekundentakt in die Kanäle, während sich die belgischen Rivalen schnell näherten. Ein kaputtes Segel hatte sie zuletzt bei der Aufholjgd ausgebremst. Im Ziel fehlten den Belgiern 2 Stunden und 43 Minuten auf die Globe40-Gesamtsieger, die bei diesem Rennen über insgesamt 223 Tage seit dem 4. September 2025 alle Abschnitte zusammen in 124 Tagen, 7 Stunden und 54 Minuten auf See gemeistert haben.
Jonas Gerckens und Benoît Hantzperg erreichten die Linie für Team Belgium Ocean Racing – Curium nur kurze Zeit nach “Crédit Mutuel” am 15. April um 11:23:56 Uhr. Auch sie wurden auf dem Weg in den Hafen noch von der dort testenden Crew auf der neuen “Maxi Edmond de Rothschild (”Gitana 18”) begrüßt. Im Hafen von La Base erlebten die Belgier dann einen emotionalen Empfang wie zuvor Team Crédit Mutuel. Die beiden besten Crews dieser Glob40-Auflage gratulierten sich gegenseitig am Dock.
Es ist ein schöner zweiter Platz! Sie waren die Favoriten. Es war eine gute Überraschung, dass wir auf Augenhöhe mit ihnen kämpfen konnten.” Jonas Gerckens
750 Seemeilen hatte zu diesem Zeitpunkt noch Lennart Burke und Melwin Fink zu meistern, die den dritten Rang mit rund 50 Seemeilen vor “Barco Brasil” und 100 Seemeilen vor der französischen “Free Dom” verteidigten. Melwin Fink vermeldete am Morgen etwas Erleichterung auf See: “Wir sind so gut wie durch die Front durch, haben aber noch eine irre Welle, aber schon wieder einen Kite oben. Wir brettern jetzt Richtung Lorient udn freuen uns ganz doll aufs Ankommen!” Die jüngste Crew in der Flotte ging zuletzt von einer möglichen Ankunft am Freitagmittag in Lorient aus.
Dahinter kämpften sich Lisa Berger und Jade Edwards-Leaney in kleinen Schritten an die vorausliegenden Boote heran. Die österreichische Skipperin und ihr walisischer Co-Skipper ringen weiter um ihre Podiumschancen.
Hier geht es zum Gobe40-Tracker. Das zunächst noch nicht aktualisierte Gesamtklassement findet sich hier. Der Gesamtsieg für Team Crédit Mutuel lässt sich leicht selbst ausrechnen: Das Lipinski-Team bekommt für der Sieg auf der doppelt gewerteten Schlussetappe zwei Punkte dazu. Team Belgium Ocean Racing – Curium hat für Etappenplatz zwei vier Punkte zu addieren. Damit machen zwei Punkte in der Endabrechnung den Unterschied zwischen zwei fast ebenbürtigen Teams im Kampf um den Gesamtsieg aus.

Freie Reporterin Sport