Globe40Die vorletzte Etappe kommt – “Jetzt Kap Hoorn!”

Tatjana Pokorny

 · 16.02.2026

Hier rauschte "Crédit Mutuel" mit Antoine Carpentier und Alan Roberts Valparaiso entgegen.
Foto: Jean-Marie Liot/Globe40
Die Zweihand-Weltumseglung Globe 40 nähert sich dem Finale. Am 18. Februar beginnt die vorletzte Etappe von Valparaiso nach Recife. Die anstehende fünfte Etappe ist aber nicht irgendeine Etappe, denn sie bringt den Gipfel, von dem alle Weltumsegler träumen: Kap Hoorn kommt!

Sieben Crews bereiten sich in Valparaiso auf den Start zur fünften von sechs Globe40-Etappen vor: Am Mittwoch fällt der Startschuss zum vorletzten Abschnitt der Weltumseglung für Class40-Duos in Valparaiso. Es geht ab 18. Februar über 4800 Seemeilen oder auch 8900 Kilometer zum letzten Zwischenstopp in Recife, bevor mit der sechsten Etappe ab 29. März der Endspurt in den Start- und Zielhafen Lorient beginnt.

Globe40: aus zwei Richtungen nach Recife

Im Finale werden dann auch Lennart Burke und Melwin Fink wieder dabei sein. Das Team Next Generation Boating Around the World war auf Etappe drei mit Mastschaden ausgeschieden, nach La Réunion zurückgekehrt. Dort hatte die jüngste Crew im Globe40 das Boot repariert. Inzwischen ist Melwin Fink längst mit seiner Überführungcrew mit Sebastian Dziwisch und Oliver Schultheiss auf dem Weg nach Recife, wo das deutsche Duo zum Finale auf der letzten Etappe noch einmal angreifen will.

Zunächst aber gab es für das deutsche Trio einen wetterbedingten Zwischenstopp in Gquberha (vormals Port Elizabeth), von wo aus die drei Männer inzwischen wieder mit Kurs auf Kapstadt aufgebrochen ist. Dort ist ein letzter Zwischenstopp geplant, bevor das Boot über den Südatlantik zum letzten Zwischenstopp gebracht wird und wieder zur Globe40-Flotte stößt. Am Montagnachmittag hatte Melwin Fink vermeldet: “Jetzt feiern wir den Atlantik und in 100 Meilen sind wir beim Kap der Guten Hoffnung.”

Für die anderen sieben Crews steht auf Etappe fünf ein knapp einen Monat währender Ozean-Mix auf dem Programm: Erst geht es von Valparaiso entlang der chilenischen und der argentinischen Küste den Pazifik hinunter nach Süden, dann den Südatlantik hinauf nach Recife. “Und jetzt Kap Hoorn!”, hieß es schon vorfreudig aus dem Lager von Team Crédit Mutuel, das in der Gesamtwertung nach dem Prolog und vier Etappen nur zwei Punkte hinter dem führenden Team Belgium Ocean Racing – Curtium liegt.

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Sieg-Duell zwischen Belgiern und Franzosen

Die beiden Scow-Bug-Boote aus Belgien und Frankreich liefern sich seit dem Globe40-Start ein packendes Duell, das bis zum zwischenzeitlichen Aus von Lennart Burke und Melwin Fink ein sehenswerter Dreikampf war. Auf “Crédit Mutuel” kommt Skipper Ian Lipinski nach einmal Aussetzen zurück, bestreitet Etappe fünf wie in der Auftakt-Aufstellung mit Antoine Carpentier.

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Bei den Belgiern pausieren Eigner Benoît Hantzperg und Djemila Tassin, die auf Etappe vier den ohnehin schon von ihrem Team hochgeschraubten Class40-24-Stunden-Rekord mit 559,78 Seemeilen noch einmal überboten hatten. Kap Hoorn steuern für die Belgier Skipper Jonas Gerckens und Corentin Douguet an.

Kap Hoorn aus Valparaiso zu erreichen, das ist in unserem Beruf nicht üblich.” Corentin Douguet

Vier von fünf Abschnitten haben bislang die Franzosen gewonnen. Dabei teilten sie sich den Sieg auf Etappe vier mit den Belgiern, weil mangels Zielboot nur anhand der Daten für die Wettfahrtleitung nicht sicher auszumachen war, welches Boot vorne war. Doch Rang drei im umkämpften Finale von La Réunion kam “Crédit Mutuel” mit neun schwerwiegenden Punkten teuer zu stehen. Die Belgier konnten diese wichtige dritte Etappe mit dreifacher Wertung gewinnen, weshalb sie vor den letzten beiden Etappen mit 15 Punkten vor “Crédit Mutuel” (17 Punkte) lagen.

“Wilson”-Crew startet von Platz vier in Etappe fünf

Den beiden miteinander um den Globe40-Sieg kämpfenden Top-Booten folgen die Spitzbug-Class40ies. Dabei sind Lennart Burke und Melwin Fink nach der Aufgabe von Etappe drei und der nicht gesegelten vierten Etappe trotz zuvor so starker Leistungen inzwischen auf Platz sechs zurückgefallen. An ihnen vorbeigezogen sind José Caldas und Luiz Bolina mit “Barco Brasil” (35,50 Punkte) und auch Lisa Berger und Jade Edwards-Leaney mit “Wilson” (46 Punkte) auf die Plätze drei und vier. Hier geht es zu den Zwischenständen nach dem Prolog und vier von sechs Etappen.

Die Ergebnisse auf der anstehenden fünften Etappe zählen wie auch die Resultate der Finaletappe doppelt. Maximal viele Zähler wollen im Endspurt Lisa Berger und Jade Edwards-Leaney erkämpfen. In intensiver Eigenarbeit haben sie ihre “Wilson” in Valparaiso wieder in Top-Zustand gebracht. Im Gegensatz zu einigen anderen Teams, operieren die Österreicherin und ihr walisischer Co-Skipper mit bescheidenem Budget und erledigen die anfallenden Arbeiten selbst. Auch die “Wilson”-Crew blickt mit viel Vorfreude Kap Hoorn entgegen.

Kap Hoorn! Es bedeutet so viel mehr als nur der Everest der Ozeane zu sein… Und für einen Segler ist es ein großes Lebensziel.” Jade Edwards-Leaney

Die fünfte Etappe wird sich mit mächtigen Wellen und starken Strömungen noch einmal deutlich von den bisherigen Herausforderungen im Globe40 unterscheiden. Die Kap-Hoorn-Passage zählt zu den anspruchsvollsten bei Rennen um die Welt. Darauf haben sich alle sieben Zweihand-Crews vorbereitet. Der “Schlachtruf” kommt von Jade Edwards-Leaney, der in walisischer Sprache sagte: “Gib’ alles!”

Wir sind aufgeregt, ausgeruht und bereit. Iddin Galad!” Jade Edwards-Leaney

Durch die belgische Brille betrachtet – ein Ausblick auf die bevorstehende fünfte Globe40-Etappe von Valparaiso nach Recife:

Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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