Globe40Burke und Fink – erst boot Düsseldorf, dann La Réunion

Tatjana Pokorny

 · 13.01.2026

So wollen Lennart Burke und Melwin Fink bald wieder im Globe40 dabei sein.
Foto: nextgenerationboating
Lennart Burke und Melwin Fink nehmen Kurs auf die boot in Düsseldorf, bevor sie ihr Comeback im Globe40 starten. Nach Mastreparatur und Überführung via Kapstadt will das Team Anfang März Recife erreichen und seine Gegner dann auf der letzten Etappe des Zweihand-Rennens um die Welt noch einmal fordern.

Schon kurz vor Weihnachten hatten Lennart Burke und Melwin Fink wertvolle “Geschenke” bekommen. Da waren die Ersatzteile in Hamburg eingetroffen, die sie für die Mastreparatur ihrer Class40 in La Réunion benötigen. Damit steht nach ihrem Globe40-Aus auf Etappe drei von La Réunion nach Sydney der Plan fürs Comeback.

Globe40: der Comeback-Plan von Burke und Fink

Mit diesen Schritten soll es gelingen: Melwin Fink wird am 29. Januar mit einem Gutachter nach La Réunion fliegen, wo die Class40 nach dem Bumerangbruch seit dem 13. Dezember liegt. Im Hafen von St. Paul wird der Mast gelegt, gescannt, per Ultraschall geprüft und repariert. Sodann wird das Boot von Fink und einer kleinen Überführungscrew nach Kapstadt gebracht.

Der Pitstop auf dem Weg in den letzten Globe40-Etappenhafen Recife ist notwendig, weil auf La Réunion keine Rod-Presse zur Verfügung steht. In Kapstadt wird das bis dahin eingesetzte Dyneema Provisorium dann gegen die neu gepressten D2-Zwischenwanten ausgetauscht. Vom Kap der Guten Hoffnung geht es dann weiter durch den Südatlantik nach Recife. Den brasilianischen Hafen will das Team Next Generation Boating Around the World in der ersten Märzwoche erreichen.

Vor Recife fällt am 29. März der Startschuss zur sechsten und letzten Globe40-Etappe. Sie führt die dann möglicherweise wiedervereinte Flotte bis Mitte April zurück in den Start- und Zielhafen Lorient. “Wir sind hochmotiviert, wollen die anderen schon gerne noch einmal fordern, vorne mitmischen und das Rennen rund machen”, sagte Lennart Burke. Um ihr Comeback kämpfen auch Thibaut Lefévère und Nicolas Guibal, die ihre “Free Dom” noch in Sydney reparieren und schnellstmöglich der Flotte folgen wollen. Die wurde im Südpazifik an diesem 13. Januar weiter vom 24-Stunden-Rekordteam aus Belgien angeführt.

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An der Globe40-Spitze tobt das belgisch-französische Duell

Team Belgium Ocean Racing – Curium verteidigte am Dienstagmorgen an der Eisgrenze im Südpazifik auf Kurs Valparaiso einen Vorsprung von knapp 25 Seemeilen vor “Crédit Mutuel”. Wie das Segeln knapp über dem 50. Breitengrad Süd aussieht, zeigt ein aktueller Clip der Belgier. Mit rund 900 Seemeilen Rückstand folgten dem Scow-Bug-Spitzenduo José Guilherme Caldas und Luiz Bolina auf “Barco Brasil” als erste klassische Spitzbug-Class40. Lisa Berger und Jade Edwards-Leaney konnten ihren Rückstand auf die Brasilianer nach ihrem Mast-Schock und der MacGyver-Aktion am 11. Januar zuletzt auf rund 68 Seemeilen reduzieren.

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Das “Wilson”-Duo war einem herannahenden Sturm wie die Verfolger auf “Jangada” und “Whiskey Jack” nach Norden ausgewichen, segelt aber inzwischen wieder auf südöstlichem Kurs nach Valparaiso. Lisa Berger berichtete YACHT online an diesem Morgen direkt aus dem Südmeer, sagte: “Zum Glück war ja nichts gebrochen und Jade konnte das D3 wieder festmachen. Somit ist alles wieder gut und ‘Wilson’ segelt wie immer.”

Südpazifik-Prüfung: stürmische Winde, aggressive Welle

Die schwersten Auswirkungen des Sturms, der über die Globe40-Flotte hinweggefegt war, haben die Crews überstanden. Lisa Berger erzählte am frühen Dienstagmorgen: “In den letzten Stunden hat sich das Wetter beruhigt. Die Front hat uns passiert, der Wind hat auf West gedreht. Wir haben gehalst und sind jetzt wieder Richtung Südosten unterwegs.”

Für die nächsten Tage sieht es nach Champagner-Segeln aus, mit nur immer mal kleineren Tiefs mal.” Lisa Berger

Weiter sagte die österreichische “Wilson”-Skipperin: “Laut Routing kommen wir in 14 Tagen sogar schon in Valparaiso an. Wir sind jedenfalls froh, dass wir uns für das letzte Tief weiter nördlich passiert hatten. Die Welle war nämlich richtig unangenehm und teilweise aggressiv. Wir hatten bis zu 46 Knoten Wind.”

So gerne wären Lennart Burke und Melwin Fink bei diesem Powerplay im Südmeer dabei. Stattdessen machen sie nach dem geplatzten Traum von der kompletten Weltumseglung das Beste aus ihrer Situation, sind intensiv auf der eigenen Werft in Hamburg im Einsatz und ab dem Wochenende auf der boot in Düsseldorf mit dem eigenen Stand (15 G4) in Halle 15 nahe der Bühne im Sailing Center aktiv.

Globe40-Duo Burke und Fink auf der boot in Düsseldorf

Mit Lennart Burke und Melwin Fink ist auch Mini-Transat-Kandidat Tom Wehde auf der boot, der das große Rennen für die kleinen Boote 2027 bestreiten will. Gemeinsam sind Burke und Fink am Eröffnungswochenende der boot am Samstag (16.30 bis 17 Uhr) und Burke noch einmal am Schlusswochenende am Sonntag (15 bis 15.30 Uhr) auf der Sailing Center Bühne zu Gast. Tom Wehde gibt am 18. Januar (11.15 bis 11.30 Uhr) und am 25. Januar (16.30 bis 16.45 Uhr) Einblicke in seine Mini-Kampagne. Hier geht es zum Programm der boot vom 17. bis 25. Januar.

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