Atemlos im Südmeer. So muss es sich für die sechs im Globe40 aktuell aktiven Class40-Duos anfühlen. An der Spitze des gerupften Feldes liefern sich Team Belgium Ocean Racing – Curium und “Crédit Mutuel” ihr schon bekanntes Duell um die Führung. Es bleibt beeindruckend, wie ebenbürtig sich die Lombard Lift V2 “Belgium Ocean Racing – Curium” von Anfang 2025 und die Raison-Max 2 “Crédit Mutuel” (2024) von Ian Lipinski sind, der auf dieser Etappe pausiert.
Das pazifische Spielfeld hat Lipinski Antoine Carpentier und Alan Roberts überlassen. Für die Belgier geben Eigner Benoît Hantzperg und Djemila Tassin Gas. EInmal aussetzen und Kraft tanken war ihm wichtig. Ebenso aber, auf keinen Fall die fünfte Etappe und die Kap Hoorn-Passage zu verpassen, die der laufenden Etappe folgen wird.
Zuletzt hatten die Belgier sich am frühen Nachmittag des 11. Januar einen winzigen Vorsprung von 1,4 Seemeilen vor dem französisch-britischen Duo auf “Crédit Mutuel” erkämpft. Es wird nicht der letzte Führungswechsel in diesem packenden Zweikampf um den Sieg im Globe40 gewesen sein. Rund 3300 Seemeilen hatten die beiden Scow-Bug-Boote auf der vierten Globe40-Etappe bis nach Valparaiso am Sonntag noch vor sich, als Tag elf begonnen hatte.
Eigner und Skipper Benoît Hantzperg und die belgisch-spanische Co-Skipperin Djemila Tassin gehen die zweite Etappenhalbzeit mit der Gewissheit an, den teameigenen 24-Stunden-Rekord für Class40ies kurz vor dem Wochenende am 9. Januar ein weiteres Mal verbessert zu haben. Sie waren bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 19,16 Knoten bis zum vergangenen Freitag auf 459,78 Seemeilen und damit noch einmal weiter gekommen als die 457.41 Seemeilen, die Benoît Hantzperg und Renaud Dehareng auf Globe40-Etappe zwei zwischen den Kapverden und La Réunion erreicht hatten.
Die Flotte hat sich an diesem Wochenende und auch zu Wochenbeginn weiter mit schwerem Wetter auseinanderzusetzen. Ein aktueller Clip der “Wilson”-Crew zeigt, wie die Österreicherin Lisa Berger und ihr walisischer Co-Skipper “dem Sturm mit voller Geschwindigkeit entfliehen”. Schon eine Weile hatten die Seglerinnen und Segler wie auch ihre Konkurrenten die Sturmtiefentwicklung beobachtet. Am Samstag dann hatten Berger und Edwards-Leaney reagiert und begonnen, nach Norden auszuweichen.
“Wir wollen das Schlimmste des schweren Wetters vermeiden”, hatte Lisa Berger in einem ausführlichen und sehenswerten Clip von See hier vermeldet. “Wir wollen wirklich nicht 50 Knoten Wind und riesigen Wellen begegnen”, erklärte die Weltumseglerin vom Attersee, die mit der Globe40-Flotte am Neujahrstag den aktuellen Abschnitt eröffnet hatte. In ihrem Clip zeigte Lisa Berger auch, wie es an Bord von Wilson unter Deck aussieht. Dazu Surfimpressionen von “Wilson”.
Das nach dem vorläufigen Aus für Lennart Burke und Melwin Fink sowie dem Etappen-Aus für Thibaut Lefévère und Nicolas Guibal (”Free Dom”) auf ein Sextett reduzierte Globe40-Feld bleibt im Süden der Roaring Fouries gefordert. Wie das “Wilson”-Duo auf dem ältesten Boot der Flotte, so hatten sich auch die Verfolger auf “Jangada Racing” und “Whiskey Jack” zuletzt zum nördlicheren Ausweichkurs entschieden.
Nicht so das hinter den Top-Zwei auf Platz drei liegende Team auf “Barco Brasil”: José Guilherme Caldas und Luiz Bolina segelten am frühen Sonntagnachmittag bei 667 Seemeilen Rückstand auf die führenden Belgier zunächst weiter stramm an der Eisgrenze beim 50. Breitengrad, mindestens fünf Grad weiter südlich als ihr Verfolger-Trio.
Für Montag erwarten Crews und Rennleitung weiter schweres Wetter im Südpazifik. Es näherten sich zuletzt zwei Tiefdruckgebiete, eines eher aus dem Nordwesten, das andere aus dem Südwesten. Immer noch wird um den 50. Breitengrad Süd mit Winden um 50 Knoten, in Böen auch bis zu 60 Knoten gerechnet. Der Seegang kann auf sechs Meter oder mehr anschwellen. Die Tiefs bewegen sich nach Osten, fegen damit von hinten nach vorne über die Flotte hinweg. Hier geht es zum Globe40-Tracker, der alle vier Stunden aktualisiert wird. Die Karte mit den Positionen zeigt wie die Sturntiefs heranrauschen.