Dritte Aufgabe im 8. RORC Transatlantic RaceMastbruch mitten im Atlantik: "Black Pearl" ausgeschieden

Tatjana Pokorny

 · 13.01.2022

Dritte Aufgabe im 8. RORC Transatlantic Race: Mastbruch mitten im Atlantik: "Black Pearl" ausgeschiedenFoto: RORC/James Mitchell

Die Crew ist okay, das Rigg nicht mehr: Nach starkem Rennen bislang musste das "Black Pearl"-Team mit der IRC 56 den Heimweg antreten

Grau sind die Boote im Tracker für das 8. RORC Transatlantik Race gefärbt, wenn sie aus dem Rennen sind. Seit diesem sechsten Tag auf See teilt das Schicksal auch die "Black Pearl" von Stefan Jentzsch. Neben Jentzsch an Bord vom bitteren Aus betroffen: Joan Fullana, Michele Gnutti, Marc Lagesse, Luke Molloy, Gabriele Olive, Paul Standbridge, Peter van Niekerk und Matt Whitehead – eine sehr erfahrene Profi-Crew. Warum das Rigg versagte, war nach dem Unglück und der Meldung der Crew an die Wettfahrtleitung am 13. Januar um 16.32 Uhr deutscher Zeit bis zum Abend noch nicht klar. In der Meldung hieß es aber: "Wir geben das Rennen aufgrund des Mastbruchs auf. Alle an Bord sind okay. Wir befinden uns 800 Seemeilen westlich der Kanarischen Inseln und werden versuchen, sie mit unter Notrigg und Motor zu erreichen." Das Jentzsch-Team hatte vor dem K.-o.-Schlag um den Sieg in der IRC-Gesamtwertung gekämpft.

Aufklärung hat es inzwischen auch zum Aus der Gunboat 68 "Tosca" mit Skipper Ken Howery und seinem Co-Skipper Alex Thomson gegeben. Die Crew auf dem fast werftneuen Boot hatte mit Wassereinbruch zu kämpfen, der wiederum die Elektrik gefährdete. Alex Thomson erklärte nach der Ankunft im Azorenhafen Ponta Delgado, dass die Crew mit Problemen in diesem frühen Stadium gerechnet habe. Seine Kommentare sind hier zu sehen (bitte anklicken!). Auch Skipper Howery hat sich zum Ausscheiden geäußert (bitte anklicken!). Mit der Swan 58 "Omii" sind nun drei Boote nicht mehr mit von der transatlantischen Partie, bei der die Mehrrumpf-Spitzenreiter das Ziel voraussichtlich schon in der Nacht vom 14. auf den 15. Januar erreichen werden.

Das Finale der drei MOD- und Multi-70-Mehrrumpfer könnte zum packenden Thriller werden, denn am Abend des sechsten Renntages hatte plötzlich "Argo" die Bugspitze mit einer Seeemeile Vorsprung vor der bisherigen Dauer-Spitzenreiterin "PowerPlay". Giovanni Soldinis Crew auf "Maserati" hat auch noch nicht klein beigegeben, lag zeitgleich rund 35 Seeemeilen hinter dem führenden Duo und war zuletzt trotz angeknackstem Backbord-Ruder mit Geschwindigkeiten jenseits der 25 Knoten unterwegs. Chad Corning berichtete von Bord: "Wir versuchen, eine Balance zwischen Sicherheit und Speed zu finden." Hinter "Maserati" rauschte der 100-Fuß-Maxi "Comanche" dem Ziel als schnellste Einrumpfyacht mit 14 Knoten Speed auf Rekordkurs entgegen, während kleinere Boote der sehr diversen Flotte noch nicht einmal die Hälfte des rund 3.000 Seemeilen langen Kurses absolviert hatten.

  Eine ungemütliche Anbord-Momentaufnahme von "Maserati"Foto: Team Maserati
Eine ungemütliche Anbord-Momentaufnahme von "Maserati"
  Die "PowerPlay" von oben: Kann Peter Cunninghams MOD70 im Endspurt die zuvor tagelange Führung von der Rivalin "Argo" zurückerkämpfen?Foto: "PowerPlay"
Die "PowerPlay" von oben: Kann Peter Cunninghams MOD70 im Endspurt die zuvor tagelange Führung von der Rivalin "Argo" zurückerkämpfen?
  Die schnelle "Comanche" segelt mit der Crew um Skipper Mitch Booth dem Ziel vor Grenada auf Rekordkurs entgegenFoto: James Mitchell/RORC
Die schnelle "Comanche" segelt mit der Crew um Skipper Mitch Booth dem Ziel vor Grenada auf Rekordkurs entgegen

Die IRC-Gesamtführung behauptete am Donnerstagabend die A13 "Phosphorus II" von Mark Emerson vor dem Volvo Open 70 "L4 Trifork" unter dem Kommando von Skipper Jens Dolmer. Auf Platz drei lag nach IRC-Berechnung "Comanche" vor der schnellen Botin 52 Custom "Caro" von Maximilian Klink und dem kleinsten Boot der Flotte: Die Zweihand-Crew auf JPK 10.10 "Jangada" hat noch fast 2.000 Seemeilen bis ins Ziel vor sich, könnte aber ganz vorn mitmischen. Gut möglich, dass die Entscheidung im Kampf um den IRC-Gesamtsieg noch sehr viel länger dauert, als die ersten Zieldurchgänge nahelegen.

  Traumhaft schön, dieser Blick über den Atlantik von Bord der kleinen "Jangada"Foto: Jangada
Traumhaft schön, dieser Blick über den Atlantik von Bord der kleinen "Jangada"

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