Das Vegvisir Race 2021 ist gestartet!388 Regattasegler folgten dem Ruf der Abenteuer-Segelrallye

Tatjana Pokorny

 · 02.09.2021

Das Vegvisir Race 2021 ist gestartet!: 388 Regattasegler folgten dem Ruf der Abenteuer-SegelrallyeFoto: Peter Krogh Frausind / Vegvisir Race

Nach dem Corona-bedingten Ausfall im vergangenen Jahr war die Stimmung unter den Teilnehmern im dänischen Hafen von Nyborg und auf dem Wasser ausgelassen

Wenn das keine Liebeserklärung an die dänischen Ein- und Zweihandregatten, das Revier und die Veranstalter des Vegvisir Race um Initiator Morten Brandt Rasmussen ist: 388 Segler und Seglerinnen aus elf Ländern hatten sich bis zum Morgen des Starttages am 2. September im dänischen Hafen von Nyborg am Großen Belt eingefunden, um an der attraktiven Segelrallye teilzunehmen und ihren Sport gemeinsam zu feiern. Zu den letzten Angekommenen zählten um 6 Uhr früh Minitransat-Teilnehmer Jan Heinze und sein Co-Skipper Peter Sorowka auf dessen Mini650 "Colibri". Am Ende der für ihre Division längeren Strecke von 225 Seemeilen möchten die Segler aus Hamburg und Wedel allerdings gerne zu den Ersten gehören.

  Der Mini "Colibri" kurz nach Ankunft im Hafen von NyborgFoto: privat
Der Mini "Colibri" kurz nach Ankunft im Hafen von Nyborg

"Unser Motto ist wie beim Round Denmark 'Inch by Inch'. Wir wollen um den Sieg in unserer Klasse kämpfen. Wenn heute Nacht tatsächlich guter Wind um die 20, vielleicht sogar bis 28 Knoten kommt, dann ist das für einen Mini ideal", sagt Heinze. Anders als zuletzt beim Round Denmark, rechnen die Teilnehmer entsprechend der Wetterprognosen mit einem flotten Ritt durch die erste Nacht auf Freitag. Das gilt zumindest für alle jene, die den längeren Kurs gegen den Uhrzeigersinn absegeln. Der kürzere Kurs dagegen führt die Teilnehmer erst ab Freitag mit dem Uhrzeigersinn auf die Strecke von und nach Nybord, wo parallel zum jungen Segelklassiker ein Wassersportfest gefeiert wird.

  Eine gute Gemeinschaft: das Miteinander im Hafen von Nyborg machte den Teilnehmern schon vor den Starts viel SpaßFoto: Peter Krogh Frausing / Vegvisir Race
Eine gute Gemeinschaft: das Miteinander im Hafen von Nyborg machte den Teilnehmern schon vor den Starts viel Spaß
  Gute Aussichten für das Vegvisir Race 2021Foto: Peter Krogh Frausing / Vegvisir Race
Gute Aussichten für das Vegvisir Race 2021

Die Veranstalter wenden sich ganz bewusst mit unterschiedlich langen und komplexen Kursen an ihre Teilnehmer, die ihre persönliche Herausforderung – mit weniger oder mehr Erfahrung – selbst bestimmen können. Für Einhandsegler, die erst am 3. September starten, ist die Herausforderung immerhin noch 75 Seemeilen lang. Auf dem Programm stehen in jedem Fall für alle Starter enge Inshore-Duelle und einige fordernde Ostsee-Offshore-Passagen. "Die Kombination macht immer noch die DNA des Vegvisir Race aus", sagt Morten Brandt Rasmussen, "alle Kurse beinhalten Nachtnavigation, die Entdeckung wunderschöner Küstenstriche und echtes Abenteuersegeln."

  Die große Vegvisir-Race-Runde: der 225 Seemeilen lange Kurs für die "2Stars"Foto: Vegvisir Race 2021
Die große Vegvisir-Race-Runde: der 225 Seemeilen lange Kurs für die "2Stars"

Unter den Startern ist ein weiteres bekanntes Mini-Duo: Die Österreicherin Lisa Berger und der Däne Claus Pedersen gehen mit dem Mini "Grand Danois" in der Medium-Kategorie ins Rennen: "Wir sind bereit", sagte Berger, die langfristig fürs Minitransat plant, trainiert und regelmäßig mit dem österreichischen Minitransat-Starter Christian Kargl im Einsatz ist, kurz vor Regattabeginn, "die Bedingungen sehen tricky aus, doch in der Nacht auf Freitag erwartet uns ein schöner und schneller Ritt. Wir können es kaum erwarten."

  Ihre erste gemeinsame Regatta war das Zweihand-Rennen Baltic 500 im Jahr 2019. Damals verliebte sich Lisa Berger dank der spontan genutzten Mitsegelgelegenheit bei Claus Pedersen in das Mini-Segeln. Später wurde die junge dynamische Österreicherin Mixed-Offshore-Europameisterin mit Christian Kargl, bevor die Disziplin auf dem Weg zur olympischen Premiere vom IOC nicht akzeptiert wurde.Foto: Lisa Berger
Ihre erste gemeinsame Regatta war das Zweihand-Rennen Baltic 500 im Jahr 2019. Damals verliebte sich Lisa Berger dank der spontan genutzten Mitsegelgelegenheit bei Claus Pedersen in das Mini-Segeln. Später wurde die junge dynamische Österreicherin Mixed-Offshore-Europameisterin mit Christian Kargl, bevor die Disziplin auf dem Weg zur olympischen Premiere vom IOC nicht akzeptiert wurde.

Neben vielen ambitionierten Miniseglern hat das Vegvisir Race Einhand- und Zweihandcrews aus ganz unterschiedlichen Bootsbereichen nach Nyborg gelockt. So auch Hans Holzenkamp, der das Rennen in diesem Jahr erstmals mit einer Ultimate 20 bestreitet. Der U20-Klassenvereinigung berichtete Holzenkamp, der sein Boot über 1200 Kilometer auf dem Landweg nach Dänemark brachte: "Meine U20 kennt bisher nur das Süßwasser des Ammersees und des Comer Sees. Ich bin aber auch ein Fan der Ostsee, segele dort regelmäßig mit gecharterten Booten und hab mich schon oft gefragt, wie sich die U20 wohl auf der Ostsee bewähren würde. In Gesprächen mit meinem ehemaligen Arbeits- und geschätzten Skipperkollegen Andreas Brachwitz entstand der Wunsch, mal gemeinsam eine Langstreckenregatta auf der Ostsee zu segeln. Da war der Weg nicht mehr weit, beides zu verbinden und meine U20 für das Vegvisir Race Doublehand zu melden."

Gesegelt wird das Vegvisier Race in den Divisionen Small, Mini, Medium, XL und Multihull. Mit von der Partie sind Minis, X-Yachten, Seascapes, Bavarias, Dehlers, Waarschips, viele bekannte Werftnamen und Klassiker mehr sowie Einzelbauten. Wer sich für Boote interessiert, könnte kaum eine größere Bandbreite an Modellen an nur einem Ort erleben, wo die Teilnehmer ab Samstag zu Wochenendfest und Siegerparty zurückerwartet werden und erneut ein imposantes Gesamtbild bieten werden. Hier geht es zum Tracking.

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