Das 15. Transat Jacques Vabre startet am Sonntag!Vier Rennen in einem

Tatjana Pokorny

 · 04.11.2021

Das 15. Transat Jacques Vabre startet am Sonntag!: Vier Rennen in einemFoto: Jérémie Lecauday

Von den Ultime-Giganten über die Ocean-Fifties und die Imocas bis zur Class 40: Sas Transat Jacques Vabre ist die Bühne der Besten. Isabelle Joschke ist dabei

Vor dem Start zum Transat Jacques Vabre haben sich Frankreichs Beste und ihre internationalen Herausforderer in Le Havres Bassin Paul Vatine in der nordfranzösischen Region Normandie versammelt. Hier fällt am 7. November um 13.27 Uhr der Startschuss zur 15. Edition der weltweit längsten Zweihand-Prüfung über den Atlantik. Erstmals führt das Rennen in diesem Jahr nach Fort-de-France auf Martinique. Das allerdings für die vier Klassen auf unterschiedlich langen Kursen: Den kürzesten Parcours absolviert die Class40-Flotte mit 4600 Seemeilen, den längsten haben die Ultime-Geschosse mit rund 7500 Seemeilen zu bewältigen. So sollen die Boote entsprechend ihrer Speedpotenziale gefordert werden und das Finale am Ende in der Karibik etwas kompakter ausfallen. Dennoch wird für das Gesamtfeld mit einer Renndauer von 14 bis zu 23 Tagen gerechnet.

  Ultime-Skipper François Gabart ist bereit für die anstehende Prüfung. Der ehemalige Vendée-Globe-Dominator bestreitet das Transat Jacques Vabre mit Tom Laperche auf „SVR – Lazartigue“Foto: Thierry Martinez
Ultime-Skipper François Gabart ist bereit für die anstehende Prüfung. Der ehemalige Vendée-Globe-Dominator bestreitet das Transat Jacques Vabre mit Tom Laperche auf „SVR – Lazartigue“

Das 1993 erstmals veranstaltete Transatlantikrennen zählt zu den großen französischen Klassikern, wird seit der Premiere stets in ungeraden Jahren ausgetragen. Geladen sind Einrumpfyachten (Class40 und Imocas) sowie Mehrrumpfer (Ultimes, Ocean Fifties) zum Sprung über den großen Teich. Mobil gemacht hat dafür in diesem Jahr, was Rang und Namen in der Offshore-Szene hat. Zu den Superstars der Gastgeber zählen die Vendée-Globe-Gewinner Yannick Bestaven, Armel Le Cléac’h und François Gabart sowie America’s-Cup-Segler Franck Cammas und Volvo-Ocean-Race-Sieger Charles Caudrelier.

  Wie Galopper in ihren Startboxen: Die Boote sind in Le Havre für die Transatlantik-Passage bereitFoto: Jean-Marie Liot / Alea
Wie Galopper in ihren Startboxen: Die Boote sind in Le Havre für die Transatlantik-Passage bereit

Das Imoca-Feld: Vendée Globe reloaded

Zu den bekanntesten internationalen Startern zählt die Britin Samantha Davies, die bei ihrer siebten Transat-Jacques-Vabre-Teilnahme mit Nicolas Lunven an ihrer Seite Abschied von ihrer Imoca „Initiatives Cœur“ nimmt, weil sie sich danach auf ihren Neubau konzentriert. Auch die Deutsch-Französin Isabelle Joschke hat sich mit Fabien Delahaye auf „Macsf“ einen starken Segelpartner gesucht. Die Duos Davies/Lunven und Joschke/Delahaye sind zwei von fünf Mixed-Teams in der Imoca-Klasse mit insgesamt 22 Booten im Rennen.

Zum erweiterten Favoritenkreis zählen die Schweizerin Justine Mettraux mit dem britischen Top-Navigator Simon „Sifi“ Fisher („11th Hour Racing Team – Alaka’I“). Im gemischten Doppel greifen auch Eric Tabarlys Tochter Marie Tabarly und Louis Duc („Kostum – Lantana Paysage“) sowie Alexia Barrier und Manuel Cousin („Groupe Setin – 4MyPlanet“) an. Top-Favoriten der Imoca-Klasse sind Charlie Dalin und Paul Meilhat auf „Apivia“. Zu rechnen ist im Kampf um die Podiumsplätze aber auch mit Jérémie Beyou und Christopher Pratt auf „Charal“, Thomas Ruyant und Morgan Lagravière auf „LinkedOut“ und einigen weiteren Top-Akteuren.

  Bringt die deutschen Farben ins Spiel: "Macsf"-Skipperin Isabelle Joschke startet mit Fabien Delahaye ins TransatFoto: Jean-Marie Liot
Bringt die deutschen Farben ins Spiel: "Macsf"-Skipperin Isabelle Joschke startet mit Fabien Delahaye ins Transat
  Was geht für Sam Davies und ihren Co-Skipper Nicolas Lunven bei der Abschiedsgala der Britin mit ihrer "Initiatives Cœur", bevor der Neubau kommt?Foto: Yann Riou
Was geht für Sam Davies und ihren Co-Skipper Nicolas Lunven bei der Abschiedsgala der Britin mit ihrer "Initiatives Cœur", bevor der Neubau kommt?
  Die Favoriten in der Imoca-Klasse: Charlie Dalin und Paul Meilhat auf "Apivia"Foto: Team Apivia
Die Favoriten in der Imoca-Klasse: Charlie Dalin und Paul Meilhat auf "Apivia"

Die Class40-Flotte: Favoriten in Serie

Das Ausmachen der Favoriten in der Class40 fällt schwerer als bei den Imocas. Bis zu 15 der insgesamt 45 Teams kommen hier laut Seglern und Experten für einen Podestplatz in Frage. Dazu zählen Mini-Transat-Gewinner Ian Lipinski mit Julien Pulvé auf „Crédit Mutuel“ ebenso wie Antoine Carpentier und Pablo Santurde auf „Redman“ als Spitzenreiter der Class40-Saisonwertung, Axel Tréhin und Frédéric vom Rescue Ocean Project als Sieger des Frühjahrsgipfels Normandy Channel Race und viele mehr. Mit Amélie Grassi und Weltumseglerin wie SailGP-Akteurin Marie Riou auf „La Boulangere Bio“, Julia und Jeanne Courtois auf „Saint James – Biscuiterie de L’Abbaye“) und Morgane Ursault-Poupon mit Julia Virat auf „UP Sailing Unis Pour La Planète“ gehen neben drei Mixed-Teams auch drei reine Frauen-Crews in der Class40 ins Rennen.

  Mit Ian Lipinski und Julien Pulvé ist auf ihrer rassigen Class40 "Mutuel Crédit" zu rechnen…Foto: Christopher Breschi
Mit Ian Lipinski und Julien Pulvé ist auf ihrer rassigen Class40 "Mutuel Crédit" zu rechnen…
  Die Schwestern Julia und Jeanne Courtois starten mit der Class40 "Saint James – Biscuiterie de L'Abbaye" ins TransatFoto: Jean-Louis Carli / Alea / TJV21
Die Schwestern Julia und Jeanne Courtois starten mit der Class40 "Saint James – Biscuiterie de L'Abbaye" ins Transat

Ocean Fifties und Ultimes: viele Stars, keine Frauen

Mit kleineren Feldern, aber größeren und spektakulären Booten komplettieren sieben Ocean-Fifty-Trimarane und fünf Ultime-Giganten die Transatlantik-Flotte. Auffällig: In keiner dieser beiden Divisionen ist eine der insgesamt 14 Frauen am Start, die das Transat Jacques Vabre in diesem Jahr angehen. Vor allem die Ultimes stehen als modernste Hightech-Rennyachten im internationalen Rampenlicht. Aber auch die Frage, ob sie ihre an die Grenzen und darüber hinaus gebauten Geschosse ohne technische Rückschläge über den Atlantik werden bringen können.

  Können die beiden "Cs" – Franck Cammas und Charles Caudrelier – das Transat auf "Maxi Edmond de Rothschild" gewinnen?Foto: Yann Riou / polaRYSE / Gitana S.A.
Können die beiden "Cs" – Franck Cammas und Charles Caudrelier – das Transat auf "Maxi Edmond de Rothschild" gewinnen?

Gefordert sind die Ultime-Dompteure Franck Cammas und Charles Caudrelier auf „Maxi Edmond de Rothschild“, Armel le Cléac’h und Kevin Escoffier auf „Banque Populaire XI“, François Gabart und Tom Laperche auf „SVR – Lazartigue“, Thomas Coville und Thomas Rouxel auf „Sodebo Ultim 3“ sowie Yves Le Blevec und Anthony Marchand auf „Actual Ultim 3“. Zur Seele des Zweihandsegelns auf den Riesen der Meere sagte Co-Skipper Charles Caudrelier: „Im Doppel ist es ganz simpel – 90 Prozent der Zeit segelst du solo. Wenn einer schläft, treibt der andere das Boot vorwärts.“ Sein Teamkamerad Franck Cammas sagt: „Für unsere Konkurrenz wird es keine Reise ins Unbekannte. Wir haben bereits miteinander trainiert. Wir alle haben schöne Boote. In Sachen Geschwindigkeit kann niemand in unverschämter Weise dominieren.“

Was abzuwarten bleibt. Hier geht es zur Homepage des Rennens mit allen aktuellen Informationen (bitte anklicken!). Der Start wird am Sonntag live übertragen. Deutsche Fans können das Geschehen unter anderem auf YouTube verfolgen.

  Eher die Außenseiter in der mit Stars gespickten Ultime-Klasse: Yves Le Blevec und Anthony Marchand auf "Actual Ultim 3"Foto: Thierry Martinez / Team Actual
Eher die Außenseiter in der mit Stars gespickten Ultime-Klasse: Yves Le Blevec und Anthony Marchand auf "Actual Ultim 3"

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