Bodensee Rund UmDie 30-Fuß-Kats dominieren

Lars Bolle

 · 02.06.2013

Bodensee Rund Um: Die 30-Fuß-Kats dominierenFoto: tt-bilder.de

Ralph Schatz hat mit dem Katamaran "Black Jack" und Steuermann Veit Hemmeter die 63. Rund Um, die größte Bodensee-Regatta, gewonnen

"Black Jack", ein Katamaran vom Typ SL 33, querte nach 5:07:23 Stunden die Ziellinie vor Lindau. Zweiter wurde Helge Sach mit der "itelligence" (M 32) vor dem Vizeweltmeister im Starboot, Flavio Marazzi, mit dem neuen Katamaran "Marwin" (GC 32).

Es war eine dramatische Rund Um mit viel Wind, teils 6 Beaufort mit einer steilen, kurzen Welle. An der Spitze kämpften die Katamarane unter sich. Fritz Trippolt ist mit dem Katamaran "Skinfit" vor Hagnau gekentert, das Schiff ist laut Wasserschutzpolizei ein Totalschaden. Es ist noch nicht entschieden, ob es geborgen werden kann. Die Mannschaft blieb unverletzt. Laut Trippolt ist vermutlich am Luvschwimmer seiner Ventilo M2 die Verbindung gebrochen, "danach gab es einen Riss im Carbon, so hörte es sich jedenfalls an, die Mannschaft musste ins Schiff ins Netz hinein. Und dadurch sind wir zur Seite umgefallen." Zum Unglückszeitpunkt mitten in der Nacht wehte der Wind mit etwa 4 Beaufort aus Südwest, die "Skinfit" lief mit Gennaker etwa 20 Knoten. "Vom Ergebnis her ist das schade, wir waren so weit vorn, da hätte uns niemand holen können", bedauert Trippolt die Kenterung.

  Der Zweitplatzierte M 32 "Itelligence"Foto: tt-bilder.de
Der Zweitplatzierte M 32 "Itelligence"

"Ich bin so was von glücklich" jubelte dagegen der Sieger Ralph Schatz vom Yachtclub Meersburg. "Ich war dreimal Zweiter, manchmal nur mit ein paar Sekunden Rückstand – und jetzt hat es endlich geklappt." Und sein Steuermann Veit Hemmeter ergänzt: "Letztlich hat es sich ausgezahlt, dass wir auf Sicherheit gefahren sind. Die SL 33 ist eigentlich ein Leichtwindboot, bei dem starken Wind mussten wir früh die Segel wegnehmen – und dadurch sind wir gut durchgekommen." Die "Black Jack" war zwischen Konstanz und Überlingen ohne Fock mit gerefftem Groß unterwegs und lief im Überlinger See immer noch 26 Knoten, das sind rund 50 Kilometer pro Stunde.

  Dritter der Katamarane wurde der GC 32 "Marwin"Foto: tt-bilder.de
Dritter der Katamarane wurde der GC 32 "Marwin"

Auch der Vorjahressieger "Sonnenkönig" (Ventilo M2) kenterte vor der Birnau; die Mannschaft ist wohlauf. Laut Skipper Armin Schmid waren sie in Reichweite zur "Black Jack". Bei 2 bis 3 Beaufort hatte die Mannschaft den Gennaker gesetzt, "die erste Bö konnte noch ausgefahren werden, danach hat es uns aber aufgestellt. Wir öffneten noch die Segel – aber das war zu spät, nachts sieht man die Böen schlecht." Es habe aber null Euro Schaden am Schiff gegeben, das konnte mithilfe der Thurgauer Seepolizei wieder aufgestellt und nach Romanshorn geschleppt werden.

  Mit Totalschaden ausgeschieden: Ventilo 32 "Skinfit"Foto: tt-bilder.de
Mit Totalschaden ausgeschieden: Ventilo 32 "Skinfit"

Zahlreiche Teilnehmer hatten Probleme mit den tiefen Temperaturen deutlich unter zehn Grad. Von 278 verklarten Schiffen kamen 102 Schiffe ins Ziel. Während die Führenden mit viel Wind zu kämpfen hatten, musste das große Feld mit Regen und Flaute fertig werden.

  "Mata Hari" gewinnt das kleine Blaue BandFoto: tt-bilder.de
"Mata Hari" gewinnt das kleine Blaue Band

Das kleine Blaue Band der Startgruppe 3 holte Andreas Knoll mit der "Mata Hari" aus Stuttgart, den Blauen Pokal für das schnellste Boot der Startgruppe 2 gewann wie im Vorjahr das "Team Sonnenkönig" mit Daniel Scheerer vom Motor-Yacht-Club Überlingersee.

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