Tatjana Pokorny
· 09.05.2024
Wer die Geschichte der beliebten Zweihand-Regatta in den vergangenen Jahren verfolgt hat, wird sich vielleicht an die fünfte Auflage 2023 und den Ausspruch von Line-Honors-Gewinner Oliver Schmidt-Rybandt erinnern: “Nie war eine Line-Honors-Siegerin so langsam wie wir. Und nie war eine Line-Honors-Siegerin so klein wie wir.” “First ship home” waren Oliver Schmidt-Rybandt und Co-Skipper Felix Hauss im vergangenen Jahr mit der Dehler 30 OD “PowerPlay” nach 3 Tagen, 5 Stunden, 49 Minuten und 51 Sekunden. Das Rennen war ein Flauten-Poker für Crews mit guten Nerven und viel Zeit.
In diesem Jahr ist “PowerPlay”-Skipper Oliver Schmidt-Rybandt vom Regatta-Verein Greifswald mit Jens Scholz wieder am Start. Dazu sieben weitere Dehler-Schwesterschiffe und vier Yardsticker. 28 Boote kämpfen in ORC Club ums Podium, gute Platzierungen und Spaß bei der anspruchsvollen Zweihand-Ostsee-Regatta über rund 350 Seemeilen. Für volle 500 Seemeilen reicht der Wind an diesem langen Mai-Wochenende nicht.
Zu den bekannteren Startern zählen die 2022er Doublehand-Weltmeister Jonas Hallberg und Till Barth (Kieler Yacht-Club/Yacht-Club Godewind) mit der JPK 10.30 “Hinden”, Tim Behrendt und Andreas Buchheim (Kieler Yacht-Club) mit der JPK 11.80 “Frida” sowie Michael Höfgen (Flensburger Segel-Club) und Jasper Marwege von der Segelkameradschaft Das Wappen von Bremen mit ihrer neuen Arcona 385 “Lightworks”, die am Vatertagsabend zunächst die Line-Honors-Führung übernommen hatten.
Lina Rixgens und Sverre Reinke prüfen sich mit ihrer neuen Sun Fast 30 OD “Gaia”, die sie erst zu Beginn dieses Jahres in Folge der boot Düsseldorf übernommen haben. Kalle Dehler greift mit Torsten Grünhagen auf der Dehler 38 C “Sporthotel” an. Im Einheitsfeld der Dehler 30 OD dürften auch Hajo Hensel und Martin Buck auf der “tutto bene” um die Podestplätze kämpfen. Regattadirigent Cord Hall rechnet mit der Rückkehr der Flotte am Sonntag. Die leichten Winde sollen schon in der kommenden Nacht von mehr Druck abgelöst werden.
Cord Hall sagte nach den Starts am Donnerstagvormittag: “Es war heute mit Ansage, dass die Flotte zunächst in die Flaute fährt, aber wir haben eine Stunde mit ganz leichtem Wind gut genutzt, um das Feld über die Startlinie zu treiben.” Im Belt wartet bereits mehr Wind. “Sie werden dann mit der Westströmung hoffentlich bis zum Øresund weit kommen. Und dann hoffen wir am Sonntag auf eine schöne Downwind-Rutsche heim”, so Cord Hall. Die Rennleitung hatte auch einen Kurs rund Anholt erwägt, doch nicht nur Wetterberater Sebastian Wache hielt diese Variante angesichts der leichten Winde für zu riskant. Organisiert wird das Baltic 500 traditionell vom engagierten Team im veranstaltenden Yacht Club Strande.

Freie Reporterin Sport