Tatjana Pokorny
· 24.05.2024
Insgesamt rund 1.050 Seemeilen gilt es, im Atlantic Cup zu meistern. Mit drei Etappen bietet die 2011 durchgestartete Class-40-Prüfung ihren Teilnehmern ein abwechslungsreiches Rennen. Acht Zweihand-Crews nehmen die Herausforderung bei der siebten Auflage von Amerikas einziger Offshore-Regatta für Class-40-Yachten an. Eine Handvoll mehr gemeldeter Crews hatten es aus verschiedenen Gründen nicht über den Atlantik zum Start geschafft. Der Startschuss zum einzigen US-Segelmarathon, der seine Teilnehmer an Cape Hatteras und Cape Cod vorbeiführt, fällt am 25. Mai in Charleston in South Carolina.
Das Feld ist bei der ersten Auflage seit 2018 klein, aber fein: Namhafte Class-40-Crews wie die Franzosen Erwan Le Draoulec und Tanguy Leglatin auf dem Verdier-Entwurf “Everial” und Jules Bonnier und Julie Simon auf dem Manuard-Design “Nestenn – Entrepreneurs Pour La Planète”, der Italiener Alberto Riva und Jean Marre auf der “Acrobatica” oder William Mathelin-Moreau mit Pietro Luciani auf “Dékuple” nehmen am amerikanischen Ostküstenrennen teil. Sowohl “Acrobatica” als auch “Dékuple” stammen aus dem Design-Büro von Gianluca Guelfi.
Mit den acht Crews nehmen Segler aus Frankreich, Italien, Deutschland und den USA am Atlantic Cup teil. Unter der Flagge der gastgebenden Amerikaner starten Mike Hennessy und sein Co-Skipper Roger Junet ins Class-40-Kräftemessen. Ihr Boot “Scowling Dragon” ist ein Owen-Clarke-Neubau aus diesem Jahr.
Die Herausforderung ist spannend: Die erste Etappe führt das Feld von Charleston über 708 Seemeilen ins legendäre Newport auf Rhode Island, wo das Herz des amerikanischen Segelsports besonders laut schlägt. Am 1. Juni geht es weiter über 249 Seemeilen nach Portland in Maine. Dort sind die Crews im Finale am 5. und 6. Juni noch beim abwechslungsreichen Coastal Racing in zwei Tagesrennen gefordert. Melwin Fink und Lennart Burke wollen ihr Verdier-Design von 2022 auf der anderen Atlantik-Seite in neuen Gefilden gegen die starke Konkurrenz testen. Der Startschuss zum Atlantic Cup fällt am Samstag um 12 Uhr mittags Ortszeit (18 Uhr deutscher Zeit).
Am Vorabend des Regattastarts blickten Melwin Fink und Lennart Burke dem Atlantic Cup in Charleston gut vorbereitet entgegen. “Das Wetter ist schön hier, die Atmosphäre entspannt. Wir wollen natürlich vorn mit dabei sein sein, möchten die Regatta schon gern im ersten Drittel beenden”, sagte Melwin Fink. Als stärkste Boote nannte Fink “Everial” und “Acrobatica”, sagte aber auch: “Alle, die hier antreten, sind gut. Wir kennen nur die Amerikaner nicht wirklich. Die schreiben aber auf ihrer Hompage, dass sie gern gewinnen wollen.”
Die ersten 24 Stunden der ersten Etappe wird dem kleinen, aber feinen Feld gleich einiges Kopfzerbrechen bereiten: Bei flauen Winden und Gegenstrom stellt sich für die Crews die Frage, ob sie in Küstennähe oder raus auf See in Richtung Golfstrom gehen. “Wir müssen uns erst durch die Flaute schieben. Danach sollten wir fast das ganze Rennen Downwind- oder Reaching-Bedingungen haben. Das ist gut für uns”, erklärte Melwin Fink.
Die Wetterprognose ist vielversprechend. Für den weiteren Verlauf der ersten Etappe rechnen die Crews mit weitgehend angenehmen Bedingungen. Melwin Fink sagt: “An Wind erwarten wir in den dreieinhalb bis vier Tagen der ersten Etappe maximal 20, oder auch mal 25 Knoten. Die meiste Zeit wird es weniger sein. Richtiges Geballer wird es also nicht. Und damit sind auch keine riesigen Etmale, aber sicher ein schönes und spannendes Rennen zu erwarten.” Melwin Fink bereitet die “Sign for Com” bereits seit einer Woche in Charleston vor, während Lennart Burke noch in Deutschland war und einige Ausrüstungsteile mitgebracht hat. Für beide kann der Startschuss am Samstag kommen.
Einen bekannten deutschen Vorgänger haben der 22-jährige Melwin Fink und sein vier Jahre älterer Teamkamerad Lennart Burke im Atlantic Cup. 2012 hatten der Hamburger Jörg Riechers und sein Co-Skipper Ryan Breymaier den Atlantic Cup mit “Mare” gewonnen. Schon damals hatte übrigens Mike Hennessy – in dem Fall mit Christopher Museler – das Rennen wie schon die Atlantic-Cup-Premiere 2011 mit einer “Dragon” bestritten.

Freie Reporterin Sport