Tatjana Pokorny
· 26.02.2024
Ein paar Stunden muss Charles Caudrelier noch kämpfen. Gute 300 Seemeilen hatte Gitanas Nummer eins am Montagnachmittag noch bis ins Ziel der Arkea Ultim Challenge vor Brest zu meistern. Bei gedrosseltem Tempo näherte sich der “Maxi Edmond de Rothschild”-Skipper seinem Triumph bei der historischen Premiere der Solo-Weltumsegelung mit maximaler Vorsicht. Das Motto: Nur jetzt nichts mehr riskieren, um Himmels willen keine Kollision oder anderes Ungemach einfangen, da das Ziel schon fast in Sicht ist.
Dieser 26. Februar ist ein ganz besonderer Tag im Leben von Charles Caudrelier. Der zweimalige Ocean-Race-Sieger aus Fouesnant feiert nach 50 Tagen auf See seinen 50. Geburtstag allein an Bord. Fast hätte es mit der riesigen Ankunftsparty zum Ehrentag geklappt, doch stürmische Bedingungen auf den letzten paar Hundert Seemeilen ließen den “Maxi Edmond de Rothschild”-Skipper im Endspurt Vorsicht walten lassen.
Der frühere Figaro und Transat-Jacques-Vabre-Sieger steht vor dem größten Triumph seiner Karriere. Nach jüngsten Berechnungen und Einschätzungen des Gitana-Teams werden Charles Caudrelier und seine Ultim-Gigantin voraussichtlich am Dienstagmorgen (27. Februar) in Brest eintreffen. Thomas Coville (”Sodebo Ultim 3”) könnte seine Weltumsegelung am kommenden Donnerstag (29. Februar) abschließen. Armel Le Cléac’h (”Maxi Banque Populaire XI”) wird wahrscheinlich am kommenden Wochenende, Samstag oder Sonntag, die Ziellinie überqueren.
Charles Caudrelier wird bei seiner voraussichtlichen Jubel-Ankunft vergessen, dass sein Geburtstag dann bereits zu Ende ist. Der nun 50-Jährige mit Hang zu Gourmet-Kost und dem großen Talent für Solo- wie Teameinsätze blickt einem phänomenalen Empfang entgegen. Wer den miterleben will, sollte am Morgen des 27. Februar die Informationen zur Live-Übertragung auf der Homepage der Arkea Ultim Challenge verfolgen. Die Veranstalter und Brests segelverrücktes Publikum sind bereit für eine Siegerparty der Superlative. Drohnen, Hubschrauber und Schnellbote werden im Einsatz sein, um das große Finale aus allen Perspektiven zu zeigen.
Inzwischen hat mit Tag 50 die achte Woche der Solisten auf See begonnen. Woche sieben war für Charles Caudrelier noch einmal von Unwägbarkeiten und einem Sicherheitsstopp in Horta auf den Azoren geprägt. Dort wollte Caudrelier vor allem das von zwei Tiefdruckgebieten im Nordatlantik verursachte sehr schlechte Biskaya-Wetter aussitzen. Geistig aus dem Rennen geholt hatte der Pitstop den Gitana-Skipper nicht. Caudrelier berichtete, dass er sich nach der dreitägigen Pause zurück auf seinem Boot wohler fühlte als an Land. Am Ende von Woche sieben hatte “Maxi Edmond de Rothschild” bereits 28.200 Seemeilen im Solo-Modus gemeistert. Die letzten laufen jetzt.
Die Veranstalter in Brest haben indessen dazu aufgerufen, die Ankunft von Charles Caudrelier möglichst von Land aus zu beobachten. Die Rennleitung ruft alle, die die Ankunft auf dem Wasser erleben wollen, zu maximaler Vorsicht und Wachsamkeit auf. “Wir ziehen es vor, die Zuschauer zu ermutigen, die Ankunft von der Küste und von Land aus zu beobachten”, erklärte Pierre Hays von der Rennleitung.

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