Arkea Ultim ChallengeWetterchaos! Caudrelier pausiert im Rennen!

Andreas Fritsch

 · 02.02.2024

Arkea Ultim Challenge: Wetterchaos! Caudrelier pausiert im Rennen!
Macht seinem Namen alle Ehre: Wettervorhersage für Kap Hoorn am Montag: 60 bis 70 Knoten Wind, neun Meter Seegang | Karte: Wind.com
Jetzt erwischt es auch den Führenden: Während Thomas Coville und Armel Le Cléac’h schon einen starken Sturm im Hafen aussitzen beziehungsweise ausweichen, muss dies nun auch der Führende tun und segelt nur noch mit fünf Knoten weiter

Heute Morgen kündigte das Team von Charles Caudrelier an, dass er das Rennen sozusagen “pausiert”, nur noch ganz langsam segelt und einem aufziehenden starken Sturmtief im Südpazifik nach Norden ausweicht. “Wir müssen das tun, um Skipper und Boot zu schützen”, so das Team in einer Nachricht. Caudrelier hat noch rund 1.800 Meilen bis Kap Hoorn, würde aber kurz zuvor von einer echten Wetterbombe eingeholt werden, die da vor allem am Montag für Chaos am Kap der Stürme sorgen dürfte.

Caudreliers Team-Router Erwan Israël erklärt, was ihm dort blühen würde: “In den kommenden Tagen treffen am Kap zwei Tiefdrucksysteme zusammen und werden sich vereinigen, eine sehr explosive Mischung. Böen von über 70 Knoten werden erwartet. Die Entscheidung ist daher eindeutig. Bei so einem Wetterszenario kann man die Kap-Hoorn-Rundung einfach nicht angehen. Da die Eis-Exklusion-Zone ein Ausweichen nach Süden verbietet, gibt es einfach keinen Ausweg.“

“Wir haben uns entschieden, geduldig zu sein”

“Ich versuche zu lächeln, und ich bleibe positiv, auch wenn ich etwas daran zu kauen habe, wenn ich die Meilen des Vorsprungs dann vielleicht schmelzen sehe. Eine Woche Vorsprung ist sicherlich viel, aber auch Kap Hoorn mit nur einem Tag Vorsprung in Führung zu runden ist wohl etwas, wovon jeder Round-the-World-Skipper träumt, und ich werde wohl mehr als das haben.” Vermutlich wird Caudrelier dann am Dienstag nächster Woche das Kap runden. Dafür muss er in den nächsten Tagen langsam auf einer nordöstlichen Route das Tief im Süden durchziehen lassen. Zum Tracker geht es hier.

Die Boote sind über den Pazifik verstreut: “Sodebo” stoppt in Hobart (grün), Le Cléac’h ist weit in den Norden Neuseelands ausgewichen (blau), Caudrelier nähert sich nur noch im Schneckentempo Kap Hoorn | Karte: Arkea Ultim Challenge BrestDie Boote sind über den Pazifik verstreut: “Sodebo” stoppt in Hobart (grün), Le Cléac’h ist weit in den Norden Neuseelands ausgewichen (blau), Caudrelier nähert sich nur noch im Schneckentempo Kap Hoorn | Karte: Arkea Ultim Challenge Brest

Und noch werden ja auch seine Verfolger aufgehalten. Thomas Coville hat trotz des Ablaufs der 24 Stunden Mindest-Stoppzeit für seine Reparatur Hobart noch nicht verlassen, weil vor der Haustür bei ihm ein ähnlicher Sturm tobt und wohl auch noch morgen toben wird. Vermutlich kann er erst morgen gegen Abend auslaufen. Armel Le Cléac’h ist derweil extrem weit nach Norden vor demselben Sturmtief ausgewichen, schickt sich an, Neuseeland wohl sogar nördlich zu runden. Er ist aber schon wieder mit einem Schnitt von 25 Knoten unterwegs, macht also gerade trotz des Umwegs Meilen auf Caudrelier gut. Man darf gespannt sein, wie sehr diese Sturmtiefs das Feld am Anfang nächster Woche durcheinandergewürfelt haben.

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Andreas Fritsch

Andreas Fritsch

Freier Autor

Andreas Fritsch segelte seit Kindesbeinen an, erst mit der Jolle, später mit eigenen Kielschiffen auf der Elbe und der Ostsee. Ab 1997 arbeitete er für die YACHT, ab 2001 schwerpunktmäßig im Bereich Reise und Charter. Er war in fast allen Revieren weltweit unterwegs und gilt als Charter-Experte. Er hat zwei Revierführer für das Mittelmeer geschrieben. Seit einigen Jahren segelt er mit einem GFK-Klassiker vom Typ Grinde auf der Ostsee und arbeitet aktuell als Freier Autor für YACHT und BOOTE.

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