Heute Morgen kündigte das Team von Charles Caudrelier an, dass er das Rennen sozusagen “pausiert”, nur noch ganz langsam segelt und einem aufziehenden starken Sturmtief im Südpazifik nach Norden ausweicht. “Wir müssen das tun, um Skipper und Boot zu schützen”, so das Team in einer Nachricht. Caudrelier hat noch rund 1.800 Meilen bis Kap Hoorn, würde aber kurz zuvor von einer echten Wetterbombe eingeholt werden, die da vor allem am Montag für Chaos am Kap der Stürme sorgen dürfte.
Caudreliers Team-Router Erwan Israël erklärt, was ihm dort blühen würde: “In den kommenden Tagen treffen am Kap zwei Tiefdrucksysteme zusammen und werden sich vereinigen, eine sehr explosive Mischung. Böen von über 70 Knoten werden erwartet. Die Entscheidung ist daher eindeutig. Bei so einem Wetterszenario kann man die Kap-Hoorn-Rundung einfach nicht angehen. Da die Eis-Exklusion-Zone ein Ausweichen nach Süden verbietet, gibt es einfach keinen Ausweg.“
“Ich versuche zu lächeln, und ich bleibe positiv, auch wenn ich etwas daran zu kauen habe, wenn ich die Meilen des Vorsprungs dann vielleicht schmelzen sehe. Eine Woche Vorsprung ist sicherlich viel, aber auch Kap Hoorn mit nur einem Tag Vorsprung in Führung zu runden ist wohl etwas, wovon jeder Round-the-World-Skipper träumt, und ich werde wohl mehr als das haben.” Vermutlich wird Caudrelier dann am Dienstag nächster Woche das Kap runden. Dafür muss er in den nächsten Tagen langsam auf einer nordöstlichen Route das Tief im Süden durchziehen lassen. Zum Tracker geht es hier.
Und noch werden ja auch seine Verfolger aufgehalten. Thomas Coville hat trotz des Ablaufs der 24 Stunden Mindest-Stoppzeit für seine Reparatur Hobart noch nicht verlassen, weil vor der Haustür bei ihm ein ähnlicher Sturm tobt und wohl auch noch morgen toben wird. Vermutlich kann er erst morgen gegen Abend auslaufen. Armel Le Cléac’h ist derweil extrem weit nach Norden vor demselben Sturmtief ausgewichen, schickt sich an, Neuseeland wohl sogar nördlich zu runden. Er ist aber schon wieder mit einem Schnitt von 25 Knoten unterwegs, macht also gerade trotz des Umwegs Meilen auf Caudrelier gut. Man darf gespannt sein, wie sehr diese Sturmtiefs das Feld am Anfang nächster Woche durcheinandergewürfelt haben.

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