Tatjana Pokorny
· 15.02.2024
Vor dem Start zur historischen Premiere der Arkea Ultim Challenge hatte Armel Le Cléac’h mit seinem Riesentrimaran “Banque Populaire XI” zu den Co-Favoriten im Kampf um den Sieg gezählt. Nun muss der Skipper aus Saint-Pol-de-Léon bereits zum zweiten Mal einen Reparaturhafen ansteuern. Sein Team bestätigte am 15. Februar, dass die Ultim-Gigantin einen Ruderschaden erlitten habe.
Laut Team-Information werden “mehrere Möglichkeiten geprüft, um den Schaden zu diagnostizieren und zu überlegen, wie das restliche Rennen verlaufen soll”. Armel Le Cléac’h wird dafür in einen brasilianischen Hafen umgeleitet. Damit ist dieser 39. Tag der Arkea Ultim Challenge für den kampfstarken Franzosen erneut ein schwarzer.
Bessere Aussichten hatte am Donnerstagnachmittag Spitzenreiter Charles Caudrelier. Der “Maxi Edmond de Rothschild”-Skipper wird den Äquator voraussichtlich am Freitag kreuzen. Während Thomas Coville in dritter Position entlang der südamerikanischen Küste nach Norden segelt und schon bald die Rolle des ersten Jägers von Armel Le Cléac’h übernehmen dürfte, dringen der Viertplatzierte Anthony Marchand und sein Verfolger Eric Péron im Pazifik weiter vor.
Die Flotte der Arkea Ultim Challenge trennen von Dominator Charles Caudrelier bis zum Schlusslicht Éric Péron rund 6.600 Meilen. Weder sind die Wetterbedingungen der Skipper noch ihre Nahrungsvorräte miteinander zu vergleichen. Die Kontraste sind krass: Zum einen ist da Éric Péron, der mit seinem Smartphone an einer Stange befestigt und in leuchtend roter Bekleidung aus dem Cockpit von “Ultim Adagio” klettert und nachtblaues Meer vor dunkelgrauer Kulisse filmt. Auf der anderen Seite ist Charles Caudrelier mit nacktem Oberkörper zu sehen, der gezwungen ist, sein Cockpit abzudichten, um sich vor der Sonne zu schützen.
Während Anthony Marchand von “großen Wellenbrechern, Schaum, Grau und Regen” im Pazifik berichtet, hat er sich kurz vor Point Nemo wie auch der hinter ihm beim 52. Breitengrad Süd in den “Furiosen Fünfzigern” segelnde Éric Péron gegen die erbarmungslose Kälte zu schützen. An-Deck-Aufenthalte sind selten geworden. Mützen und Fleecejacken stehen bei sechs bis elf Grad Celsius Lufttemperaturen bei beiden hoch im Kurs.
Ich leide tagsüber wirklich unter der Hitze” (Charles Caudrelier)
Thomas Coville, der sich dem Breitengrad von Buenos Aires nähert, genießt zur gleichen Zeit herrliche 20 Grad. Mit Charles Caudrelier meint es die Sonne sogar gerade zu gut: Nach dem Passieren von Recife an der nordöstlichen Spitze Brasiliens hat der zweimalige Ocean-Race-Gewinner mit über 30 Grad Lufttemperatur zu kämpfen. Hin und wieder schüttet sich der Gitana-Skipper deshalb kaltes Wasser aus einem Eimer über den Kopf und bemüht sich, das Innere seines Cockpits gegen die Sonneneinstrahlung zu schützen. “Es ist wie in einem Wohnmobil. Ich leide tagsüber wirklich unter der Hitze”, sagte Cuadrelier.
Hin- und hergerissen zwischen der Schönheit des tropischen Reviers und den Hitzequalen, muss der Führende der Arkea Ultim Challenge auch auf seine Vorräte achten: “Ich habe Essen für 45 Tage eingepackt, aber ich habe noch zehn Tage zu gehen”, hatte er zur Wochenmitte vermeldet. Damit hätte Caudrelier, dessen Team am Donnerstag diesen Clip veröffentlichte, seinen Proviant bei einer aktuell angenommenen Renndauer von 48 Tagen ein wenig zu strecken.
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