Tatjana Pokorny
· 31.01.2024
Diesen Pitstop konnten aufmerksame Beobachter der Arkea Ultim Challenge fast kommen sehen. Seit Tagen schon ist Thomas Coville mit seiner “Sodebo Ultim 3” etwas langsamer unterwegs, als man es erwarten würde. So hatten es auch Mitglieder der Rennleitung immer wieder kommentiert. Jetzt ist klar, warum der 55-Jährige so zurückhaltend agiert.
Auf Platz zwei seit Tagen vom immer stärker aufkommenden Armel Le Cléac’h attackiert, plant Thomas Coville einen Pitstop in Hobart auf Tasmanien. Das gab sein Team am Abend des 30. Januar bekannt. Ein Teil des Bugkorbes der “Sodebo Ultim 3” und das Backbordnetz sind beschädigt und bedeuten Gefahr für Thomas Coville. Der Routinier wird bereits am Abend in Hobart erwartet.
Das Sodebo-Team beschreibt den geplanten Pitstop als “Entscheidung für die Sicherheit”. Ein Teil der Bugkorbes ist abgerissen – ganz ähnlich wie bei Armel Le Cléac’h während seiner Atlantik-Passage. Le Cléac’h hatte in der Folge einen technischen Reparaturstopp im brasilianischen Recife einlegen müssen. Auf “Sodebo Ultim 3” ist zudem das Trampolinnetz auf der Backbordseite, über das der Segler vom Bug zum Mittelrumpf gelangen kann, ebenfalls beschädigt.
Aus Sicherheitsgründen fühle ich mich so nicht in der Lage, den Pazifik in ungefährdeter Weise zu durchfahren” (Thomas Coville)
“Es handelt sich dabei um wesentliche Sicherheitselemente an Bord. Sie ermöglichen es, sich sicher zu bewegen, ohne Gefahr zu laufen, ins Wasser zu fallen”, heißt es im Statement von Team Sodebo. Auch Thomas Coville selbst sagte: “Aus Sicherheitsgründen fühle ich mich so nicht in der Lage, den Pazifik in ungefährdeter Weise zu durchfahren.” Die Wahl Hobarts als Reparaturhafen war für das Team alternativlos, weil sich danach auf Kurs Kap Hoorn keine weiteren Häfen anbieten.
Der Pitstop gibt Team Sodebo auch die Möglichkeit, das angeschlagene und auf See von Thomas Coville notdürftig reparierte Foil-down-System zu warten und zu reparieren. Zusätzlich wird Hobart Thomas Coville und seinem Trimaran Schutz bieten. “Der Zwischenstopp ermöglicht es uns, eine 48-Stunden-Auszeit von sehr schwierigen Wetterbedingungen zwischen Tasmanien und Neuseeland zu nehmen”, heißt es dazu in der Team-Meldung.
Mit diesen harschen Bedingungen wird sich auch der nur noch rund 200 Seemeilen hinter Coville liegende “Banque Populaire XI”-Skipper Armel Le Cléac’h auseinandersetzen müssen. Ihn hatte Coville auf See persönlich über seine Pitstop-Pläne informiert. “Wir haben in unserem Sport diese Art zu denken. Er musste es wissen. Für mich ist es ein seltsames Gefühl, das Rennen unterbrechen zu müssen. Aber es ist auch eine Möglichkeit, wieder neu und besser anzufangen”, sagte Thomas Coville optimistisch.
“Sodebo Ultim 3” wird bereits am Abend des 31. Januar in Hobart erwartet. Es ist der fünfte Zwischenstopp eines Solisten bei dieser historischen Premiere der Arkea Ultim Challenge. Nur der dominante Spitzenreiter Charles Caudrelier (”Maxi Edmond de Rothschild”) blieb bislang von solchen Zwängen unbelastet. Der 49-jährige zweimalige Ocean-Race-Sieger hatte nach der 23. Nacht auf See am Mittwochmorgen nur noch weniger als 10.000 Seemeilen bis ins Ziel dieser Solo-Weltumsegelung zu meistern.
“Maxi Edmond de Rothschild”-Skipper Charles Caudrelier strebte zur Mitte der dritten Rennwoche der Arkea Ultim Challenge dem nur noch rund 650 Seemeilen entfernten Längengrad von Point Nemo entgegen. Kap Hoorn liegt für ihn bei seiner ersten Solo-Weltumsegelung nur noch rund 2.500 Seemeilen entfernt. Seine Bootsgeschwindigkeit betrug am Mittwochmorgen mehr als 34 Knoten.
Kalt ist es! Hier meldet sich Charles Caudrelier von der Spitze des Feldes:

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