Arkea Ultim ChallengeFührungswechsel kurz vor dem Kap, Le Cléac’h kämpft

Andreas Fritsch

 · 17.01.2024

Arkea Ultim Challenge: Führungswechsel kurz vor dem Kap, Le Cléac’h kämpftFoto: Yann Riou/polaRYSE/Gitana S.A.
Gitanas “Maxi Edmond de Rothschild”, seit heute Morgen an der Spitze des Feldes
An Tag zehn der Arkea Ultim Challenge preschen die Tris in Richtung Kap der Guten Hoffnung, und “Edmond de Rothschild” übernimmt die Führung. Armel Le Cléac’h kämpft sich dicht unter Land nur langsam gen Süden

Lange Zeit folgte Charles Caudrelier dem Kielwasser von Tom Laperche, doch jetzt entschieden sich die beiden Skipper für unterschiedliche taktische Varianten: Während Caudrelier weiter direkt aufs Kap zuhält, hat Laperche beschlossen, zu halsen und weiter im Süden zu segeln, mittlerweile ist er fast 100 Meilen südlich von “Edmond de Rothschild”. Offenbar schien er das Risiko zu sehen, zu weit weg vom Tief zu segeln, mit dem beide Skipper mitsegeln wollen. Stellt sich die Frage, ob Caudrelier in Kürze ebenfalls halst oder der Meinung ist, er ist südlich genug, um nordöstlich des Tiefs zu bleiben.

Beide sollten in knapp zwei Tagen das Kap passieren, allerdings wird der Wind in den nächsten Tagen deutlich zunehmen, es muss sich dann noch zeigen, ob die beiden führenden Tris dann weiter so schnell fahren können oder im Seegang etwas zurückstecken müssen.

Noch zwei Tage bis zum Kap der Guten Hoffnung

Knapp wird es für Thomas Coville, der 390 Meilen Rückstand zum Führenden hat und noch weiter nördlich segelt. Er könnte Pech haben und den Sprung auf das Tief ganz knapp verpassen, da er vermutlich demnächst nach Süden halsen muss. Das wäre sehr schade, fährt er doch bislang ein sehr gutes Rennen angesichts der Tatsache, dass sein Boot nicht ganz auf dem Leistungsniveau der drei Top-Boote ist.

Das Interview der Woche gab es diesmal mit Tom Laperche, der zu dem Zeitpunkt noch in Führung liegend bester Laune war:

“Es ist ziemlich cool, direkt neben Charles zu segeln! Es ist mir gelungen, im Vergleich zu ihm vor der Küste Recifes richtig schnell zu segeln. Wir haben unterschiedliche Vorlieben für die idealen Wetterbedingungen, das führt zu einer Art Gummibandeffekt zwischen uns: Es ist immer noch ein großartiger Wettkampf, es ist so cool, direkt neben einem anderen Ultim zu segeln.”

Er bereite sich auch allmählich auf das raue Wetter des Southern Ocean vor:

“Es wird bald kalt werden! Aber in den letzten Tagen war es noch einmal richtig heiß. Ab Mittwoch wird es dann schnell kälter werden. Noch sitze ich hier im T-Shirt, wir segeln unter vollem Groß und dem großen Gennaker. Die See ist flach, es ist großartig ...”

Die Aussichten für die nächsten Tage beschrieb er so:

“Wir werden versuchen, die Oberseite eines Tiefs zu erwischen, das rund um die Antarktis zieht. Wir sind gut positioniert für flache See und starken Wind. Die theoretischen Speeds sind da ziemlich hoch, aber dafür wurden die Boote ja auch gebaut, solche hohen Geschwindigkeiten lange zu halten. Bis zum Kap sind es noch etwa 3 Tage (jetzt noch 2, d. Red.) ich muss zugeben, dass ich mich damit noch nicht sehr auseinandergesetzt habe. Ich konzentriere mich darauf, in den jetzigen Bedingungen den richtigen Kurs zu finden. Morgen und übermorgen wird es stärkere Winde geben. Der Indische Ozean, wir werden sehen, ich habe die ersten Wetterkarten noch nicht heruntergeladen. Aber ich weiß, dass mein Routing-Team an Land eine gute Übersicht hat!”

Während Laperche gut gelaunt ist, hat der gestern Mittag wieder ins Rennen gegangene Armel Le Cléac’h schwere Zeiten. Nach dem Restart kam er in den leichten Winden der brasilianischen Küste nicht gut in Fahrt. Er liegt rund 250 Meilen hinter dem viertplatzierten “Actual Ultim 3” und fast 1.600 Meilen hinter der Spitze.


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Andreas Fritsch

Andreas Fritsch

Freier Autor

Andreas Fritsch segelte seit Kindesbeinen an, erst mit der Jolle, später mit eigenen Kielschiffen auf der Elbe und der Ostsee. Ab 1997 arbeitete er für die YACHT, ab 2001 schwerpunktmäßig im Bereich Reise und Charter. Er war in fast allen Revieren weltweit unterwegs und gilt als Charter-Experte. Er hat zwei Revierführer für das Mittelmeer geschrieben. Seit einigen Jahren segelt er mit einem GFK-Klassiker vom Typ Grinde auf der Ostsee und arbeitet aktuell als Freier Autor für YACHT und BOOTE.

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