Antigua Racing CupGelungener Auftakt für neue Ära der Karibik-Regatten

Fabian Boerger

 · 13.04.2026

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Foto: Paul Wyeth/pwpictures.com
Action auf dem Wasser: Der Antigua Racing Cup lockte Renn-Yachten in vier Klassen – von Grand-Prix-Booten bis Performance-Cruisern.
Mit dem Antigua Racing Cup hat die karibische Segelinsel ihr Regatta-Konzept neu ausgerichtet. Statt einer einzigen Sailing Week Ende April setzen die Veranstalter nun auf drei spezialisierte Events, die sich über den gesamten Monat verteilen. Den Startschuss gab der Antigua Racing Cup – und das neue Format hat sich direkt bewährt.

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Antigua glänzt als Segelrevier – das hat die karibische Insel unzählige Male bewiesen. Der April bietet ideale Bedingungen: konstante Passatwinde mit 15 bis 20 Knoten aus Nordost, wenig Regen und Temperaturen über 25 Grad, sowohl in der Luft als auch im Wasser.

​In diesem idealen Setting findet seit Jahrzehnten die Antigua Sailing Week statt. Das traditionsreiche Event Ende April zählt zu den ältesten der Region und bildet für viele Regatta-Crews den festlichen Abschluss, bevor sie mit ihren Booten nach Europa oder Nordamerika zurückkehren.

​Doch die Teilnehmerzahlen sind zuletzt gesunken. Die Veranstalter führen dies auf einen zunehmend vollen Regattakalender in der Karibik zurück. Hinzu kommt: Die Saison im Mittelmeer und an der US-Ostküste beginnt früher, weshalb viele Renn-Yachten die Karibik vorzeitig verlassen.

Antigua Racing Cup: Neue Regatta mit neuem Konzept

​Die Veranstalter haben nun reagiert und ihr Konzept angepasst. Statt einer Sailing Week Ende April verteilen sie nun drei Rennen über den gesamten April. Das Ziel: die Klassenaufteilung neu strukturieren und dem veränderten Verhältnis von Racern, Cruisern und Charterbooten gerecht werden.

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Den Auftakt machte der neue Antigua Racing Cup, der den Schwerpunkt klar auf die Rennklassen setzt. Von Grand-Prix-Yachten bis hin zu Performance-Cruisern gingen die Teams in vier Klassen – CSA 1 bis CSA 4 – an den Start. Auch die Bedingungen spielten weitgehend mit. Abgesehen von einigen Squalls, die zeitweise durchs Revier zogen, prägten konstante Ostwinde mit 12 bis 17 Knoten die Wettfahrten an insgesamt drei Renntagen.

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Bildstarke Einblicke vom Antigua Racing Cup:

Die Ergebnisse beim Antigua Racing Cup:

CSA 1:
Platz 1: „Prevail", Tripp 65, USA, Dan Gribble und Dean Ziehls
Platz 2: „Kialoa III", S&S 79, Lennart Davidsson
Platz 3: „ZigZag", Oyster 82, GBR, John McMonigall

CSA 2:
Platz 1: „Belladonna", GS46, GBR, Steve Rigby
Platz 2: „Warthog", RP37, ANT, Jules Mitchell
Platz 3: „Rikki", Reichel/Pugh 42, Bruce Chafee

CSA 3:
Platz 1: „Danish Blue", ANT, Poul Hoj
Platz 2: „Panacea X", Salona 45, CAN, Katy Campbell
Platz 3: „Team Strada Awaken", Archambault A40, GBR, Mark Zamaria

CSA 4:
Platz 1: „Whiplash", Melges 24, ANT, Ashley Rhodes
Platz 2: „The Project", Sigma 38, USA, Lee Oldak
Platz 3: „Montebello Pepsi", First Class 10, FRA, Mallory Rousseau

Mehr zum Antigua Racing Cup finden Sie hier.

Deutsche Beteilung in Antigua

Mit dabei war auch die deutsche Seglerin Marlene Brudek auf ihrer „Heartbeat 2", einer JPK 10.30. Im Dezember überquerte sie als eines der kleinsten Boote bei der Atlantic Rally for Cruisers (ARC) den Atlantik – zuvor hatte sie im Mittelmeer an Regatten teilgenommen und das Boot vorbereitet. Ihr Plan: so viele Karibik-Regatten wie möglich segeln, bevor es zurück in den Heimathafen Hooksiel an der Nordsee geht.

Von Hooksiel bis in die Karibik: Mit dabei war auch die deutsche Seglerin Marlene Brudek mit ihrer “Heartbeat 2”.Foto: Paul Wyeth/pwpictures.comVon Hooksiel bis in die Karibik: Mit dabei war auch die deutsche Seglerin Marlene Brudek mit ihrer “Heartbeat 2”.

“Segler boten fantastische Show”

​Wettfahrtleiter des Antigua Race Cup, Jaime Torres, zeigte sich nach den Rennen begeistert:

„Für eine Premierenausgabe hätte diese Regatta kein besseres Feld haben können. Die Segler boten eine fantastische Show. Wir sind dankbar, dass sie an die Veranstaltung geglaubt haben, und hoffen, sie teilen ihre Erfahrung und kommen nächstes Jahr wieder."

Der Antigua Racing Cup ist der Auftakt einer dreiteiligen Regattaserie. Vom 15. bis 19. April folgt die Antigua Classic Yacht Regatta – hier dominieren klassische, traditionsreiche Segelboote. Den Abschluss bildet die neu aufbereitete Antigua Sailing Week (22. bis 26. April), die die jahrzehntelange Tradition einer der renommiertesten Karibik-Regatten weiterführt.


Warm und windig: Weitere Karibik-Rennen im Überblick

  • Die Heineken Regatta auf Sint Maarten gehört zu den größten Segel-Events in der Karibik und findet jährlich Anfang März statt. Bekannt für das Motto „Serious Fun“, verbindet die Regatta an vier Tagen intensiven Wettkampf mit allabendlichen Partys, die schon Kult-Charakter haben. 107 Boote aus 30 Ländern nahmen in diesem Jahr an der 45. Auflage des Rennens teil.
  • Die St. Barths Bucket Regatta ist besonders bei Fans großer Yachten beliebt. Diese exklusive Veranstaltung für Superyachten findet jedes Jahr im März auf st. Barthélemy statt. Rund 30 Superyachten, egal ob Sloop, Ketsch oder Schoner, sowie prominente Segler, darunter viele America’s-Cup-Veteranen, nahmen in diesem Jahr an der 31. Ausgabe teil. Neben dem sportlichen Wettbewerb spielt, wie bei vielen Karibik-Events, auch das gesellige Beisammensein der Teilnehmer eine große Rolle.
  • Die RORC Caribbean 600 ist ein anspruchsvolles Offshore-Segelrennen, das jährlich im Februar von Antigua aus startet. Organisiert vom Royal Ocean Racing Club, führt die 600-Meilen- Strecke um elf karibische Inseln. Es ist bei internationalen Top-Seglern und hochkarätigen Yachten beliebt. Drei deutsche Teams nahmen in diesem Jahr an der 16. Ausgabe teil.
  • Die Spring Regatta, die Ende März auf den Britischen Jungferninseln stattfindet, ist bekannt für ihre vielfältigen Rennkategorien und spektakulären Segelbedingungen. In diesem Jahr fand die Fun-Regatta mit 61 Booten aus 13 Ländern bereits zum 51. Mal statt und lockte zahlreiche Segler in die Nanny Cay Marina auf Tortola. Der Spaß steht bei dem Rennen an oberster Stelle. Ähnlich wie bei der Antigua Sailing Week ist die Teilnahme auch für Gäste über Bareboatoder Kojencharter auf einem der Regattaboote möglich.

Fabian Boerger

Fabian Boerger

Redakteur News & Panorama

Fabian Boerger ist an der Lübecker und Kieler Bucht zuhause – aufgewachsen in diversen Jollen und an Bord eines Folkeboots. Seit September 2024 arbeitet er als Redakteur im Panorama- und News-Ressort und verbindet dort seine Leidenschaften für das Segeln und den Journalismus. Vor seiner Zeit bei Delius Klasing studierte er Politikwissenschaften und Journalistik, arbeitete für den Norddeutschen Rundfunk und das ZDF. Sein Volontariat machte er bei der MADSACK Mediengruppe (LN, RND). Jetzt berichtet er über alle Themen, die die Segelwelt bewegen – mit dem Blick des Praktikers und der Präzision des Journalisten.

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