Antigua glänzt als Segelrevier – das hat die karibische Insel unzählige Male bewiesen. Der April bietet ideale Bedingungen: konstante Passatwinde mit 15 bis 20 Knoten aus Nordost, wenig Regen und Temperaturen über 25 Grad, sowohl in der Luft als auch im Wasser.
In diesem idealen Setting findet seit Jahrzehnten die Antigua Sailing Week statt. Das traditionsreiche Event Ende April zählt zu den ältesten der Region und bildet für viele Regatta-Crews den festlichen Abschluss, bevor sie mit ihren Booten nach Europa oder Nordamerika zurückkehren.
Doch die Teilnehmerzahlen sind zuletzt gesunken. Die Veranstalter führen dies auf einen zunehmend vollen Regattakalender in der Karibik zurück. Hinzu kommt: Die Saison im Mittelmeer und an der US-Ostküste beginnt früher, weshalb viele Renn-Yachten die Karibik vorzeitig verlassen.
Die Veranstalter haben nun reagiert und ihr Konzept angepasst. Statt einer Sailing Week Ende April verteilen sie nun drei Rennen über den gesamten April. Das Ziel: die Klassenaufteilung neu strukturieren und dem veränderten Verhältnis von Racern, Cruisern und Charterbooten gerecht werden.
Den Auftakt machte der neue Antigua Racing Cup, der den Schwerpunkt klar auf die Rennklassen setzt. Von Grand-Prix-Yachten bis hin zu Performance-Cruisern gingen die Teams in vier Klassen – CSA 1 bis CSA 4 – an den Start. Auch die Bedingungen spielten weitgehend mit. Abgesehen von einigen Squalls, die zeitweise durchs Revier zogen, prägten konstante Ostwinde mit 12 bis 17 Knoten die Wettfahrten an insgesamt drei Renntagen.
CSA 1:
Platz 1: „Prevail", Tripp 65, USA, Dan Gribble und Dean Ziehls
Platz 2: „Kialoa III", S&S 79, Lennart Davidsson
Platz 3: „ZigZag", Oyster 82, GBR, John McMonigall
CSA 2:
Platz 1: „Belladonna", GS46, GBR, Steve Rigby
Platz 2: „Warthog", RP37, ANT, Jules Mitchell
Platz 3: „Rikki", Reichel/Pugh 42, Bruce Chafee
CSA 3:
Platz 1: „Danish Blue", ANT, Poul Hoj
Platz 2: „Panacea X", Salona 45, CAN, Katy Campbell
Platz 3: „Team Strada Awaken", Archambault A40, GBR, Mark Zamaria
CSA 4:
Platz 1: „Whiplash", Melges 24, ANT, Ashley Rhodes
Platz 2: „The Project", Sigma 38, USA, Lee Oldak
Platz 3: „Montebello Pepsi", First Class 10, FRA, Mallory Rousseau
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Mit dabei war auch die deutsche Seglerin Marlene Brudek auf ihrer „Heartbeat 2", einer JPK 10.30. Im Dezember überquerte sie als eines der kleinsten Boote bei der Atlantic Rally for Cruisers (ARC) den Atlantik – zuvor hatte sie im Mittelmeer an Regatten teilgenommen und das Boot vorbereitet. Ihr Plan: so viele Karibik-Regatten wie möglich segeln, bevor es zurück in den Heimathafen Hooksiel an der Nordsee geht.
Wettfahrtleiter des Antigua Race Cup, Jaime Torres, zeigte sich nach den Rennen begeistert:
„Für eine Premierenausgabe hätte diese Regatta kein besseres Feld haben können. Die Segler boten eine fantastische Show. Wir sind dankbar, dass sie an die Veranstaltung geglaubt haben, und hoffen, sie teilen ihre Erfahrung und kommen nächstes Jahr wieder."
Der Antigua Racing Cup ist der Auftakt einer dreiteiligen Regattaserie. Vom 15. bis 19. April folgt die Antigua Classic Yacht Regatta – hier dominieren klassische, traditionsreiche Segelboote. Den Abschluss bildet die neu aufbereitete Antigua Sailing Week (22. bis 26. April), die die jahrzehntelange Tradition einer der renommiertesten Karibik-Regatten weiterführt.

Redakteur News & Panorama