84. Warnemünder WocheNeuntes WM-Gold im H-Boot für Titelhamster Høj Jensen

Tatjana Pokorny

 · 08.07.2022

84. Warnemünder Woche: Neuntes WM-Gold im H-Boot für Titelhamster Høj JensenFoto: Pepe Hartmann/Warnemünder Woche

Claus Høj Jensen, Fredrik Dahl Hansen und Rasmus Jørgen Andresen haben die H-Boot-WM gewonnen. Schon Vater Poul Richard Høj Jensen war zweimal Olympiasieger …

Favoritendurchmarsch bei der H-Boot-Weltmeisterschaft im Rahmen der Warnemünder Woche: Im Feld von 46 Booten konnten sich die dänischen Favoriten Claus Høj Jensen, Fredrik Dahl Hansen und Rasmus Jørgen Andresen gegen ihre Landsleute um Steuermann Anders Bertelsen durchsetzen. Als beste deutsche Crew segelte Thomas Klausen vom Berliner Yacht-Club mit Jani und Franzi Funk auf Platz drei. Am Finaltag der Welttitelkämpfe konnte wegen der stürmischen Winde allerdings nicht mehr gesegelt werden.

"Natürlich bin froh darüber, dass wir heute nicht mehr gesegelt sind, da ich so den Weltmeistertitel sicher habe", sagte der zwölfmalige Dänische Meister, "gegen Anders (Red.: Bertelsen) werde ich spätestens bei der Dänischen Meisterschaft im August wieder segeln." Außerdem sei er froh, dass er nicht noch einmal habe rausfahren müssen, da "die Bedingungen heute nicht schön waren". Der Fokus, so der H-Boot-Dominator, hätte dann eher darauf gelegen "zu überleben als zu segeln". Der neue und alte Weltmeister hat sein Segeltalent in die Wiege gelegt bekommen: Vater Poul Richard Høj Jensen hat 1976 im kanadischen Kingston und 1980 in Moskau mit seinen Crews zweimal in Folge Olympia-Gold in der Soling gewonnen, war zweimal Drachen-Weltmeister (1989, 2009) und gewann fünfmal den Drachen Gold Cup.

  Schöne H-Boot-Studie von den Welttitelkämpfen vor WarnemündeFoto: Pepe Hartmann/Warnemünder Woche
Schöne H-Boot-Studie von den Welttitelkämpfen vor Warnemünde

46 Teams aus Dänemark, Finnland, den Niederlanden und Deutschland waren an der WM-Startlinie vor Warnemünde aufgekreuzt. Den Großteil machten erwartungsgemäß die deutschen und die dänischen H-Boot-Flotten aus. Die Meldezahlen aus Schweden und Finnland lagen etwas hinter den Erwartungen der Veranstalter zurück. Der Präsident der deutschen H-Boot-Klassenvereinigung, Christoph Zander, sieht den Hauptgrund für das Fernbleiben vieler skandinavischer Crews im Ukrainekrieg und den gestiegenen Transportkosten. Er hatte vor dem WM-Start gesagt: "Wir hatten ursprünglich mit über 70 Meldungen gerechnet. Dass es jetzt etwas weniger sind, liegt an der Angst der Schweden und Finnen davor, dass ihre Länder in den Krieg hineingezogen werden. Das wissen wir aus Gesprächen mit den Aktiven."

Das H-Boot hatte 1967 der finnische Yachtkonstrukteur Hans Groop entworfen. Der Evergreen ist mit über 5.000 Exemplaren eines der meistgebauten Kielboote der Welt. Die größten H-Boot-Flotten in Deutschland finden sich heute im südlichen Raum, allen voran auf dem Starnberger See. Neben den Seen in Süd- und Westdeutschland ist das H-Boot vor allem auf den Revieren rund um Berlin stark vertreten. Daher kommt der vierfache und auch amtierende Deutsche Meister Thomas Kausen, der WM-Bronze gewann.

  Bei der 84. Warnemünder Woche vorgestellt: das Plakat für die 85. Warnemünder, die vom 1. bis zum 9. Juli 2023 stattfindet. 2026 wird die Warnemünder Woche übrigens ihren 100. Geburtstag feiernFoto: Grafik: Pepe Hartmann/Warnemünder Woche
Bei der 84. Warnemünder Woche vorgestellt: das Plakat für die 85. Warnemünder, die vom 1. bis zum 9. Juli 2023 stattfindet. 2026 wird die Warnemünder Woche übrigens ihren 100. Geburtstag feiern

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