8. RORC Transat Race 2022"PowerPlay" macht das Tempo für die Transat-Flotte

Tatjana Pokorny

 · 09.01.2022

8. RORC Transat Race 2022: "PowerPlay" macht das Tempo für die Transat-FlotteFoto: RORC Transat Race 2022/James Mitchell

Die erste Nacht ist ohne Ausfälle geschafft: Nach dem Start in 15 bis 20 Knoten Wind und eineinhalb Meter hohen Wellen rast die Flotte dem Ziel entgegen

Schneller Start, rasendes Vergnügen: Die höchst diverse Flotte der 8. Edition des RORC Transat Race hat die erste Nacht trotz knackiger Bedingungen ohne Ausfälle überstanden. An der Spitze des Feldes macht Peter Cunninghams MOD70 "PowerPlay" das Tempo, hat sich als Spitzenreiterin in der "Line Honors"-Zwischenwertung bereits 25 Seemeilen Vorsprung auf die MOD70-Rivalin "Argo" und 50 Seemeilen vor Giovanni Soldinis Multi 70 "Maserati" erarbeitet.

  Jagt aktuell Spitzenreiterin und Top-Rivalin "PowerPlay": die Crew auf der MOD70 "Argo"Foto: RORC Transatlantic Race/James Mitchell
Jagt aktuell Spitzenreiterin und Top-Rivalin "PowerPlay": die Crew auf der MOD70 "Argo"

Zu den ehrgeizigsten Antreibern an Bord der "PowerPlay" dürfte bei seiner Transatlantik-Premiere der zweimalige Finn-Olympiasieger Giles Scott zählen. Der Brite hatte vor Beginn des 3000 Seemeilen langen Meeres-Marathons von Lanzarote nach Grenada gesagt: "Das einzige Offshore-Rennen, das ich zuvor je bestritten habe, war das Rolex Fastnet Race auf demselben Boot. Da hieß es noch 'Concise'. Also wird es ein bisschen neu für mich sein. Ich bin an die zu erwartenden Geschwindigkeiten gewöhnt, aber natürlich ist das hier etwas ganz anderes (Red.: Scott zieht den Vergleich zu seinen Einsätzen auf den "fliegenden" Yachten im America's Cup, wo er für das britische Team Ineos Britannia im Einsatz ist). Wir segeln über den Atlantik und werden hohe Wellen erleben. Hoffentlich bekommen wir schöne Passatwinde und 3000 Seemeilen vor dem Wind. Das wäre schön."

  Im America's Cup sind sie Vertraute und Hoffnungsträger britischer Cup-Träume: Skipper Sir Ben Ainslie und Giles Scott (l.). Die olympischen Finn-Goldjungs bilden an Bord ihrer Cup-Yachten eine Superhirn-Einheit. Im RORC Transatlantic Race betritt Scott nun ohne Sir Ainslie atlantisches Neuland Studio Borlenghi Foto: COR 36
Im America's Cup sind sie Vertraute und Hoffnungsträger britischer Cup-Träume: Skipper Sir Ben Ainslie und Giles Scott (l.). Die olympischen Finn-Goldjungs bilden an Bord ihrer Cup-Yachten eine Superhirn-Einheit. Im RORC Transatlantic Race betritt Scott nun ohne Sir Ainslie atlantisches Neuland Studio Borlenghi

Der große Unterschied für den Olympia- und America's-Cup-Segler Scott wird darin bestehen, Tag und Nacht im Einsatz zu sein. Das hat er weder im Finn noch im America's Cup je erlebt. "Ich begebe mich auf völlig unbekanntes Terrain", so Scott. "Es ist ein erster Schritt in diese Welt." Bislang scheint der bestens zu gelingen. Weiter sagte Scott: "Ich freue mich auf die Herausforderung, bin aber hier alles andere als ein Experte. Ich werde der Führung der Jungs um mich herum folgen. Ich habe keine Ahnung, was mich inmitten des Atlantiks erwartet. Das ist ja fast ein völlig anderer Sport. Ich hoffe, dass ich dem Team auf hohem Niveau dienen kann. Ich verlasse meine Komfortzone. Deshalb will ich es machen. Es wird eine Erfahrung mit einer großartigen Gruppe von Leuten sein, und ich bin sicher, dass ich sehr viel lernen werde."

Den Vierkampf der schnellsten Mehrrumpfgeschosse um die "Line Honors" hatte Brian Thompson kurz vor dem Start gut beschrieben. Der Taktiker auf Jason Carrolls MOD70 "Argo" sagte: "Es wird ein fantastischer Wettkampf zwischen vier Booten um die 'Line Honors'. Gewinner wird das Team sein, das diese kraftvollen Boote insbesondere in rauen Bedingungen am besten managt. Und der, der die beste Route wählt. In diesem Jahr sind die Passatwinde nicht so normal, wie sie es sein sollten. Wir müssen also mit Blick auf mögliche Rekorde noch etwas abwarten. Es ist aber immer aufregend, über den Atlantik zu segeln. Der Kurs ist weder kürzer noch leichter geworden."

  Giovanni Soldinis Crew auf "Maserati" will im Kampf um die Transatlantik-Line-Honors auch ein Wörtchen mitredenFoto: http://rorctransatlantic.rorc.org/tracking/2022-fleet-tracking.html
Giovanni Soldinis Crew auf "Maserati" will im Kampf um die Transatlantik-Line-Honors auch ein Wörtchen mitreden

Auch in den anderen Wertungsdivisionen neben den rasanten Mocras – IRC Super Zero, IRC Zero, IRC 1 und IRC 2H – geht es im Kampf um die Klassensiege spannend zu. In der IRC-Gesamtwertung lag etwa 24 Stunden nach dem Start Maximilian Klinks Botin 52 Custom "Caro" vorne, die auch in IRC Zero führte. In IRC Super Zero werden an Tag zwei weiter die Top-Favoriten auf der 100-Fuß-Rekordjägerin "Comanche" ihrer Rolle gerecht. Das "Comanche"-Team um Skipper Mitch Booth könnte um den 15. Januar herum ins Ziel kommen und einen neuen Rennrekord aufstellen.

  Fast wie Geschwister: die beiden Botin-52-Renner "Caro" und "Tala" auf einen BlickFoto: RORC Transatlantic Race 2022/James Mitchell
Fast wie Geschwister: die beiden Botin-52-Renner "Caro" und "Tala" auf einen Blick

Auch die deutschen Eigner und ihre Teams bestreiten bislang ein starkes Rennen. Die IRC 56 "Black Pearl" von Stefan Jentzsch lag zu Beginn des zweiten Renntages auf Platz drei in IRC Zero. Das bedeutete zunächst einen beeindruckenden sechsten Rang nach gesegelter Zeit. Jens Lindners Volvo Ocean 70 "Hypr" lag in IRC Super Zero auf Platz fünf, gleichbedeutend mit Platz 13 in der "Line Honors"-Wertung der gesamten Flotte nach gesegelter Zeit. Das britisch-deutsche Imcoa-Trio auf "Rosalba" mit dem Berliner Frank Sturm hat sich nach einem technischen Problem zum Auftakt binnen 24 Stunden von Platz 27 auf Platz 18 nach gesegelter Zeit vorgearbeitet. Hier geht es zum Tracker und den Zwischenständen (bitte anklicken!).

  Die kraftvolle IRC 56 "Black Pearl" von Stefan JentzschFoto: RORC Transatlantic Race 2022/James Mitchell
Die kraftvolle IRC 56 "Black Pearl" von Stefan Jentzsch

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