Der Endspurt kam zu spät. Dieter Schön, Taktiker Markus Wieser und die “Momo”-Crew haben die Titelverteidigung bei der 6-mR-WM vor Cowes verpasst. Den Sieg sicherte sich Jamie Hiltons US-Team auf “Scoundrel” vor der Mannschaft um Violeta Alvarez, die für den gastgebenden Traditionsverein Royal Yacht Squadron starteten. Mit einem Punkt Rückstand auf Silber segelten “Momo”-Eigner Dieter Schön und sein Team unter Schweizer Flagge im Solent zu Bronze.
Wir waren mit dem Gefühl in Cowes angereist, für die Titelverteidigung bereit zu sein” (Markus Wieser)
18 Teams aus sieben Ländern hatten sich in acht Rennen der 6-mR-WM spannende Wettfahrten geliefert. Weitere 15 Boote waren in der Klassikerwertung im Einsatz, wo sich die spanische “Bribon” im Kampf um WM-Gold gegen die französische “Dix Août” und die britische “Silvervingen” durchsetzen konnte. Thomas Kuhmanns “Hanko III” vom Bayerischen Yacht-Club segelte im Klassikerfeld auf Platz zwölf.
Markus Wieser zog nach der von leichten Winden geprägten 6-mR-WM eine ehrliche Bilanz: “Es herrschte eine mega Hochdrucklage mit leichten Winden bei starkem Strom. Wir waren mit dem Gefühl in Cowes angereist, für die Mission Titelverteidigung bereit zu sein. Als Lokalkenner hatten wir Jules Salter von ‘Platoon’ und damit insgesamt vier aktuelle Weltmeister der 52 Super Series an Bord. Doch das half alles nicht.”
Starten bei zwei Knoten Strom von hinten macht Timing und Laylines sehr komplex” (Markus Wieser)
Die flaue Brise machte den Profis das Leben in Kombination mit der typischen starken Strömung im Tidenrevier schwer. “Die Amerikaner waren schlicht besser”, zollte Markus Wieser den Siegern Tribut. Und weiter: “Sie haben den ganzen Sommer vor Cowes trainiert. Wir dagegen haben mit acht weiteren Teams vor Palma trainiert. Man muss sagen, dass das Segeln im Strom eine zusätzliche, sehr komplexe Komponente ins Spiel bringt, die alles extrem schwierig macht. Starten bei zwei Knoten Strom von hinten macht Timing und Laylines sehr komplex.”
Zwar konnte sich die “Momo”-Crew im Verlauf der Welttitelkämpfe steigern und in den Rennen fünf und sechs sogar Tagessiege erringen, “doch unser Endspurt kam zu spät”, konstatierte Markus Wieser. Mit der Serie in den historischen britischen Gewässern hatte die Internationale 6-Meter-Klassenvereinigung auch ein halbes Jahrhundert Weltmeisterschaften gefeiert. Die erste WM hatte 1973 im US-Revier vor Seattle stattgefunden. Die damals von der Puget Sound 6 Metre Association gestiftete Trophäe, der Six Metre World Cup, wird noch heute vergeben.
Thomas Kuhmanns GER96 “Hanko III” war jetzt im britischen WM-Revier das einzige Boot, das auch bei der Premiere vor 50 Jahren dabei war. Damals war sie als US96 “Eclipse” bekannt. Sie wurde von C. William “Bill” Brasier aus Tacoma gesegelt und belegte den zwölften Platz unter den 20 Teilnehmern. Gewonnen hatte die Premiere Tom Blackaller vom St. Francis Yacht Club auf der US100 “St. Francis V” nach packendem Zweikampf mit dem australischen Olympia-Goldmedaillengewinner David Forbes auf KA6 “Pacemaker”.

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