53. La Solitaire du FigaroMatchrace-Duell um den Sieg?

Tatjana Pokorny

 · 05.09.2022

53. La Solitaire du Figaro: Matchrace-Duell um den Sieg?Foto: Alexis Courcoux/53. La Solitaire du Figaro

Die 53. Auflage des Frankreich-Klassikers La Solitaire du Figaro geht in die Entscheidung. Die dritte, längste und letzte Etappe des Dreiteilers führt die Solisten seit dem 4. September auf den One-Design-Booten vom Typ Beneteau Figaro 3 von Royon über 700 Seemeilen nach Saint-Nazaire. An der Spitze ringen die beiden Topskipper Guillaume Pirouelle und Tom Laperche um den Etappen- und den Gesamtsieg

Auf diesem Bild steht die Eins für einen Sprinterfolg. Kann Guillaume Pirouelle seinen Traum wahr machen und das Figaro auch insgesamt gleich im ersten Anlauf gewinnen?Foto: Alexis Courcoux/53. La Solitaire du Figaro
Auf diesem Bild steht die Eins für einen Sprinterfolg. Kann Guillaume Pirouelle seinen Traum wahr machen und das Figaro auch insgesamt gleich im ersten Anlauf gewinnen?

Alles deutet auf einen Finalkrimi hin

Während die beiden deutschen Starter Jörg Riechers („Alva Yachts“) und Sanni Beucke („This race is female“) das Feld aktuell eher von hinten aufrollen, ist an der Spitze der Flotte mit 31 verbliebenen Booten ein packender Kampf entbrannt. Einen Tag nach dem Sonntagsstart hat der junge Premieren-Teilnehmer und ehemalige 470er-Jugendweltmeister Guillaume Pirouelle, 28, die Bugspitze ganz knapp vor dem 25-jährigen Topfavoriten Tom Laperche bei dessen vierter Teilnahme.

Weil sie auch das Zwischenklassement nach den ersten beiden Etappen in dieser Reihenfolge und mit einem Vorsprung von nur 14 Minuten und 46 Sekunden für Pirouelle anführen, deutet alles auf eine Krimi-Entscheidung zwischen diesen beiden Skippern hin. Kann Neueinsteiger Pirouelle, der sich über zwei Jahre intensiv auf diese Figaro-Regatta vorbereitet hat, den großen Favoriten Tom Laperche weiter in Schach halten? Zu einem von den Veranstaltern poetisch als „letzter Tanz“ betitelten Videoclip mit faszinierenden Zeitlupenstudien vom dritten Etappenstart geht es hier.

Ringt um den Figaro-Sieg: der aktuell zweitplatzierte „Region Bretagne – CMB Performance“-Skipper Tom Laperche will mehr. 2020 und 2021 stand er jeweils als Figaro-Dritter auf dem PodiumFoto: Alexis Courcoux/53. La Solitaire du Figaro
Ringt um den Figaro-Sieg: der aktuell zweitplatzierte „Region Bretagne – CMB Performance“-Skipper Tom Laperche will mehr. 2020 und 2021 stand er jeweils als Figaro-Dritter auf dem Podium

Aufholjagd in Küstennähe: Jörg Riechers kämpft

Der Hamburger Steuermann Jörg Riechers kann in diesen Kampf um die Podiumsplätze bei seiner zweiten Figaro-Teilnahme nicht mehr eingreifen. Er hatte das extrem fordernde Rennen mit einem starken Ausbruch und Platz vier in Etappe eins überragend eröffnet. Eine defekte Inspektionsklappe infolge einer Nachvermessung, Wassereinbruch und ein „Blackout“ hatten den 53-Jährigen auf Etappe zwei vom Kurs abgebracht und im Zwischenklassement auf Platz 22 zurückfallen lassen.

Aktuell kämpft Jörg Riechers nach ungewöhnlichen Speed-Problemen zum Auftakt in Etappe drei auf Platz 27 um Anschluss ans Hauptfeld. Dafür segelte der Solist vom Hamburger Segel-Club am Montagmittag näher an der französischen Küste als die Konkurrenz.

Jörg Riechers bei den Vorbereitungen auf Etappe drei im Hafen von Royon. Er war mit großem Ehrgeiz in das Finale gestartet. Warum er zum Auftakt mit Speed-Problemen zu kämpfen hatte, wird sich erst nach dem Zieldurchgang klären lassen, weil die Kommunikation mit der Außenwelt beim Figaro nicht gestattet istFoto: Alexis Courcoux/53. La Solitaire du Figaro
Jörg Riechers bei den Vorbereitungen auf Etappe drei im Hafen von Royon. Er war mit großem Ehrgeiz in das Finale gestartet. Warum er zum Auftakt mit Speed-Problemen zu kämpfen hatte, wird sich erst nach dem Zieldurchgang klären lassen, weil die Kommunikation mit der Außenwelt beim Figaro nicht gestattet ist
Ein Ausschnitt aus dem Live-Tracker für Etappe drei an Tag zwei: Auffallend unterscheiden sich die Kurse von Jörg Riechers, der am hellblauen Bootssymbol in Küstennähe zu erkennen ist, und von Sanni Beucke, die sich der nächsten Wendemarke von weit draußen auf See nähertFoto: 53. La Solitaire du Figaro/Screenshot Tracker
Ein Ausschnitt aus dem Live-Tracker für Etappe drei an Tag zwei: Auffallend unterscheiden sich die Kurse von Jörg Riechers, der am hellblauen Bootssymbol in Küstennähe zu erkennen ist, und von Sanni Beucke, die sich der nächsten Wendemarke von weit draußen auf See nähert

Mit Olympia-Silber in der Figaro-Ausbildung

Neueinsteigerin Susann Beucke vom Norddeutschen Regatta Verein, noch „Azubi“ im Figaro-Circuit, hält auf Platz 30 den hinter ihr segelnden Piers Copham in Schach; ihr Schiff ist am Montagmittag mit Geschwindigkeiten jenseits der neun Knoten eines der schnellsten der Flotte. Dabei hatte sich die olympische 49er-FX-Silbermedaillengewinnerin in ihrem ersten Figaro-Jahr für einen küstenfernen Kurs entschieden. Abgerechnet wird am Ende dieser Woche, wenn die Figaristen vor Saint-Nazaire über die Ziellinie gehen. Hier geht es zum Live-Tracker für Etappe drei, der alle fünf Minuten aktualisiert wird.

In einem goldenen Moment eingefangen: der Traum vom Figaro-SegelnFoto: 53. La Solitaire du Figaro
In einem goldenen Moment eingefangen: der Traum vom Figaro-Segeln

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