Tatjana Pokorny
· 03.05.2024
Der europäische Auftakt zur 52 Super Series hat vor Palma de Mallorca spannend begonnen. Wie eng es in der internstional führenden Einrumpfserie bis zum Finaltag zuging, zeigte der Sieg der Saison-Zweiten vom Vorjahr: Erge Imres “Provezza” war als Fünfte in die letzten drei Rennen gestartet. Ihre Crew holte die Ränge 3 und 4, bevor sie die siebte und letzte Wettfahrt und damit auch das Event gewann. Zwei Punkte Vorsprung vor dem US-Team Quantum Racing powered by American Magic reichten zum gelungenen Start in die 13. Saison. Auf Platz drei segelte in der Bucht von Palma die amerikanische “Interlodge”.
Die neue “Platoon” dagegen kam noch nicht wie erhofft in Fahrt. Stark belastet durch zwei zehnte Ränge am zweiten Renntag, musste sich das Team um Eigner und Steuermann Harm Müller-Spreer vom Norddeutschen Regatta Verein in Hamburg und den italienischen Taktiker Vasco Vascotto beim ersten Regatta-Einsatz der Saison auf Platz sieben einreihen. Nach nur wenigen Wochen Vorbereitungszeit mit dem neuen, bei King Marine gebauten Botin-Design konnten die Weltmeister von 2023 noch nicht den erhofften Leistungsgewinn erzielen und in Podiumsnähe agieren.
Bei der Kalibrierung gibt es noch viel zu tun.” Jordi Calafat
“Wir müssen so schnell wie möglich lernen. Aber ich bin mir sicher, dass wir als Team dazu in der Lage sind, das gehört zum Spiel dazu”, sagte Harm Müller-Spreer in Palma. Das mit gleicher Rumpfform ausgestattete und ebenfalls neue britische Schwesterschiff “Alegre” holte zum Saisonauftakt Platz sechs. “Platoon”-Stratege und America’s-Cup-Gewinner Jordi Calafat sagte: “Wir müssen lernen, das Boot gut zu fahren, und das wird bis zu einem gewissen Grad unsere Saison bestimmen. Wir müssen lernen, was gut und was schlecht ist und wie wir das Boot auf die verschiedenen Bedingungen einstellen. Bei der Kalibrierung gibt es noch viel zu tun.”
Beim Auftakt im Balearen-Revier setzte sich mit dem Provezza Sailing Team ein erfahrenes Team auf einem erprobten Boot durch, bevor auch Erge Imre später in der Saison eine neue TP52 bekommt. “Dieser Sieg ist eine großartige Art, unser Boot ‘P10’ zu ehren. Wir sind extrem glücklich. Wir hatten einige Höhen und Tiefen diese Woche, aber ich denke, wir hatten die wenigstens Tiefs. Das hat am Ende den Unterschied gemacht. Dieses letzte Rennen zu gewinnen, das war wie ein Wunder, ein wahr gewordener Traum.”
Für das knapp geschlagene Quantum Racing Team sagte Harry Melges IV.: “Es ist ein bisschen enttäuschend, dass wir so knapp am Sieg vorbeigeschrammt sind. Aber Platz zwei ist ein sehr positives Zeichen für uns. Wir haben uns in den zwei Wochen, die wir zusammen gesegelt sind, stark verbessert. Wir haben einige neue, junge Segler auf dem Boot, so dass die Dinge für uns positiv aussehen und wir uns auf Newport freuen.” Hasso und Tina Plattners Crew auf “Phoenix” war vor Palma nicht am Start, wird aber in den USA wieder in die Serie einsteigen. Tina Plattner hat bereits mit Taktiker Ed Baird und Crew trainiert.
Nach dem Startschuss in Europa nimmt die TP52-Rennflotte nun Kurs auf Amerika, wo die nächsten beiden Regatten auf dem Programm stehen: Vom 10. bis 16. Juni findet die XS 52 Super Series Newport Trophy in Partnerschaft mit dem gastgebenden New York Yacht Club statt. Es folgt vom 15. bis 20. Juli der Saisonhöhepunkt: die TP52 Weltmeisterschaft vor Newport. Anschließend kehrt die 52 Super Series nach Spanien zurück, wo die Puerto Portals 52 Super Series Sailing Week (27. August bis 1. September) und der Valencia 52 Super Series Royal Cup (23. bis 28. August) die Saison beenden.

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