Tatjana Pokorny
· 21.09.2023
So hatten sich TP52-Weltmeister Harm Müller-Spreer und sein Team ihr Saisonfinale nicht vorgestellt. Der Hamburger Eigner und Steuermann vom Norddeutschen Regatta Verein und seine Crew sind vor Puerto Portals angetreten, mit Ergin Imres Team auf der türkischen “Provezza” bei der fünften und letzten Regatta der Profiserie um die Saisonmeisterschaft zu ringen. Stattdessen kollidierte im zweiten Rennen die britische “Gladiator” beim Start sowohl mit “Platoon” als auch mit der amerikanischen “Sled”.
“Die sind beim Start mit Vollgas von hinten in eine Lücke reingefahren, wo nur zwei Meter waren”, sagte Harm Müller-Spreer, der sich in der Folge gleich mehrfach ärgern musste: zum einen über die Klassenregel, die den gefoulten Booten die durchschnittliche Punktzahl der Hälfte der Flottenstärke von 5,5 Punkten für die verpassten beiden Rennen zuwies. Anderswo, so Harm Müller-Spreer, sei es der durchschnittliche Wert der selbst ersegelten Rennen, der im Fall von Wiedergutmachungen aufs Konto überwiesen werde.
Zum anderen empfanden es die Crews der beschädigten Boote als unnötig, das dritte Rennen des Tages überhaupt noch auszutragen. Die Schäden indessen, unter anderem abrasierte Relingsstützen, waren am späteren Abend wieder repariert. Zudem hatten erste Untersuchungen ergeben, dass wohl keine schwereren Schäden vorliegen. Am beidseitig angekratzten Rumpf der vom Argentinier Guillermo Parada gesteuerten Verursacherin “Gladiator” war nach den Rennen zu sehen, dass das britische Boot bei seinem Start gleich zwei Konkurrentinnen erwischt hatte.
Während die getroffenen Boote sich der Startlinie am Mittwochnachmittag mit vier, fünf Knoten Speed langsam genähert hatten, kam “Gladiator” von hinten mit etwa zehn Knoten Speed angerauscht. Segler und Beobachter berichteten übereinstimmend, dass die “Gladiator”-Crew schon im Training mit aggressiven Starts aufgefallen war.
Vor Mallorca hat indessen Hasso und Tina Plattners “Phoenix” mit den Rängen 5, 3 und 1 die Führung vor dem US-Team Quantum Racing American Magic (4, 4, 3) übernommen. “Platoon” lag trotz der beiden mittleren Punktzahlen zunächst auf Platz drei, die türkische Tabellenführerin “Provezza” (9, 6, 2) zunächst nur auf Platz sechs.
Das Bootshandling war perfekt” (Ed Baird)
“Phoenix”-Taktiker Ed Baird sagte: “Der Sieg im letzten Rennen ist uns sehr gut gelungen. Wir versuchen einfach, den ganzen Tag über im Spiel zu bleiben. Es war heute ein schwieriger Kurs mit vielen Verschiebungen. Ich denke, eine Sache war, dass wir uns aus Schwierigkeiten herausgehalten haben. Es gab einen Zwischenfall, der mehrere Boote betraf. Wir haben einfach versucht, uns fernzuhalten. Die Crew hat einen großartigen Job gemacht, das Boot schnell zu halten. Das Bootshandling war perfekt. Das war sehr schön. Das hier ist ein Team, das hart arbeitet und schon seit vielen Jahren zusammen ist, und ich ernte gerade die Früchte davon.”
Das Saisonfinale vor Mallorca wird am Donnerstag fortgesetzt und endet am 23. September.

Freie Reporterin Sport