Es ist alles angerichtet für ein spannendes Finale der 52 Super Series Ende Oktober im künftigen America’s-Cup-Revier von Barcelona. Beim Royal Cup vor Scarlino stellten die Klassen-Besten in der TP 52 die Weichen für die Entscheidungen in dieser Saison. Alles deutet nun in der führenden Einrumpf-Profiserie auf einen erneuten Sieg der Amerikaner hin. Mit Hasso und Tina Plattners “Phoenix” segelt aber der Aufsteiger der Saison noch in Schlagdistanz.
Doug DeVos’ Team Quantum Racing hat das Kräftemessen im toskanischen Revier vor Scarlino mit souveräner Leistung in den letzten beiden der insgesamt zehn Rennen gewonnen, aber “Phoenix blieb dran …
Die in Italien siegreiche US-Crew verdrängte im Schlussspurt noch die zuvor in Führung gelegene, ebenfalls amerikanische “Sled” von Takashi Okura. Den dritten Podiumsplatz sicherte sich vor Scarlino Harm Müller-Spreers “Platoon” nach einigen Aufs und Abs mit dem neuen Taktiker Vasco Vascotto. Der Italiener war für “Platoons” langjährigen Taktiker John Kostecki ins Team gekommen, nachdem die Mannschaft in diesem Jahr einige Male hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben war.
Eigner und Steuermann Harm Müller-Spreer und sein internationales Team legten mit einem Tagessieg und einem zweiten Rang einen brillanten Schlusstag hin und holten sich den dritten Podiumsplatz. Bei Punktgleichheit musste der Tiebreak im direkten Vergleich mit der ebenfalls stark gesegelten “Phoenix” entscheiden. Mit einem Tagessieg mehr auf dem Scarlino-Konto hatte “Platoon” schließlich die Bugspitze knapp vorn. “Platoons” neuer Taktiker Vasco Vascotto war erleichtert und glücklich nach dem Finale:
“Wir haben seit Wochenbeginn enorme Verbesserungen erlebt, was die Kommunikation und die Zufriedenheit bei uns an Bord betrifft. Der beste Moment war wirklich nach dem schlechten Ergebnis am Vortag. Da hatte ich das Gefühl, dass wir ein richtiges Team sind, weil wir diesen schlechten Moment als Mannschaft in guter Atmosphäre überstanden haben. Die guten Ergebnisse heute folgten mit der Fähigkeit, die schlechten Ergebnisse als Team verkraften zu können.”
Zur eigenen Leistung im und mit dem neuen Team sagte Vascotto: “Zu Beginn der Woche war ich so eingerostet, dass ich erst einmal aufwachen musste, um gut genug zu sein. Tatsache ist, dass ich mit Jordi Calafat, der schon einer meiner Helden war, als ich erst zwölf Jahre alt war, sehr gut kommuniziert habe. Das war wichtig, und wir haben es genossen, zusammen zu segeln. Ich denke, unsere Ergebnisse können immer besser werden. Harm kann das Boot so gut steuern. Mit der besser werdenden Kommunikation wurden alle ruhiger. Und wir wurden besser.”
Für Spannung sorgt in der 52 Super Series weiterhin die Ebenbürtigkeit der Mehrheit der Teams. Sieben von neuen Mannschaften konnten in Italien mindestens eines der zehn Rennen gewinnen. In der Saisonwertung führen nun die Scarlino-Sieger Quantum Racing (USA, 130 Punkte) vor “Phoenix” (135 Punkte) und “Platoon” (158 Punkte). Hier geht es zu den Ergebnissen vom Royal Cup der 52 Super Series. Hier geht es zur Saisonwertung nach vier von fünf Regatten. Die Entscheidungen über die Saisonplatzierungen fallen bei der Barcelona Sailing Week vom 24. bis zum 29. Oktober.

Freie Reporterin Sport