5 Jahre Helga CupWeltgrößte Frauen-Regatta vor dem Start: Ein Alstervergnügen für Regattaseglerinnen

Tatjana Pokorny

 · 09.06.2022

5 Jahre Helga Cup: weltgrößte Frauen-Regatta vor dem Start: Ein Alstervergnügen für RegattaseglerinnenFoto: Lars Wehrmann/Helga Cup

Rund 300 Seglerinnen aus Europa und Übersee kreuzen an diesem Wochenende zum Helga Cup in der Hansestadt auf. Die Idee zum Erfolgs-Event ist "made in Hamburg"

Am Freitag startet in Hamburg der 5. Helga Cup. Rund 300 Seglerinnen aus Deutschland, Europa und Übersee kreuzen zur weltgrößten Frauen-Regatta auf der Hamburger Außenalster auf. Viele von ihnen kommen nicht zum ersten Mal und können ihre Starts kaum erwarten. Aus der Idee von Initiator und Hauptorganisator Sven Jürgensen ist binnen weniger Jahre ein Gipfel-Event für Regattaseglerinnen geworden. Gastgeber ist der Norddeutsche Regatta Verein in Pole-Position an der Alster mit passender Adresse für Teilnehmerinnen und Fans: Schöne Aussicht 37.

  Beim Helga Cup ist das Regattavergnügen eine rein weibliche AngelegenheitFoto: Lars Wehrmann/Helga Cup
Beim Helga Cup ist das Regattavergnügen eine rein weibliche Angelegenheit

Nach zwei Pandemie-Editionen ist es der erste Helga Cup, bei dem es auch an Land wieder ums Miteinander gehen darf. Ihre Botschaft verkünden die Gastgeber heiter: "Die Frauen segeln miteinander und gegeneinander. Ohne den Hashtag 'beweiserstmalwasdukannst', ohne Gewichtsnachteil, ohne Kräftenachteil." Sie wollen die Teilnehmerinnen so beflügeln, wie es auch die mit ihrer Kampagne "This race is female" ins Offshore-Fach gewechselte olympische Silbermedaillengewinnerin Susann Beucke anstrebt. "Sanni" gibt nicht nur den ersten Startschuss zu den Wettfahrten ab 10. Juni ab etwa 13.30 Uhr, sondern nimmt auch selbst teil. Die Helga-Cup-Gewinnerin bei der Premiere 2018 steigt mit der Rollstuhlbasketballerin und paralympischen Silbermedaillengewinnerin Anne Patzwald in ein Boot. Das Duo startet in einer speziell fürs inklusive Segeln entworfenen S/V 14.

  Gut gelauntes Trio bei der Hamburger Sportgala (v. r.): NDR-Segelexperte Matze Steiner, Rollstuhlbasketballerin Anne Patzwald und Susann Beucke. Die beiden Frauen nehmen zusammen am Helga Cup teilFoto: Sven Jürgensen
Gut gelauntes Trio bei der Hamburger Sportgala (v. r.): NDR-Segelexperte Matze Steiner, Rollstuhlbasketballerin Anne Patzwald und Susann Beucke. Die beiden Frauen nehmen zusammen am Helga Cup teil

Der Helga Cup wird in unterschiedlichen Bootstypen ausgetragen – den aus dem Regattasport bekannten J 70 und RS 21 sowie S\V-14-Booten mit Schalensitzen, sodass auch Rollstuhlfahrende am Segelsport teilhaben können. Die Teams segeln in einem von der Segel-Bundesliga bekannten Format in vielen kurzen Rennen abwechselnd gegeneinander. Bahnradolympiasiegerin Kristina Vogel, die vor drei Jahren die Schirmherrschaft für den Helga Cup übernommen hat, freut sich sehr, dass die Regatta zu ihrem fünfjährigen Jubiläum wieder ohne Einschränkungen stattfinden kann: "Der Helga Cup ist eine ganz besondere Veranstaltung. Hier ist Inklusion nicht nur ein Wort, sondern hier wird Inklusion auf allen Ebenen gelebt und auch gefördert. Das herzliche Miteinander all der Frauen ist nachahmungswürdig und der Leuchtturmcharakter – gerade auch der auf der integrierten Inklusionsbahn – beispielgebend."

  Pinkfarbenes Alstervergnügen beim letzten Helga CupFoto: Lars Wehrmann/Helga Cup 2021
Pinkfarbenes Alstervergnügen beim letzten Helga Cup

In Kooperation mit der in der Ukraine geborenen, aber in Deutschland mit Malte Winkel verheirateten Olympiaseglerin Anastasiya Winkel und dem Ukrainischen Konsulat haben die Helga-Cup-Organisatoren ukrainischen Kindern die Möglichkeit gegeben, am Tag vor der Veranstaltung auf den schon aufgebauten Booten unter Anleitung von erfahrenen Skipperinnen zu segeln. Ihre Mütter konnten bei Kaffee und Kuchen im NRV in Kontakt miteinander kommen. Ab Freitag wird die stark in der Flüchtlingshilfe engagierte Anastasiya Winkel dann selbst mit einem ukrainischen Team beim Helga Cup mitsegeln. Anschließend setzt die Olympia-Sechste im 470er ihre neue Mixed-Kampagne mit ihrem Mann am Steuer fort. Das Duo zählt zu den aussichtsreichen Teams im German Sailing Team im Kampf um nur einen deutschen Startplatz im 470er-Mixed bei den Olympischen Spielen 2024.

  Hier ist Anastasiya bei den Olympischen Spielen in Japan 2021 mit Steuerfrau Luise Wanser im Einsatz. Inzwischen gab es Crew-Wechsel, denn der 470er wird künftig olympisch von Mixed-Teams gesegelt. Anastasiya Winkel kämpft mit ihrem Steuermann Malte Winkel um ihre zweite Olympiateilnahme. Luise Wanser hat mit ihrem bayerischen Vorschoter Philipp Autenrieth das gleiche ZielFoto: © Sailing Energy / World Sailing
Hier ist Anastasiya bei den Olympischen Spielen in Japan 2021 mit Steuerfrau Luise Wanser im Einsatz. Inzwischen gab es Crew-Wechsel, denn der 470er wird künftig olympisch von Mixed-Teams gesegelt. Anastasiya Winkel kämpft mit ihrem Steuermann Malte Winkel um ihre zweite Olympiateilnahme. Luise Wanser hat mit ihrem bayerischen Vorschoter Philipp Autenrieth das gleiche Ziel

Der Helga Cup wird am Freitagabend offiziell von Sportsenator Andy Grote, DSV-Präsidentin Mona Küppers, HSB-Präsidentin Katharina von Kodolitsch und von NRV-Vize Volker Ernst gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Gästen im Norddeutschen Regatta Verein eröffnet. Andy Grote sagte vorab: "Mit dem Helga Cup als wichtigste Frauen-Regatta weltweit, setzt Hamburg bereits im fünften Jahr ein starkes Signal für mehr Sichtbarkeit von Frauen im Sport. Kein Regattaformat, das in den letzten Jahren gegründet wurde, hat so viel Aufmerksamkeit erregt wie dieses Event. Darauf sind wir stolz! Mit immer neuen Impulsen bringt der NRV frischen Wind in den Segelsport und macht diesen mit der Teilnahme von Inklusionsbooten auch in diesem Jahr für alle zugänglich und erlebbar. Das ist Active City Spirit pur!" Das Helga-Cup-Finale findet am Sonntag gegen 14 Uhr direkt vor der NRV-Hafenanlage statt. Zu rechnen ist auf dem Weg dahin sicher mit dem HSC Women Team, das in diesem Jahr für die Stiftung Mammazentrum startet. Bei der fünften Teilnahme strebt die Mannschaft um Top-Steuerfrau Silke Basedow den dritten Titel an.

  Hamburgs Senator für Inneres und Sport: Andy Grote – hier bei der Hamburger Sportgala, bei der Boris Herrmann, Erik Heil und Thomas Plößel geehrt wurden – ist bekennender Helga-Cup-FanFoto: TimGroothuis
Hamburgs Senator für Inneres und Sport: Andy Grote – hier bei der Hamburger Sportgala, bei der Boris Herrmann, Erik Heil und Thomas Plößel geehrt wurden – ist bekennender Helga-Cup-Fan

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