Am Tag nach der Halbzeit beim Spanien-Klassiker Copa del Rey Mapfre werden die Karten neu verteilt. In der ersten Hälfte der populären Regattawoche in der Bucht von Palma de Mallorca haben die Teams zwar bereits die Hälfte der Wettfahrten absolviert, doch die Ergebnisse gehen – zur Spannungssteigerung – gebündelt und gemittelt nur wie ein Rennergebnis in die Gesamtwertung ein. Weitere sechs Wettfahrten stehen von Donnerstag bis Samstag auf dem Programm. Zeit genug also auch für Jäger wie Marcus Brenneckes Crew auf “Hatari”, sich noch auf die Podiumsplätze vorzuarbeiten.
In der umkämpften Einheitsklasse der 50er-Schwäne lag zur Halbzeit Leonardo Ferragamos “Cuordileone” vor den Landsleuten auf Andrea Lacortes “Vitamina” und der deutschen “Niramo” von Sönke Meier-Sawatzki in Führung. Auf Platz vier lauert Marcus Brenneckes “Hatari”-Team. Drei Jahre nach seiner Einführung hat das Format mit einer Vorrunde mit vergleichsweise wenig Gewicht fürs Gesamtergebnis und der anschließenden Finalserie weiter seine Fans, aber auch seine Gegner.
Wir sparen uns das Beste bis zum Finale auf” (Marcus Brennecke)
“Hatari”-Eigner Marcus Brennecke lacht: “Letztes Jahr sind wir zu diesem Zeitpunkt als Vierte in die Finalserie gegangen und haben dann gewonnen, also verfolgen wir wieder die gleiche Strategie und sparen uns das Beste bis zum Finale auf. Wir hatten zum Abschluss der Vorrunde am Mittwoch einen guten Tag. Das erste Rennen war mittelmäßig, es hätte ein dritter oder vierter Platz sein sollen. Aber wir haben am Ende gehalst, einen Fehler gemacht und kurz vor der Ziellinie ein paar Plätze verloren. So sind wir in dem Rennen auf den sechsten Platz zurückgefallen und haben einige Punkte verloren. Aber wir haben uns zurückgekämpft und das zweite Rennen gewonnen. Jetzt sind wir auf dem vierten Platz, was okay ist.”
Im Großen und Ganzen bevorzuge er, so Brennecke, direkte Rennen, “vielleicht mit zwei Trainingstagen, aber das macht so eine Serie dann zu einer langen Woche. Auf jeden Fall ist jetzt Ferienzeit, und ich freue mich auf das Wochenende, wenn meine Tochter zu ihrem zehnten Geburtstag zu uns kommt und mitsegelt.
Wenn wir gut segeln, können wir es auch wieder nach vorne schaffen” (Markus Wieser)
Bei den ClubSwan50-Regatten spielt ein weiterer wichtiger Faktor eine Rolle für die jeweils aktuelle Leistungsfähigkeit in der heiß umkämpften One-Design-Klasse: Die Teams dürfen nur sieben neue Segel pro Saison einmessen. Damit werden die Segel und ihr Einsatzzeitpunkt zur taktischen “Waffe”. Während sich die “Hatari”-Crew ihre neuen Segel für den Saisonhöhepunkt der Weltmeisterschaft im Oktober vor Scarlino aufbewahrt, segelt das Team von Sönke Meier-Sawatzki bereits vor Palma mit frischen Tüchern.
“Da müssen wir eben mehr kämpfen”, beschrieb “Hatari”-Taktiker Markus Wieser die aktuelle Aufgabe bei der 41. Edition der Copa del Rey, “wenn wir jetzt gut segeln, können wir es auch wieder nach vorne schaffen.” Die deutschen ClubSwan-50-Racer lagen vor Beginn der zweiten Halbzeit auf den Plätzen drei (”Niramo”), vier (”Hatari”), sechs (”Earlybird”/Hendrik Brandis), sieben (”Xai Vision”/Enis Ersu) und acht (”Olymp”/Markus Berner).
Auch Francesco Mongelli, Steuermann der zweitplatzierten “Vitamina”, sagte in Palma, er sei kein Fan der zweigeteilten Regatta mit “entwerteter” Vorrunde: “Mir persönlich gefällt das Format in seiner jetzigen Form nicht, es sollte zum Beispiel nicht sechs und sechs Rennen geben, es könnten drei Rennen im ersten Teil der ersten Serie sein.” Markus Wieser interpretierte die Stimmung in Palma als “wechselreif”: “Es sieht so aus, als könnte das jetzige Format für das kommende Jahr wieder geändert werden. Es macht nicht wirklich viel Sinn und ist in unserer Klasse nicht beliebt.”
In der ORC-Klasse 1 haben König Felipe und die Crew der TP52 “Aifos” von der spanischen Marine inzwischen ihren zweiten Sieg in Folge geholt und triumphierten auch bei der 30-Seemeilen-Küstenregatta. “Aifos” geht von Platz drei aus in die Finalrunde. In der größten ORC-Klasse führt die deutsch-spanische ClubSwan 42 “Palibex-Elena Nova” von Javier Sanz und Christian Plump. Ihr Boot holte bei der Küstenregatta Rang fünf und beendet die Vorlaufserie mit nur einem halben Punkt Vorsprung vor der argentinischen Rivalin auf der Swan 45 “From Now On”.
In der ORC-2-Wertung kämpfen unter deutscher Flagge auf der ClubSwan42 “Seabery Dralion” der spanische Steuermann Basilo Marquinez und seine Crew als Gesamtzweite nach der Vorrunde um einen Podiumsplatz. Hier führt die italienische ClubSwan42 “Teatro del Soho – Caixabank”.

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