Unwiderstehlich war es einmal mehr Marcus Brenneckes “Hatari”, die sich auch bei der 41. Auflage der Copa del Rey Mapfre im hochkalibrigen Kräftemessen der 50er-Schwäne durchsetzen konnte. Als Vorrunden-Vierte in die letzten fünf Rennen der Hauptrunde gestartet, reichten zwei Rennsiege, ein siebter und zwei zweite Ränge zum souveränen Sieg.
Mit nur 17 Punkten auf dem Copa-Konto, hatte “Hatari” in der Endabrechnung sechs Zähler Vorsprung vor Sönke Meier-Sawatzkis zweitplatzierter “Niramo”. Auf Rang drei segelte Andrea Lacortes Crew auf der italienischen ClubSwan 50 “Vitamina”. Die Platzierungen der weiteren deutschen ClubSwans in der umkämpften 50er-Division: Enis Ersus “Xai Vision” segelte mit Taktiker Hamish Pepper auf Platz vier, Mark Bezners “Olymp” mit Taktiker Jochen Schümann auf Platz sieben und Hendrik Brandis’ “Earlybird” mit dem zweimaligen Olympiasieger und Taktiker Robert Scheidt auf Platz acht.
Viel Kampfgeist war für die “Hatari”-Crew um Taktiker Markus Wieser in dieser Woche ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Nachdem die Starts nicht immer optimal gelangen, glänzte das Brennecke-Team vor allem mit Aufholqualitäten. “Es war ein harter letzter Tag, denn ‘Vitamina’ hatte die erste Wettfahrt gewonnen. Wir lagen zwar immer noch zwei Punkte vorn, sind aber in beiden Rennen des Tages nicht richtig aus dem Start rausgekommen. Wir mussten uns dann echt vorkämpfen. Dabei haben wir die Dreher gut mitgenommen und waren richtig schnell im oberen Windbereich. Wir waren hungrig”, sagte Markus Wieser.
Für Eigner und Steuermann Marcus Brennecke war es ein doppelt schöner Tag: “Es ist immer etwas Besonderes, hier zu gewinnen. Heute war es besonders schön, meinen Sohn und meine Tochter dabeizuhaben. Sie war das Glücksmaskottchen.” Zum Glück gesellte sich in erheblichem Maße wertvolle Erfahrung. Der Erfolg gelang der eingespielten “Hatari”-Crew auch dank herausragender Positionierung und kluger Strategie.
Mit Blick auf Leonardo Ferragamos “Cuordileone” und deren Achterbahnfahrt durch die Ergebnisliste, in der für die zu Beginn noch starken Italiener zwei Rennsiege verbucht wurden, aber eben auch drei vorletzte Ränge schwer ins Gewicht fielen, sagte Markus Wieser: “Die starten gern in Lee und ziehen durch. Wenn der Wind dann nicht kommt …” Dem “Durchziehen” der Azzurri stellt die “Hatari”-Crew oftmals Starts durch die Mitte entgegen, die für den weiteren Rennverlauf mehr Optionen bieten.
“Wir segeln nicht immer auf eine Seite, um dann zu hoffen … Wir nehmen lieber zwei dritte Ränge als einen ersten und einen achten. Auf Dauer zahlt sich Konstanz in diesem starken Feld mehr aus als extreme Positionierungen oder Entscheidungen”, sagt Markus Wieser. Zu seinem aktuellen YACHT-Porträt geht es hier. Der 59-Jährige flog noch am Abend des Sieges bei der Copa del Rey Mapfre zurück nach Deutschland. Für ihn und einige Mitstreiter aus der “Hatari”-Stammcrew wie Michi Müller und Gerd Habermüller ging es direkt nach Kiel, wo morgen die letzten Vorbereitungen ihres “Outsider”-Teams auf den Start zur ORC-WM am Montag (7. August) laufen.
Dass es bei der Auftaktlangstrecke der ORC-WM im deutschen Norden stürmisch zugehen könnte, weiß auch Wieser, der explizit kein Segler mit Hang zu mehrtägigen Rennen ist. Auf den Langstreckeneinsatz bei der WM aber hat er sich eingestellt. “Das wird schon … Wenn es ballert, müssen wir den Fuß etwas vom Gas nehmen. Die Langstrecke kann nicht gestrichen werden. Wenn da was bricht, ist die WM so gut wie vorbei. Wir müssen vorsichtig und smart segeln.” Wann der Start zur Langstrecke erfolgen soll, will Principal Race Officer Eckart Reinke am Sonntagabend um 18 Uhr in Kiel beim Skippers’ Briefing bekannt geben.
Bis dahin noch einmal zurück zur Copa del Rey, wo es einen weiteren Sieg unter deutscher Flagge gegeben hat: In der Gruppe der großen ORC-Yachten gewann die ClubSwan42 “Palibex – Elena Nova” von Javier Sanz und Christian Plump mit spanischer Crew. Nach der Gala in der Vorrunde dominierte das Team vom gastgebenden Real Club Nàutico de Palma auch die Hauptrunde mit vier von fünf möglichen Rennsiegen.

Freie Reporterin Sport