41. Copa del Rey”Hatari” siegt vor Mallorca – Wieser auf Kurs Kiel

Tatjana Pokorny

 · 05.08.2023

Im Vordergrund ist Marcus Brenneckes ClubSwan 50 "Hatari" zu sehen
Foto: Maria Muiña/41. Copa de Rey Mapfre
Marcus Brenneckes “Hatari” hat das Kräftemessen in der ClubSwan-50-Einheitsklasse beim Spanien-Klassiker Copa del Rey gewonnen. Nach insgesamt elf Rennen verwiesen die Titelverteidiger Sönke Meier-Sawatzkis “Niramo” und Andrea Lacortes “Vitamina” auf die Plätze zwei und drei

Unwiderstehlich war es einmal mehr Marcus Brenneckes “Hatari”, die sich auch bei der 41. Auflage der Copa del Rey Mapfre im hochkalibrigen Kräftemessen der 50er-Schwäne durchsetzen konnte. Als Vorrunden-Vierte in die letzten fünf Rennen der Hauptrunde gestartet, reichten zwei Rennsiege, ein siebter und zwei zweite Ränge zum souveränen Sieg.

Deutscher Doppel-Sieg in der ClubSwan 50

Mit nur 17 Punkten auf dem Copa-Konto, hatte “Hatari” in der Endabrechnung sechs Zähler Vorsprung vor Sönke Meier-Sawatzkis zweitplatzierter “Niramo”. Auf Rang drei segelte Andrea Lacortes Crew auf der italienischen ClubSwan 50 “Vitamina”. Die Platzierungen der weiteren deutschen ClubSwans in der umkämpften 50er-Division: Enis Ersus “Xai Vision” segelte mit Taktiker Hamish Pepper auf Platz vier, Mark Bezners “Olymp” mit Taktiker Jochen Schümann auf Platz sieben und Hendrik Brandis’ “Earlybird” mit dem zweimaligen Olympiasieger und Taktiker Robert Scheidt auf Platz acht.

Viel Kampfgeist war für die “Hatari”-Crew um Taktiker Markus Wieser in dieser Woche ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Nachdem die Starts nicht immer optimal gelangen, glänzte das Brennecke-Team vor allem mit Aufholqualitäten. “Es war ein harter letzter Tag, denn ‘Vitamina’ hatte die erste Wettfahrt gewonnen. Wir lagen zwar immer noch zwei Punkte vorn, sind aber in beiden Rennen des Tages nicht richtig aus dem Start rausgekommen. Wir mussten uns dann echt vorkämpfen. Dabei haben wir die Dreher gut mitgenommen und waren richtig schnell im oberen Windbereich. Wir waren hungrig”, sagte Markus Wieser.

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Mit den Kindern an Bord im Glück

Für Eigner und Steuermann Marcus Brennecke war es ein doppelt schöner Tag: “Es ist immer etwas Besonderes, hier zu gewinnen. Heute war es besonders schön, meinen Sohn und meine Tochter dabeizuhaben. Sie war das Glücksmaskottchen.” Zum Glück gesellte sich in erheblichem Maße wertvolle Erfahrung. Der Erfolg gelang der eingespielten “Hatari”-Crew auch dank herausragender Positionierung und kluger Strategie.

Mit Blick auf Leonardo Ferragamos “Cuordileone” und deren Achterbahnfahrt durch die Ergebnisliste, in der für die zu Beginn noch starken Italiener zwei Rennsiege verbucht wurden, aber eben auch drei vorletzte Ränge schwer ins Gewicht fielen, sagte Markus Wieser: “Die starten gern in Lee und ziehen durch. Wenn der Wind dann nicht kommt …” Dem “Durchziehen” der Azzurri stellt die “Hatari”-Crew oftmals Starts durch die Mitte entgegen, die für den weiteren Rennverlauf mehr Optionen bieten.

Vom Sieg bei der Copa del Rey direkt zur ORC-WM in Kiel

“Wir segeln nicht immer auf eine Seite, um dann zu hoffen … Wir nehmen lieber zwei dritte Ränge als einen ersten und einen achten. Auf Dauer zahlt sich Konstanz in diesem starken Feld mehr aus als extreme Positionierungen oder Entscheidungen”, sagt Markus Wieser. Zu seinem aktuellen YACHT-Porträt geht es hier. Der 59-Jährige flog noch am Abend des Sieges bei der Copa del Rey Mapfre zurück nach Deutschland. Für ihn und einige Mitstreiter aus der “Hatari”-Stammcrew wie Michi Müller und Gerd Habermüller ging es direkt nach Kiel, wo morgen die letzten Vorbereitungen ihres “Outsider”-Teams auf den Start zur ORC-WM am Montag (7. August) laufen.

Dass es bei der Auftaktlangstrecke der ORC-WM im deutschen Norden stürmisch zugehen könnte, weiß auch Wieser, der explizit kein Segler mit Hang zu mehrtägigen Rennen ist. Auf den Langstreckeneinsatz bei der WM aber hat er sich eingestellt. “Das wird schon … Wenn es ballert, müssen wir den Fuß etwas vom Gas nehmen. Die Langstrecke kann nicht gestrichen werden. Wenn da was bricht, ist die WM so gut wie vorbei. Wir müssen vorsichtig und smart segeln.” Wann der Start zur Langstrecke erfolgen soll, will Principal Race Officer Eckart Reinke am Sonntagabend um 18 Uhr in Kiel beim Skippers’ Briefing bekannt geben.

“Palibex – Elena Nova” gewinnt in ORC 1

Bis dahin noch einmal zurück zur Copa del Rey, wo es einen weiteren Sieg unter deutscher Flagge gegeben hat: In der Gruppe der großen ORC-Yachten gewann die ClubSwan42 “Palibex – Elena Nova” von Javier Sanz und Christian Plump mit spanischer Crew. Nach der Gala in der Vorrunde dominierte das Team vom gastgebenden Real Club Nàutico de Palma auch die Hauptrunde mit vier von fünf möglichen Rennsiegen.

Das Finale bei der 41. Copa del Rey:

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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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