22. Mini-TransatBogacki mit Blitzstart in Mini-Transat-Etappe zwei

Tatjana Pokorny

 · 02.11.2019

22. Mini-Transat: Bogacki mit Blitzstart in Mini-Transat-Etappe zweiFoto: Breschi / Mini-Transat La Boulangère

Seit Samstag sind die Minis unterwegs von Las Palmas nach Martinique. Morten Bogacki kämpft um die Führung. Hendrik Witzmann musste passen, konnte aber helfen

Von zwei deutschen Seglern ist auf der zweiten Etappe des 22. Mini-Transat La Boulangère nur noch einer im Rennen: Während Morten Bogacki auf "Lilienthal" zu Beginn des zweiten Rennabschnitts über den Atlantik sogar an der Spitze segelt und in der Proto-Wertung nach der ersten Nacht am Sonntagmorgen mit Tanguy Bouroullec um die Führung rang, musste der Berliner Hendrik Witzmann schweren Herzens auf die Fortsetzung seiner Mini-Transat-Premiere verzichten. Eine schwere Knieverletzung zwang den 46-jährigen Steuermann zur Aufgabe. "Das ist schon hart", sagte Witzmann, "aber man muss akzeptieren, wenn es nicht geht. Das Knie tut extrem weh, wird bei jeder Bewegung sofort wieder dick. Ich kann es kaum bewegen. So kann man nicht über den Atlantik segeln."

Wie die Königsetappe der Transatlantik-Regatta für die Solisten in Las Palmas begann

  Angriffslustig in Etappe zwei gestartet: Morten Bogacki auf "Lilienthal"Foto: Breschi / Mini-Transat La Boulangère
Angriffslustig in Etappe zwei gestartet: Morten Bogacki auf "Lilienthal"
  Morten BogackiFoto: Breschi / Mini-Transat La Boulangère
Morten Bogacki

Morten Bogacki dagegen startete topfit in Runde zwei des atlantischen Härtetests. Am ersten Abend hatte der 33-jährige Solist, der für den Düsseldorfer Yacht-Club und den Kieler Yacht-Club startet, die Proto-Flotte sogar angeführt. Am Sonntagmorgen trennte ihn keine Seemeile vom führenden Franzosen Bouroullec auf "Cerfrance". Mehr als 15 Seemeilen Vorsprung dagegen hatte sich das Duo in Front nach den ersten 17 Stunden bereits auf den drittplatzierten Matteo Sericano auf "Eight Cube" erarbeitet. Ein früher Ausbruch nach Westen hat dem Franzosen und dem Deutschen zumindest für den Moment die starken Pole-Position verschafft.

   Eröffnete Etappe zwei im 22. Mini-Transat La Boulangère 2019 mit Entschlossenheit: Morten BogackiFoto: Breschi / Mini-Transat La Boulangère 2019
 Eröffnete Etappe zwei im 22. Mini-Transat La Boulangère 2019 mit Entschlossenheit: Morten Bogacki

Bogacki hatte die mehrwöchige Pause zwischen den beiden Mini-Transat-Etappen vor allem dafür genutzt, sein Boot wieder in den Griff zu bekommen. Auf Etappe eins von La Rochelle nach Gran Canaria waren an Bord der "Lilienthal" beide Autopiloten ausgefallen. Bogacki hatte sein Boot fünf brutale Tage und Nächte lang von Hand steuern müssen. Inzwischen sind eine schwache Kabelverbindung und ein wackeliges Relais als Verursacher der Probleme mit den Steuer-Computern identifiziert und ersetzt worden. Bogacki sagte am Wochenende in Las Palmas: "Dieser zweite Start ist für mich weniger nervenaufreibend als der erste. Dem Boot und mir geht's gut. Ich denke, zwischen Platz vier und sieben ist noch alles drin für uns. Mit dem Podiumsplatz wird es nach den technischen Problemen auf Etappe eins eher schwierig." Dass der ehemalige 505er-Junioren-Weltmeister zu den Top-Akteuren in der Proto-Wertung zählt, machte er nun gleich zu Beginn der zweiten 2700 Seemeilen langen Etappe über den Atlantik in zunächst moderaten Winden deutlich.

  Starker Start: Morten Bogacki ist angriffslustig in Etappe 2 gestartetFoto: Screenshot/Mini-Transat La Boulangère 2019
Starker Start: Morten Bogacki ist angriffslustig in Etappe 2 gestartet
  Amélie Grassi musste ihr Boot reparieren, konnte das Rennen aber inzwischen wieder aufnehmenFoto: Breschi/Mini-Transat La Boulangère
Amélie Grassi musste ihr Boot reparieren, konnte das Rennen aber inzwischen wieder aufnehmen

Hendrik Witzmann hilft Amélie Grassi

Von den ursprünglich 22 ins Rennen gegangenen Proto-Solisten sind 21 in die zweite Etappe gestartet. Die nach Etappe eins Viertplatzierte Marie Gendron musste mit ihrer über Jahre selbst gebauten "Cassiopée" nach dem Start mit technischen Problemen wieder in den Hafen von Las Palmas zurückkehren. Das gleiche Schicksal ereilte die Fünfte und beste Skipperin der ersten Etappe in der Serienboot-Wertung: Auch Amélie Grassi musste mit einem Schaden in den Starthafen, konnte das Rennen aber mit ihrer "Action Enfance" inzwischen wieder aufnehmen. Geholfen hat ihr über Nacht Hendrik Witzmann, indem er seinen Vorstagsbeschlag demontierte und auf Grassis Boot wieder anbaute. Die Serien-Wertung der immer noch 61 Boote führte zunächst Félix De Navacelle auf "Youkounkoun" vor dem Briten Joe Lacey auf "Earlybird Racing" und Guillaume L'Hostis an.

  Amélie Grassi musste ihr Boot in Las Palmas reparieren, erhielt dort Hilfe von Hendrik WitzmannFoto: Breschi/Mini-Transat La Boulangère
Amélie Grassi musste ihr Boot in Las Palmas reparieren, erhielt dort Hilfe von Hendrik Witzmann

Hier geht es zu den Zwischenständen.

  Amélie Grassi musste ihr Boot reparieren, konnte das Rennen aber inzwischen wieder aufnehmenFoto: Breschi/Mini-Transat La Boulangère
Amélie Grassi musste ihr Boot reparieren, konnte das Rennen aber inzwischen wieder aufnehmen

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