Weltrekord-VersuchSieben Tage und 321 Seemeilen im Ilca 7

Sören Gehlhaus

 · 19.08.2025

Im dritten Anlauf versuchte Dan Lenard vor Kroatien Christian Kargls Guinness-Rekord über 495,9 Seemeilen zu brechen. Lenard loggte 321 Seemeilen auf seiner Ilca 7.
Foto: Yachts Croatia
Mit 321 Seemeilen verpasste Dan Lenard in Kroatien den Rekord für die längste ununterstützte Solo-Nonstop-Fahrt in einer Jolle. Der 57-jährige Superyacht-Designer verbrachte sieben Tagen auf seiner Ilca 7 ohne anzulegen oder Versorgung von außen.

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Dan Lenard hatte 500 Seemeilen angepeilt, 321,5 sind es am Ende geworden beim dritten Versuch Christian Kargls bestehende Bestmarke von 495,9 Seemeilen zu toppen. Der Österreicher segelte im Juni 2016 ebenfalls vor Kroatien und auf einem Laser Standard. Im letzten Sommer versuchte Lenard bereits im Ilca 7 den Guinness-Weltrekord für die längste ununterstützte Solo-Nonstop-Fahrt in einer Jolle aufzustellen.

Die viel beeindruckendere Zahl bezieht sich ohnehin auf die letztliche Dauer des Unterfangens: Dan Lenard verbrachte sieben Tage an Bord, also eher auf der Kante seines Ilca 7. Die 4,23 Meter Einheitsjolle dürfte dem 57-Jährigen etwa drei Quadratmeter Decksfläche geboten haben. ​​Lenard segelte ohne Hilfe von außen mit im Voraus gepackten und gesicherten Vorräten und ohne anzulegen. Das Tracking bestätigt, dass er 147 Stunden und 41 Minuten an Bord war und auch nachts Meilen gesammelt hat – teils schlafend, wie es in einer Pressemitteilung von seiner Stiftung Vela Code heißt.

Superyacht-Designer auf Ausdauertörn

Abseits von Vela Code entwirft der gebürtige Slowene Superyachten mit und ohne Segel als Co-Gründer und Chefdesigner von Nuvolari Lenard. Aus seiner Feder stammt unter anderen Yachten der ​107 Meter langen Gigasegler „Black Pearl“. 2019 überquerte Lenard den Atlantik solo in einem zehn Meter langen Sportboot aus wiederverwendeten Komponenten, in 43 Tagen ohne GPS, Autopilot oder Motor.

Bei seinem Meilenrekordversuch im Ilca 7 trennten ihn nur etwa 20 Zentimeter Freibord von der Adria. Allerdings wählte Dan Lenard die Kornaten als Rekordrevier aus, zudem wehte während der Woche zumeist eine leichte Brise. Nach dem Start am 12. August um 13 Uhr in Sukošan nahm er Kurs Nordwest. Sein Ausdauertörn führte ihn auch rund Dugi Otok und Otok Kornat, zwei der 89 Kornati-Inseln. Der Langschlag von Dan Lenard kann über den folgenden Link rückverfolgt werden: https://cf.yb.tl/vela500miles

Nachhaltigkeits-Prinzipien von Vela Code

Die Vorbereitung unterstützte der slowenische Finn-Olympionike Vasilij Zbogar. ​Gemäß den Prinzipien von Vela Code war Lenards Reise völlig emissionsfrei. Es seien keine Plastikflaschen mit Wasser transportiert worden, sodass während der gesamten Reise kein Plastikmüll anfiel.

Die Rekordfahrt war Teil einer umfassenderen Initiative zur Förderung der Vela-Code-Stiftung und -Bewegung, die darauf abzielt Wassersportler für den Zustand unserer Meere zu sensibilisieren und einzubinden. Letztendlich will man den Schutz der Ozeane auf globaler Ebene fördern.

Vela Code plant nächste Aktion

​​Vela Codes nächstes Projekt ist die Umrüstung der VO70 „Telefonica Black“, die bereits in vollem Gange ist. Das Refit wird dem Grundprinzip von Vela Code, der Wiederverwertung folgen, während alle Entscheidungen bezüglich Design und Änderungen natürlich Dan Lenard selbst trifft. Über seine Solo-Transatlantik-Überquerung hat er bereits ein Buch geschrieben, sein Ilca-7-Abenteuer verarbeitet er sicher noch in irgendeiner Form. Erste Videos gibt es auf: https://www.instagram.com/vela.code/

​Vela Code arbeitet an einem Refit der VO70 „Telefonica Black“.Foto: Vela Code​Vela Code arbeitet an einem Refit der VO70 „Telefonica Black“.

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Sören Gehlhaus

Sören Gehlhaus

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV

Sören Gehlhaus wurde 1981 in Berlin geboren und besegelte auf Jollen die Unterhavel, in den Ferien den Ratzeburger See und die Ostsee auf „Dickschiffen“. Zeitgleich mit dem Beginn des Studiums in Lübeck trat 2001 das Kitesurfen auf den Plan, und die intensive Ausübung des neuen Sports sorgte für den beruflichen Schwenk zum Journalismus. Nach Volontariat beim b&d Verlag in Hamburg folgten viele Jahre der redaktionellen Arbeit für ein Kitesurf-Magazin und 2018 der Wechsel zu BOOTE EXCLUSIV.

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