Tatjana Pokorny
· 17.12.2016
Die unendliche Geschichte der gefährlichen Begegnungen mit "Ufos" in der laufenden Vendée Globe geht weiter. Jüngstes Opfer ist der Franzose Thomas Ruyant
Und wieder muss ein Vendée-Segler seinen Kurs nach Kollision mit einem "Ufo" verlassen und sein demoliertes Boot in einen Raparaturhafen bringen. Der Franzose Thomas Ruyant und seine Yacht "Le Souffle du Nord pour Le Projet Imagine" steuern Neuseeland an. Der Skipper und sein Boot waren am Sonntagnachmittag mit einem "Unidentified floating object" ("Ufo") zusammengestoßen. In sehr rauer See und Winden um 40 Knoten hatte Ruyant kurz nach der Kollision Wassereinbruch im Vorschiff bemerkt, wo er seine Segel staut.
Als Achter im Rennen gut platziert, hatte Ruyant umgehend das Regatta-Management informiert und seine Sicherheitsausrüstung vorbereitet. Bei dem Vorfall waren außerdem das Steuerbordruder und die Struktur im Decksbereich beschädigt worden. Die Regatta-Manager haben Kontakt zur neuseeländischen Seenotrettung aufgenommen und dort für den Fall um Hilfe gebeten, dass sich Ruyants Situation verschlimmert.
Der Franzose hat bislang nicht um Hife von außen gebeten. Er will nach der Kap-Leeuwin-Passage versuchen, Neuseeland aus eigener Kraft anzulaufen. Laurent Bourggués, technischer Projektdirektor von Ruyant, erklärte: "Thomas bemüht sich darum, Neuseeland zu erreichen."
Zuvor hatte bereits am Samstagabend der Franzose Stéphane Le Diraison seinen Mast verloren und aufgeben müssen. Nach Tanguy de Lamotte, dessen Masttopp abgebrochen war, und dem japanischen Solisten Koji Shiraishi, der das obere Drittel seines Riggs verloren hatte, ist Le Diraison der dritte Skipper im laufenden Rennen, den dieses Unglück trifft. Er läuft den australischen Hafen Melbourne an.
An der Spitze des Feldes auf Kurs Kap Hoorn hatte sich Armel Le Cléac'h am 4. Advent einen Vorsprung von 439 Seemeilen auf "Hugo Boss"-Steuermann Alex Thomson erarbeitet. Der Brite hat mit 826 Seemeilen einen guten Vorsprung auf den Franzosen Paul Meilhat auf "SMA". Der wiederum liefert sich weiter ein Bug-an-Bug-Duell mit Jérémie Beyou auf "Maitre Coq". Die beiden Landsmänner trennten nach 42 Tagen auf See nur fünf Seemeilen!