Tatjana Pokorny
· 22.03.2024
In Port-la-Fôret wurde in dieser Woche “Holcim – PRB” nach einem dreimonatigen Refit wieder in Betrieb genommen. Seit dem 11. Dezember hat die technische Crew von Team Holcim – PRB daran gearbeitet, seinen Verdier-Imoca von 2022 für das Supersegeljahr 2024 und die 10. Vendée Globe vorzubereiten, dessen Gipfelsturm am 10. November mit dem Start der Vendée Globe beginnt. Zuvor wird Skipper Nico “The Brain” Lunven ab 28. April das Transat CIC in Angriff nehmen. Im Solorennen von Lorient nach New York messen die künftigen Vendée-Globe-Konkurrenten erstmals in diesem Jahr ihre Kräfte miteinander.
Nach dem Ocean Race 2023 und zwei Transatlantiküberquerungen im vergangenen Winter erwies sich diese Werftzeit in Vorbereitung auf die Vendée Globe als entscheidender Schritt für Team Holcim – PRB und seine Imoca-Rakete. Jedes Bauteil wurde akribisch zerlegt, inspiziert und überarbeitet. Parallel zu diesen Arbeiten wurde eine Reihe von Änderungen vorgenommen. Die Anzahl der Solarpaneele wurde erhöht. Das Boot wurde mit zwei Hydrogeneratoren ausgestattet. Durch diese Änderungen wird die Nutzung erneuerbarer Energien maximiert und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen während der Fahrt minimiert.
Auch der Skipper war in der Zeit des Refits intensiv beschäftigt: Nico Lunven hat während der Arkéa Ultim Challenge für die Routing-Gruppe des Teams Banque Populaire gearbeitet. Aus seiner Sicht war es eine spannende und bereichernde Erfahrung, die ihm bei seiner Vendée-Globe-Premiere ab 10. November zugute kommen soll: “Es war wirklich interessant. Es war eine gute Vorbereitung für die Vendée Globe. Denn obwohl die Boote unterschiedlich sind, ist der Kurs der gleiche. So kann man noch mehr Wissen sammeln, vor allem über die Wetterbedingungen und den Zustand des Meeres in diesen Gebieten, und sich so besser auf die verschiedenen Wetterszenarien einstellen, die uns bei der Vendée Globe erwarten können.”
Der Relaunch der “Holcim – PRB” markierte nun das Wiedersehen von Nicolas Lunven und seinem Boot für große Aufgaben. Erst soll es ihn zweimal über den Atlantik tragen, später im Jahr dann einmal um die Welt. Bei einer Transatlantiküberführung und der Teilnahme an der Retour à La Base im Winter 2023 hatte sich Team Holcim – PRBs sympathischer Neuzugang intensiv mit dem Imoca vertraut gemacht, bevor der Refit begann, der auch seine Wünsche reflektierte. Nun sind Lunvens Entdeckungsphase und viele Optimierungen abgeschlossen.
Weil Lunven vor seiner ersten Vendée Globe maximal viele Erfahrungen im Rennmodus sammeln will, hat er sich entschieden, an allen Rennen der Saison teilzunehmen. Das Transat CIC wird eine der anspruchsvollsten Prüfungen auf Kurs Vendée Globe sein. Nico Lunven sagte: “Das Transat CIC ist ein sinnbildliches Rennen. Historisch betrachtet, handelt es sich um das englische Transat, das zweimal von Éric Tabarly gewonnen wurde. Dieses Rennen hat es Frankreich ermöglicht, den Segelsport und die Hochseeregatten zu entdecken.”
Nach einer Atlantiküberquerung auf einem Imoca in New York anzukommen, das ist ein Traum” (Nico Lunven)
Weiter sagte Team Malizias früherer Navigator, der nun als “Holcim – PRB”-Skipper sein eigenes Projekt dirigiert, zur Transat-Herausforderung: “Es ist ein anspruchsvolles Rennen im Nordatlantik, gegen die vorherrschenden Winde und mit einer fabelhaften Ankunft in New York. Es ist selten, in die Vereinigten Staaten zu segeln. Nach einer Atlantiküberquerung auf einem Imoca in New York anzukommen, das ist ein Traum. Ich kann es kaum erwarten, dieses Abenteuer an Bord von ‘Holcim – PRB’ zu erleben.”
35 Imoca-Skipper und 14 Class-40-Solisten standen zuletzt auf der Meldeliste für das Transat CIC, in dem sich einst Größen wie Éric Tabarly ihre Sporen verdienten. Am Start sind alle ehemaligen und kommenden Vendée-Globe-Größen, darunter neben Boris Herrmann und Nico Lunven der letzte Sieger Yannick Bestaven (”Maître Coq V”), Thomas Ruyant (”For People”), Charlie Dalin (”Macif”), Sam Goodchild (”For the Planet”), Jérémie Beyou (”Charal”), Yoann Richomme (”Paprec Arkea”), Samantha Davies (”Initiatives Cœur”), Clarisse Crémer (”L’Occitane en Provence”) und Isabelle Joschke (”Macsf”).
Nach diesem ersten Großereignis der Saison wird der Skipper von “Holcim – PRB” – genau wie auch Boris Herrmann – ab 29. Mai am zweiten Transat teilnehmen: Das New York Vendée – Les Sables-d’Olonne führt seine Teilnehmer ab 29. Mai vom “Big Apple” zurück nach Frankreich. In seiner Heimat wird Nico Lunven dann die Vorbereitungen für die Vendée Globe abschließen, bevor das Rennen seines Lebens beginnt: die Vendée Globe, von der er seit Jahren träumt.

Freie Reporterin Sport