Vendée GlobeMit Vollgas Richtung Kanaren

Andreas Fritsch

 · 14.11.2012

Vendée Globe: Mit Vollgas Richtung KanarenFoto: Vendee Globe

Ein Video vom gestrigen Tag des Rennens zeigt die Open 60s im Full-Speed-Waschmaschinen-Modus. "Macif" verteidigt seine Führung

Nachdem der tagelange Taktik-Poker gestern im stabilen, kräftigen Nordwestwind ein Ende fand, hat sich gezeigt, dass François Gabart nach wie vor alles im Griff hat. Er gelangte zwar nicht als Erster in die für die Open 60s idealen Bedingungen – aber da er sich offensichtlich perfekt taktisch positioniert hatte und erneut wieder beeindruckenden Speed vorlegt, baute er seinen Vorsprung auf den Zweitplatzierten Bernard Stamm ("Cheminées Poujoulat") und Armel Le Cléac’h ("Banque Populaire") wieder auf knapp 60 Seemeilen aus. Für die Verfolger dahinter erwies sich das frühe Abbiegen nach Westen als taktische Nullnummer: mit 134 Meilen liegt Vincent Riou jetzt sogar weiter als zuvor zurück, auch Jean-Pierre Dick ("Paprec-Virbac 3") verlor den Anschluss, jetzt sind es 156 Meilen.

Einige Stimmen der Skipper von Bord bei der gestrigen Radio-Konferenz:

  Stand des Rennens heute Morgen um 9 UhrFoto: Vendee Globe
Stand des Rennens heute Morgen um 9 Uhr

Mike Golding ("Gamesa"): "Letzte Nacht war sehr anstrengend, ich habe so ziemlich alle Segelvarianten einmal gesetzt. Das Boot ist unter Deck okay, aber das Cockpit müsste mal aufgeräumt werden. Es war eine harte Nacht. Das Boot stampft durch die Wellen, es ist sehr, sehr, sehr nass und schwierig, überhaupt bei den Bewegungen irgend etwas an Bord zu tun."

Bernard Stamm ("Cheminées Poujoulat"):
"Was für eine chaotische See, ich fühle mich wie in der Achterbahn. Solche Bedinungen hatte ich an der Stelle des Rennens nicht erwartet. Ich hoffe, es ist bald vorbei – so über die Wellen zu springen mit dem Boot ist schwierig. Ich kann nicht richtig stehen, sogar krabbeln oder knien ist ein Problem. Es ist so laut unter Deck, als ob einer ständig eine Kanone abfeuert!"

Alex Thomson ("Hugo Boss"): Letzte Nacht war ich dicht an Jérémie Beyou und seiner ‚Maitre Coq‘. Also ging ich ans Funkgerät und bat ihn, einen Blick auf mein Boot zu haben, während ich mich mal aufs Ohr lege. Ich bin noch immer nicht in einem richtigen Rhythmus. So bekam ich zweimal 40 Minuten Schlaf, das war es aber auch schon. Ich bin müde, aber meine Jobliste ist abgearbeitet, das Boot ist in gutem Zustand."

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