Vendée GlobeKlassik à la carte: großes NDR-Interview mit Boris Herrmann

Tatjana Pokorny

 · 26.07.2019

Vendée Globe: Klassik à la carte: großes NDR-Interview mit Boris HerrmannFoto: Eliza Chohadzhieva
Boris Herrmann – Team Malizia
Der Segelprofi zu Gast im NDR-Studio: Im ausführlichen Gespräch berichtet er von seinen Sorgen um die Meere, Kindheit und Karriere sowie ehrgeizigen Plänen

Es kommt nicht sehr oft vor, das sich große öffentlich-rechtliche Sendeanstalten dem Segelsport so intensiv widmen: Skipper Boris Herrmann war zu Gast im Studio der NDR-Sendung Klassik à la carte und gewährte dort tiefe Einblicke in sein Leben als Segelprofi, seine Karriere, seine Sorgen um den Zustand der Weltmeere und seine Pläne für die Zukunft. Der 38-Jährige erzählt im Gespräch mit Annemarie Stoltenberg von seinen ersten Segelschlägen und seinen Weltumsegelungen ebenso wie vom Jollensegeln mit dem 505er, von Abenteuern auf See, von den Herausforderungen im Kampf gegen die Klimaerwärmung und den vielfältigen Anforderungen an einen Segelprofi in heutiger Zeit.

  Hat seine Vendée-Globe-Premiere im Visier: Skipper Boris HerrmannFoto: Team Malizia/Y. Kethers Hat seine Vendée-Globe-Premiere im Visier: Skipper Boris Herrmann  Herrmanns Imoca-Yacht "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco" im TrainingFoto: Jean-Marie Liot / www.jmliot.com Herrmanns Imoca-Yacht "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco" im Training

Herrmann erzählt, dass es vor allem sein Vater war, der ihn einst für den Sport in Wind und Wellen begeisterte. Der Vater sei selbst schon als Student begeisterter Wassersportler und viel mit dem Kajak unterwegs gewesen. Er habe im Wanderkajak Norddeutschland erkundet und entdeckt. Er habe sich dann im deutschen Norden das erste sechs Meter lange Boot gekauft, weil er die Küste so schön fand und es mit der Geburt seines Sohnes in ein größeres Acht-Meter-Boot eingetauscht. So seien dann Vater und Sohn im Revier der Ostfriesischen Inseln und auf die Nordsee hinaus gesegelt. Die gemeinsamen Fahrten wurden immer ausgedehnter. "In den Schulferien haben wir es dann in sechs Wochen auch bis nach Stockholm geschafft", erinnert sich Herrmann.

Das Segeln habe ihm einen "gewissen Zugang zur Natur geschenkt und auch Selbstvertrauen gegeben", so Herrmann im Gespräch. Er sei aber parallel auch als klassisches Opti-Kind dazu befähigt worden, selbst mit Pinne und Schot umzugehen. "Da setzt man sich dann auf neue Weise mit der Natur auseinander, man reagiert, man improvisiert, muss auch das Boot mal wieder aufrichten und hat ein bisschen Angst davor. Dann ist der Wind mal stark, mal schwach. Das ist eine andere Art von Sport, als wenn man in der Turnhalle etwas einübt oder im Wettkampf auf dem Rasen einem Ball hinterherjagt. Ich glaube, dass es den Kindern, die das Glück haben, in einen solchen Unterricht Segeln zu lernen, sehr viel Selbstvertrauen schenken kann."

Herrmann nächster Segeleinsatz steht schon unmittelbar bevor: Wie weitere 20 Boote (!) unter deutscher Flagge startet der Wahl-Hamburger am 3. August mit dem Briten Will Harris auf seiner Imoca "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco" in die 48. Auflage des berühmt-berüchtigten Fastnet Race.

  Boris Herrmann mit "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco" vor dem Fastnet-FelsenFoto: RORC/Fastnet Race Boris Herrmann mit "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco" vor dem Fastnet-Felsen
Artikel teilen:
Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

Meistgelesen in der Rubrik Regatta