Vendée GlobeErste deutsche Teilnahme gesichert

Lars Bolle

 · 29.09.2013

Vendée Globe: Erste deutsche Teilnahme gesichertFoto: YACHT/N. Günter

Der Hamburger Jörg Riechers wird als erster Deutscher an der prestigeträchtigen Einhand-Nonstop-Regatta um die Welt teilnehmen

Update 8. September 2016: Jörg Riechers wird nicht an der Vendée Globe teilnehmen. Er konnte nicht das benötigte Budget sichern.

"Falls wir nur ein kleineres Budget finden, werden wir auch mit der heutigen 'Mare' die Vendée Globe 2016 segeln", sagt Jörg Riechers gegenüber der YACHT (siehe Video). Das sehr gute Abschneiden bei der Testregatta Trophée Azimut vor Lorient/Frankreich gab mit den Ausschlag. Riechers wurde Fünfter, konnte dabei jedoch lange Zeit Stars der Szene wie Francois Gabart und Michel Desjoyeaux, beide Gewinner der Vendée Globe, Paroli bieten.

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Damit steht fest, dass es in drei Jahren eine erste deutsche Teilnahme an der Regatta geben wird, die als die härteste der Welt gilt. Die weltbesten Einhandsegler treten dabei alle vier Jahre gegeneinander an, um einhand und nonstop um die Erde zu segeln.

Der 45-jährige Hamburger Hochseeprofi Riechers bereitet sich derzeit auf das Barcelona World Race im Herbst 2014 vor, das er zusammen mit dem Franzosen Sebastién Audiganne segeln wird, und das auch nonstop um die Welt, aber zu zweit gesegelt wird. Dazu hat Riechers' Mare Racing Team eine Yacht vom Typ Open 60 gekauft. Das Boot wurde für die Vendée Globe 2008 gebaut, die französische Segellegende Michel Desjoyeaux gewann damals mit ihm das Rennen.

Um jedoch wettbewerbsfähig zu sein, sind Umbauten nötig, die gerade begonnen haben. "Wir schneiden den Bug bis zu den Schwertern ab und setzen eine neue Bugsektion an", so Riechers. Diese wird dem Siegerboot der Vendée Globe 2012, der "Macif" von Fancois Gabart, nachempfunden.

Damit soll die "Mare" etwa drei Prozent schneller auf Raumschotkursen werden. Der Umbau kostet etwa 300.000 Euro. "Das ist die günstigere Alternative zu einem Neubau", erklärt Riechers die Teamstrategie. Das Projekt wird derzeit allein vom Mareverlag in Hamburg finanziert.

"Die Vendee war vom ersten Treffen mit Jörg an das erklärte Ziel. Allein um zu zeigen, dass auch ein kleiner Verlag zusammen mit dem perfekten Segler und einer klugen Strategie diesen Olymp des Segelns erreichen kann", sagt Verleger Nikolaus Gelpke.
Doch der Umbau ist nur eine Art Notlösung. Für die Vendée Globe 2016 ist ein Neubau geplant, mit dem Riechers dann siegfähig wäre. Doch dazu muss ein weiterer großer Sponsor gefunden werden.

Falls das nicht gelingt, soll das große Ziel, die erste deutsche Teilnahme an der Vendée Globe, dennoch verwirklicht werden. Deshalb der Umbau der älteren Yacht. "Sie wird nach den Berechnungen so schnell werden, um in der Spitzengruppe mitzusegeln", so Riechers.

Während des Umbaus trainiert er mit seinem Team auf seinem Class 40 "Mare". Mit diesem Boot wird er das Transat Jacques Vabre von Le Havre/Frankreich nach Itajai/Brasilien ab dem 3. November 2013 segeln.

Die YACHT hat die 24-Stunden-Langstreckenregatta an Bord der "Mare" mitgesegelt und Jörg Riechers in seiner Trainingsbasis in Lorient besucht. Die Reportage lesen Sie demnächst im Magazin.

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